So sieht die Rahmenplanung für das Kreuzlinger Feld aus. Auf dem Areal können bis zu 1000 Wohnungen entstehen.

Kreuzlinger feld

Hier ist Platz für 2300 neue Germeringer

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Bis zu 1000 neue Wohnungen für rund 2000 neue Einwohner, Grundschule, Kindergarten, Hort und Krippe, Betreutes Wohnen, ein Suppermarkt und eine Promenade: Am Kreuzlinger Feld kann Großes entstehen. Erste Ideen wurden jetzt im Planungsausschuss vorgestellt.

Germering – Das Feld westlich der Kreuzlinger Straße, zwischen der Bahnline und der Alfons-Baumann-Straße, ist eines der letzten großen unbebauten Areale im Stadtgebiet. Rund zehn Hektar umfasst das Gebiet, über dessen Bebauung schon seit Jahrzehnten diskutiert wird, wie OB Andreas Haas jetzt im Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss erinnerte. Im vor zwölf Jahren verabschiedeten Flächennutzungsplan ist es als Wohn- und Mischgebiet vorgesehen.

Areal barriere- und autofrei ausbauen

Jetzt ist Bewegung in die Planungen gekommen. Einige der betroffenen Grundstücksbesitzer sind auf die Stadt zugekommen, weil sie bauen wollen. Aufgrund der Größe des Areals und den mit einere Bebauung zu erwarteten Folgen für die städtische Infrastruktur hat die Stadt Haas zufolge einen unüblichen Verfahrensweg gewählt. In einem nicht bindenden, informellen Rahmenplan sollen zunächst die Ziele festgelegt werden.

Die sind seitens der Investoren schon ziemlich aussagekräftig. Architekt Peter Bohn präsentierte den Stadträten und vielen interessierten Besuchern der Sitzung seine Vorstellungen. Demnach soll das Gebiet, es umfasst auch das Gelände der jetzigen Gärtnerei Dischinger, komplett barriere- und autofrei bebaut werden. Insgesamt können zwischen 800 und 1000 Wohnungen in Gebäuden mit maximal fünf Etagen entstehen. Die verkehrliche Erschließung erfolgt komplett über Tiefgaragen. Besucher erhalten oberirdische Parkmöglichkeiten an den Rändern des Gebietes, wo begrünte und überdachte Parkplätze (Pocketparks) geplant sind.

Von Ost nach West zieht sich als Verlängerung der Kleinfeldstraße eine so genannte Promenade durch das Areal. Der jetzige Weg entlang der Bahnlinie, er gehört der Stadt, wird zu einer Erschließungsstraße ertüchtigt.

Im Südwesten des Bereichs auf Höhe der Seniorenresidenz Curanum sind eine Grundschule, Kindergarten- und -krippe, Hort und daran anschließend ein Einkaufsmarkt für die Nahversorgung vorgesehen. Auf dem Grundstück der Gärtnerei stellt sich Planer Bohn Einrichtungen für Senioren vor – die Gärtnerei ist selbst mit dem Wunsch auf die Stadt zugekommen, ihr Gebiet perspektivisch mit einzuschließen in die Planungen.

Angst vor zu viel Wachstum

In einer rund einstündigen, konstruktiven Diskussion im Ausschuss wurde einerseits immer wieder die Frage aufgeworfen, ob die Stadt um jeden Preis so stark wachsen soll. Wolfgang Andre (CSU) regte beispielsweise an, bei der Höhe der Häuser abzuspecken. Er befürchtete wie Karin Sepp (ÖDP) und Manuela Kreuzmair (CSU) dass der zu erwartende Verkehr außerhalb des Areals zu Problemen führen werde. Robert Baumgartner und Tinkas Rausch (beide SPD) wiesen andererseits vor allem auf die Chancen für Germering hin. Bezahlbarer Wohnraum sei das, was die Stadt dringend brauche, so Baumgartner. Der Investor habe sich einverstanden erklärt, dass rund ein Drittel der neuen Wohnungen ähnlich wie derzeit an der Landsberger Straße nach den Grundsätzen sozialer Bodennutzung vergeben werden: „Das ist eine gute Zahl“, so Baumgartner.

Sozialreferent Herbert Sedlmeier (CSU) begrüßte den barrierefreien Ausbau des Gebiets und die Tatsache, dass ein Gebäude auch für Mehrgenerationen-Wohnen reserviert werden könne. Wichtig sei zudem, dass im neuen Stadtviertel ausreichend Spielmöglichkeiten für große und kleine Kinder verwirklicht werden.

Ein Problem bei der Umsetzung der Ideen könnte sein, dass noch nicht alle Eigentümer bereit sind, bei der Entwicklung des Baulandes mitzumachen. Zurzeit könnte die Bebauung bei mehr als der Hälfte des Areals in Angriff genommen werden, erklärte Bohn.

Bürger dürfen mitreden

Die Stadträte einigten sich letztlich bei einer Gegenstimme (Karin Sepp) darauf, die vorgestellte Rahmenplanung zu vertiefen. Im Detail muss Architekt Bohn aber noch mehrere Fragen klären, die aufgeworfen wurden. Eine detaillierte Darstellung der Verkehrserschließung im und außerhalb des Gebiets gehört ebenso dazu wie die Frage, ob die Bewohnerdichte noch reduziert werden kann. Außerdem soll Architekt Bohn noch darstellen, wie die abschnittsweise Umsetzung der Pläne möglich ist. Auch die von Angelika Kropp-Dürr und Hadi Roidl (beide Grüne) aufgeworfenen Fragen nach einem Einfluss der Bebauung auf die Durchlüftung und auf das Klima in der Stadt soll untersucht werden.

Die Bürger sind Haas zufolge optimal mit eingebunden: Sie werden frühzeitig informiert und haben immer ein Mitspracherecht. Ob dies auch im Rahmen einer Versammlung geschehen soll wie beim Stadtentwicklungsprozess steht noch nicht fest.

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