Dirigentin Yoko Seidel und ihre Musiker mussten zu Beginn der Serenade in der prallen Sonne spielen – viele Besucher hatten sich ein schattiges Plätzchen im Rücken der Kapelle gesucht. Foto: Peter weber

Serenade am See

In der Hitze des Abends musikalische Glanzlichter gesetzt

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Germering - Zur Serenade am See hatte die Stadtkapelle am Sonntagabend eingeladen. Trotz Hitze kamen wieder zahlreiche Zuschauer.

 Das war fast zu heiß: Als am Sonntagabend um 18 Uhr die Stadtkapelle mit Glenn Miller’s „In the mood“ die Serenade am See einleitete, gab es noch zahlreiche freie Plätze auf den Bierbänken, die im Halbkreis vor dem Orchester aufgestellt waren. Das war allerdings kein Zeichen dafür, das heuer weniger Besucher als sonst gekommen waren, um der Musik unter besonderen Open-Air-Bedingungen zu lauschen. Die überwiegende Mehrzahl der Gäste hatte es vorgezogen, ein schattiges Plätzchen unter den Bäumen im Rücken der Musiker einzunehmen – die Bierbänke standen ebenso in der prallen Sonne wie ein Großteil der Musiker. Noch um 18 Uhr herrschten da Temperaturen von über 30 Grad.

Dirigentin Yoko Seidel, die direkt in die pralle Sonne blicken musste, war dabei ebenso sommerlich leicht und farbenfroh gekleidet wie ihre Musiker. Dass die Kapelle trotz dieser extremen Bedingungen die vor allem in rhythmischer Hinsicht nicht immer einfachen Arrangements perfekt spielte, zeigte einmal mehr: Das Orchester hat sich in den vergangen Jahren enorm weiterentwickelt und kratzt schon am Niveau professioneller Big Bands.

Daran hat die seit dreieinhalb Jahren als musikalische Leiterin tätige Yoko Seidel einen großen Anteil. Die im japanischen Kobe geborene Kirchenmusikern setzt dabei immer stärker auf eine große Perkussionsgruppe. Bei der Serenade standen ein Schlagzeug, ein umfangreiches Perkussions-Set, zwei Xylophone und zwei Kesselpauken auf der Wiesen-Bühne. Die Pauken kamen erstmals im Freien zum Einsatz.

Einfach hatte es die fünfköpfige Rhythmusgruppe nicht. Ein Tango Argentina forderte sie ebenso wie die Latin-Strukturen des Mambo Nr. 5 oder die Tempi- und Rhythmuswechsel von „Music was my first love“. Die Musiker lösten es durchwegs mit einer selbstverständlich wirkenden Exaktheit.

Dem standen die Bläser in nichts nach. Fetziger Swing bei „In the Mood“ begeisterte die Besucher genauso wie ein extrem schneller Viktoria-Galopp aus dem Barock. Der Beifall war jedenfalls groß – und nach einer guten Dreiviertelstunde, kurz vor der Pause, waren auch die Bierbänke gut besetzt – die Sonne war mittlerweile hinter den Baumwipfeln verschwunden.

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