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Perlenketten, Schmuckkugeln, Kränze und Figuren: Viele, die bei den Bastelkursen der Schenkels mitgemacht haben, beschenkten sie danach mit Selbstgemachten. In den 27 Jahren, in denen Ilka (73) und Konrad Schenkel (76) den liebevoll eingerichteten Hobby Baumann in Germering führen, ist einiges zusammengekommen. Ende des Jahres gehen sie in Rente. Einen Nachfolger gibt es noch nicht

Die Eigentümer gehen in Rente

Hobby Baumann in Germering sucht einen Nachfolger

Egal ob Farbe, Kleber, Schulhefte oder Modellbau-Utensilien – seit fast 30 Jahren ist der Hobbyladen Baumann in Germering Anlaufstelle für Bastler. Doch Ende des Jahres gehen die Eigentümer in Rente, nun suchen sie einen Nachfolger.

Germering Es ist fast, wie eine Reise in eine schöne alte Zeit. Als man mit seiner Mutter in den kleinen Bastelladen im Ort gegangen ist und Holzstäbe, Kleber und Styroporkugeln gekauft hat, um am Nachmittag ein Mobile zu basteln. Genau so fühlt man sich, wenn man den Hobbyladen Baumann in Germering besucht. Man kennt sich und freut sich einfach, wieder hier zu sein.

Die Schilder an der Tür sind noch alle handgemalt und beim Eintreten steigt einem der süße Duft des Bastelkellers in die Nase. Die Auswahl ist enorm, in jeder Ecke findet man etwas Interessantes, doch zuallererst wird man von den freundlichen Eigentümern begrüßt. Das Ehepaar Ilka (73) und Konrad Schenkel (76) führt den Laden seit 27 Jahren – Ende des Jahres ist aber Schluss.

Die Schenkels suchen für Hobby Baumann einen Nachfolger 

Das Hobby- und Bastelbedarfsgeschäft Baumann gibt es bereits seit 52 Jahren, und für viele ist es die erste Anlaufstelle in Germering, wenn es um Modellbau, Bastel- und Schulbedarf geht. In dem Laden kann man aber auch Messer schleifen und seine Nähmaschine reparieren lassen. Das Ehepaar Schenkel hatte das Geschäft von den Baumanns übernommen. Der Namen wurde beibehalten. Am Anfang wurden die beiden noch von ihrer Tochter unterstützt. Ursprünglich war der Laden in der Landsberger Straße zu finden. In die Obere Bahnhofsstraße ist er erst seit sieben Jahren.

Die ehemalige Beamtin Ilka Schenkel hatte schon immer eine Leidenschaft fürs Basteln. Sie besaß bereits in München einen Hobbyladen, in dem sie auch Bastelkurse anbot. „Das macht sehr viel Spaß und bringt Kunde und Verkäufer näher zusammen“, sagt Ilka Schenkel. Doch inzwischen sind der Laden und die regelmäßigen Kurse zu viel für sie und ihren Mann Konrad. Deshalb wollen sie das Geschäft bis zum Ende des Jahres an einen Nachfolger übergeben.

Bei den großen Baumarktketten ist nicht immer alles günstiger

Vorteile für einen möglichen Interessenten gibt es viele: die Lage direkt am Germeringer Bahnhof und die Miete, die noch auf dem Niveau von vor fast 20 Jahren ist. Das reichhaltige Sortiment mit Modellbauprodukten von Firmen, die es zum Teil gar nicht mehr gibt, kann zu einem moderaten Preis abgelöst. Auch eine treue Stammkundschaft von allein 8000 Kunden im vergangenen Jahr spricht für Hobby Baumann.

Auf die Frage, ob das Geschäft gut läuft, sagt Ilka Schenkel: „Es gibt leider nicht mehr so viele Bastler wie früher, und der Modellbauhandel ist größtenteils ins Internet abgewandert, aber man kann ganz gut davon leben.“ Auch mit großen Baumarktketten konkurriert der Laden. „Die Leute glauben, dass bei den Baumärkten immer alles billiger ist“, sagt Schenkel. „Aber als ich es einmal verglichen habe, fielen mir viele Produkte auf, die wir zum halben Preis anbieten.“

Die Kunden kommen lachend und gehen auch wieder lachend

Ilka Schenkel ist gesundheitlich angeschlagen. Daher wird es Zeit, den Laden abzugeben. Sie und ihr Mann wollen endlich ihren Ruhestand genießen. „Es wäre eine Schande, wenn die Fachkompetenz und Zeit, die wir in das Geschäft gesteckt haben, jetzt verloren gehen würden“, sagt Ilka Schenkel wehmütig. „Denn die Kunden sind stets lachend in unseren Laden hereingekommen und auch wieder lachend gegangen.“

Wer also Bedarf an Bastelutensilien hat, kann von Montag bis Samstag bei Hobby Baumann vorbei schauen, und vielleicht findet sich ja bei dieser Gelegenheit doch noch jemand, der das Geschäft übernimmt.

von Tom Eldersch

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