Kunst auf Kasernengelände

Hier dürfen Bildhauer ungestört werkeln

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Das ehemalige Kasernengelände am südlichen Ende der Otto-Wagner-Straße ist seit einer Woche wieder künstlerisches Zentrum der Stadt. Bei den 9. offenen Werktagen arbeiten 16 Bildhauer im Freien an ihren Skulpturen. Gleichzeitig stellt in einem der alten Kasernengebäude die Gruppe 27 ihre Werke aus.

Germering – Die aus Egling bei Wolfratshausen kommende Bildhauerin Stefanie von Quast ist zum siebten Mal bei den Werktagen mit dabei. Sie arbeitet gerade an einer Frauenfigur aus Weide und erzählt, was man während eines Rundgangs über das weitläufige Gelände immer wieder hört: „Das Arbeiten hier bei den Werktagen macht einfach Spaß.“ Die Künstler träfen sich, schauten sich gegenseitig über die Schultern und tauschten sich immer wieder aus. Es sei eine richtige Gemeinschaft. Das Beste am Arbeiten auf dem Kasernengelände neben der Autobahn aber sei: „Man kann hier Lärm machen und niemand stört’s.“

Das war nicht immer so. Brian Whitehead, der die Werktage heuer erstmals gemeinsam mit Stefanie von Quast und Johannes Hofbauer leitet, erinnert bei der offiziellen Eröffnung am Samstag daran, dass die ersten Werktage vor acht Jahren schon fast wieder die letzten gewesen seien. Sie fanden damals im Garten des Atelierhauses an der Salzstraße statt. Und nach massiven Beschwerden der Nachbarn über den Lärm der Kettensägen und anderen Geräten war klar, dass sie an diesem Ort nicht mehr stattfinden würden.

Der Stadt, allen voran OB Andreas Haas, sei es zu verdanken, so Whitehead, dass die Künstler seitdem das Kasernengelände nutzen dürfen. Die Bildhauer schätzen daran nicht nur die Tatsache, dass sie ungestört lärmen dürfen. Auch der Charme des Areals habe es ihnen angetan, erzählt Whitehead. Sie hoffen deswegen, dass die geplante Sanierung von Gelände und Gebäuden nicht so schnell kommt: „Lassen sie sich Zeit damit,“ gibt der Bildhauer OB Andreas Haas mit auf dem Weg.

Dass die Stadt viel für die Kunst übrig habe, sieht man Whitehead zufolge auch an der Tatsache, dass sie für die Unterbringung der zwei Künstler Ferenc Nemes und Soltan Szabo aus der ungarischen Partnerstadt Balatonfüred aufkommt, die seit Anfang an zu den Werktagen kommen.

Ein ebenfalls von auswärts angereister Künstler ist Bernhard Männel. Der Steinbildhauer kommt aus Dresden und ist mittlerweile zum vierten Mal auf dem Kasernengelände mit dabei. Die Verbindung zu Germering sei zufällig bei einem Kunsthandwerkermarkt in Pasing, wo er ausstellte, entstanden. Er habe sich dann beworben und komme seitdem immer wieder gerne her. Der Umgang unter den Künstler sie offen und herzlich, man befruchte sich gegenseitig. Das schönste sei, dass es keinerlei Konkurrenzgedanken gebe.

Der Besuch im Haus 2, wo die von Franz Srownal gegründete Gruppe 27 mit Gastkünstlern ausstellt, lohnt sich genauso. In einem der ersten Räume wird hier mit mehren Skulpturen und Gemälden von Ingrid Wuttke an die vor kurzem verstorbene Puchheimer Künstlerin erinnert. In einem Gang des Hauses stechen vor allem drei großformatige Arbeiten von Serio Digialino ins Auge. Der gebürtige Süditaliener arbeitet mit ungewohnten Materialien. Er modelliert Acrylglas und platziert es wiederum auf Acrylglas.

So geht’s weiter

Die Werktage und die Ausstellung kann man noch bis Freitag, 20. Juli, täglich von 14 bis 18 Uhr besuchen. Ab Samstag, 21. Juli, werden die Arbeiten der Bildhauer auf dem Gelände des Atelierhauses an der Salzstraße gezeigt. Dort werden am Samstag die offenen Ateliertage eröffnet.

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