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Konnten die Bedenken bei der Anwohnerversammlung nicht ausräumen: Der künftige Hallenbetreiber Apo Kucuk (schwarzes Hemd) und der derzeitige Hallenchef Georg Meyerhöfer (kariertes Hemd). 

Anwohner befürchten Lärm und Parkchaos

Hitzige Debatte um Pläne für Tennishalle

Schlagende Autotüren, Hupkonzerte, Parkplatzchaos: Die Bedenken gegen die geplante Umnutzung der Tennishalle an der Schmiedstraße in eine Eventhalle sind groß. Daran konnte auch eine Infoveranstaltung des künftigen Betreibers nichts ändern.

Germering Rund 40 Anwohner der Schmiedstraße und des benachbarten Hochrainwegs waren am gestrigen Sonntag in die Tennishalle an der Schmiedstraße 16 gekommen. Zum einen, um sich die Pläne des künftigen Betreibers beschreiben zu lassen. Zum anderen, um ihren Unmut über die Eventhalle zum Ausdruck zu bringen.

Der künftige Chef der geplanten Eventhalle, Apo Kucuk, und der aktuelle Hallenchef Georg Meyerhöfer hatten mit ihrer Einladung Bedenken zerstreuen wollen. Dass dieser Versuch bestenfalls mäßig erfolgreich war, stellte Kucuk schon während der Diskussion fest. „Ich habe das Gefühl, dass ich hier noch bis morgen Früh reden kann, ohne dass es etwas bringt“, sagte er frustriert.

Die Anwohner bezweifeln stark, dass ihnen durch die Pläne des Hallenbetreibers keine Nachteile entstehen. In eine der insgesamt drei Hallen soll ein Teppichlager einziehen. Die bestehende Golfhalle soll erhalten bleiben. In der dritten Halle sollen künftig Veranstaltungen wie Hochzeiten, Schafkopfturniere, aber auch Tagungen und Seminare stattfinden.

Für die Dauer von drei Jahren hat Kucuk das 12 800 Quadratmeter große Areal dafür angemietet. 500 bis 600 Leute sollen dort Platz finden. Für diese werden 150 Parkplätze anstelle der derzeitigen Außen-Tennisplätze geschaffen.

Ein Verkehrschaos soll dadurch verhindert werden, dass eine neue Zufahrt zur Halle direkt von der Augsburger Straße geschaffen wird – eine Maßnahme, die rechtlich nicht erforderlich sei, wie Kucuk betonte. „Rechtlich dürften wir die Halle auch mit der jetzigen Zuwegung betreiben.“ Mit der neuen Zufahrt müssten die Autos nicht mehr wie bisher durch den Hochrainweg und die Schmiedstraße fahren. „Die Anwohner werden gegenüber der jetzigen Situation sogar entlastet“, sagte Kucuk.

Doch die Germeringer zweifeln daran, dass diese Rechnung aufgeht. Eine Anwohnerin beklagte in der teils hitzigen Diskussion, dass viele Wohnungen ihre Schlafzimmer zur Straße hin ausgerichtet hätten, sodass sie den Lärm trotzdem abbekommen. Große Skepsis herrschte auch darüber, ob die geplanten und von der Stadt vorgeschriebenen 150 Parkplätze ausreichen. „Das mag bei Hochzeiten funktionieren, wenn viele Familien mit vier Leuten im Auto kommen“, sagte einer der Anwohner. Wenn aber bei einer Tagung alle Teilnehmer einzeln im Auto kämen, sei das Chaos vorprogrammiert.

Kucuk verwies auf eine ähnliche Halle an der Heidemannstraße in München: „Dort gibt es mitten im Wohngebiet eine Halle für 1000 Leute mit nur 80 Parkplätzen, und es funktioniert.“ Den Hinweis, dass es dort mehr öffentliche Verkehrsmittel gebe, konterte der Hallenbetreiber mit der Aussage, dass er einen Shuttle-Bus plane. Die Anwohner der Tennishalle überzeugte das nicht. Sie glauben trotz gegenteiliger Beteuerungen Kucuks („Die Stadt will hier irgendwann wieder Gewerbe ansiedeln“) auch nicht, dass nach drei Jahren wieder Schluss mit der Eventhalle ist. (ad)

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