Auch Tote nach Einsturz der Autobahnbrücke in Italien

Auch Tote nach Einsturz der Autobahnbrücke in Italien

Ein Pendler berichtet

Hindernisparcours Germering: So schwer wird es Radfahrern gemacht

Ladestationen, Luftpumpen, Radlständer: Germering hat für Radler einiges auf den Weg gebracht. Bei der Verkehrsführung liegt aber noch einiges im Argen. Das Tagblatt hat einen Pendler begleitet, der die Stadt regelmäßig durchquert.

Germering – Mit dem Drahtesel ist Martin Schierle groß geworden. Längere Strecken strampeln – für den gebürtigen Hamburger kein Problem. Deshalb schreckt der 47-Jährige auch vor den rund 42 Kilometern von seinem Wohnort Moorenweis bis nach München zur Arbeit nicht zurück. An sich eine schöne Strecke, wäre da nicht die Große Kreisstadt Germering. Denn die knapp vier Kilometer lange West-Ost-Magistrale entlang der Landsberger Straße hält für Radler einige Herausforderungen bereit.

Obere Bahnhofstraße

„Eine ganz verzwickte Ecke“, sagt Martin Schierle. Das Problem: Kommt man von Osten auf dem nördlich parallel zur Landsberger verlaufenden Wirtschaftsweg daher, mündet der rot markierte Fahrradweg direkt in eine Einbahnstraße – allerdings in die falsche Richtung. Auch aus der Gegenrichtung ist es nicht einfacher. Hier heißt es: Vorfahrt achten. Doch woher die Autos angerauscht kommen, ist nicht wirklich erkennbar. Von links können sie von der Landsberger Straße kommen, von rechts aus der Oberen Bahnhofstraße. Wann genau ist aber nur schwer zu prognostizieren – die Ampeln sind für den Radler nicht einsehbar. „Da weiß man als Radfahrer gar nicht mehr, was los ist“, sagt Schierle.

Untere Bahnhofstraße

Eine Kreuzung, die fast alle Verkehrsteilnehmer verzweifeln lässt. Für Autofahrer gerade zu Stoßzeiten schon ziemlich unangenehm, stellt sie Radler vor fast unlösbare Aufgaben. Es ist nämlich so: Will man mit dem Drahtesel links abbiegen, sollten die so genannten Aufstelltaschen genutzt werden. Dort, so der Plan, sollen Radler warten, bis der Gegenverkehr durch ist. Wann es weitergeht, zeigt die Ampel. Doch welche? An den Lichtzeichen für Fußgänger dürfen sich Radler seit dem 1. Januar 2017 nicht mehr orientieren. Die Ampel für den motorisierten Verkehr ist von den Aufstelltaschen aber nicht einsehbar. Auch die Tatsache, dass die roten Streifen schon ziemlich abgewetzt sind, sei exemplarisch. „Es zeigt die Wertschätzung für den Radverkehr in Deutschland“, sagt Schierle.

Spange

Diese Kreuzung sollte eigentlich kein Problem sein. Schließlich quert die Landsberger Straße die Spange über eine Brücke. Das Problem: Einen Radweg gibt es nur nördlich der Landsberger. Der Radler hat zwei Optionen. An der Ampel warten, um die Straße zu queren, oder den Weg auf der Hauptstraße fortsetzen. Schierle entscheidet sich für Option zwei. „Als Pendler will ich schließlich schnell vorankommen.“

Münchner Straße

Auch die Einmündung der Münchner Straße war Martin Schierle lange ein Dorn im Auge. Die Fußgängerampeln – speziell bei der Rechtsabbiegespur in die Münchner Straße – gelten für Radler nicht mehr. Sie müssen sich an den Lichtzeichen des Autoverkehrs orientieren. Rad-Pendler Schierle sah den Konflikt mit den rechtsabbiegenden Autos vorprogrammiert. Doch dort haben die Verantwortlichen mittlerweile ihre Hausaufgaben erledigt und so genannte Kombi-Streuscheiben installiert. Diese gelten sowohl für Fußgänger als auch für Radler. (Tobias Gehre)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Das Haus mit dem kuriosen Namen
Wer in Jesenwang über „dem Semer Toni Hansl sein Haus“ spricht, weiß sofort, was gemeint ist. 90 Jahre hat das Gebäude mit dem kuriosen Hausnamen bereits auf dem Buckel. …
Das Haus mit dem kuriosen Namen
Das vergessene Denkmal des Silbersteg-Stifters
Die Stadtbibliothek in der Aumühle ist bekannt. Doch wenn es um ihre Besitzer, die Familie Aumiller, geht, wissen schon weniger Menschen Bescheid. Denn Anton Aumiller …
Das vergessene Denkmal des Silbersteg-Stifters
Seniorin wochenlang ohne Telefon
Eine Rentnerin aus Gröbenzell liegt seit Juni im Clinch mit der Telekom, weil ihr Festnetzanschluss nicht funktioniert. Die 82-Jährige fürchtet, dass sie in einer …
Seniorin wochenlang ohne Telefon
CSU kündigt Vorstöße in Sachen Mobilität und Viehmarkt an
Die Christsozialen wollen nach der Sommerpause viele Projekte in Angriff nehmen. Das berichtete Ortsvorsitzende Andreas Lohde zusammen mit Stellvertreter Dieter …
CSU kündigt Vorstöße in Sachen Mobilität und Viehmarkt an

Kommentare