Die Bauarbeiten haben begonnen: An der Unteren Bahnhofstraße 22 entsteht ein Hospiz mit integriertem Frauenhaus. foto: SozialstiftunG

Germering

Hospiz und Frauenhaus: Jetzt wird gebaut

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Der Bau von Hospiz und Frauenhaus an der Unteren Bahnhofstraße 22 hat ohne große Zeremonie begonnen. Der symbolische erste Spatenstich, der eigentlich für Anfang Mai terminiert war, war wegen der Coronoa-pandemie abgesagt worden.

Germering –  Vor einigen Tagen sind die ersten schweren Maschinen angerückt, um die Fundamente des künftigen Baus zu erstellen.

Schon Anfang März war auf dem Grundstück mit einem Bagger flächendeckend die Oberschicht des Bodens abgetragen worden – es handelte sich allerdings nur um die archäologischen Untersuchungen des Grundstücks. Stadtarchivar Marcus Guckenbiehl hatte hier Überreste einer vorgeschichtlichen Siedlung vermutet. Seine Einschätzung hat sich bewahrheitet. Bei den Untersuchungen sind mehrere Grabstellen aus der Bronze- und Eisenzeit entdeckt worden. Bis auf einige Keramikgefäße und Überbleibsel von Urnen sind allerdings keine nennenswerten Funde gemacht worden.

Außerdem stellte man den Grundriss eines Hauses fest, das früher hier gestanden war. Eine genaue Datierung steht aber noch aus. Guckenbiehl vermutet, dass es aus dem Frühmittelalter stammt.

Das Grundstück ist im Besitz der Germeringer Sozialstiftung. Ein nicht genannter Spender hatte es der 2014 ins Leben gerufenen Max- und Gabriele-Strobl-Stiftung überlassen, die von der Sozialstiftung treuhänderisch veraltet wird. Die Schenkung war zweckgebunden – auf dem Grundstück sollte ein Hospiz und ein Frauenhaus gebaut werden.

Die Sozialstiftung finanziert den Bau selbst einerseits mit Hilfe von weiteren Spenden. Die größte stammt vom Ehepaar Luisemarie und Joachim Nette, das der Stiftung insgesamt 200 000 Euro dafür gegeben hat. Insgesamt soll der Bau rund zehn Millionen Euro kosten.

Die Konzeption des Gebäudes ist eine besondere. In nur einem Bau werden rund 1100 Quadratmeter für das Hospiz, 700 Quadratmeter für das Frauenhaus und 400 Quadratmeter für neun Mitarbeiterwohnungen Platz finden. Die drei Bereiche sind jedoch strikt voneinander getrennt und jeweils durch eigene Eingänge und Treppenhäuser – inklusive Aufzüge – erschlossen. Ein wichtiges Planungsdetail, denn gerade für das Frauenhaus gelten strenge Sicherheitsbestimmungen. Zur Straße hin ist ein vierstöckiger Riegel geplant. Die Rückseite des Baus soll nur zwei Stockwerke besitzen. Im Erdgeschoss sollen nahe des Eingangsbereichs Büros und Verwaltungsräume entstehen, unter anderem für die Sozialstiftung selbst, die bisher über kein festes Büro verfügt. Dazu ein Veranstaltungsraum für bis zu 70 Personen.

Das Hospiz wird im Erdgeschoss und im ersten Stock zu finden sein, das Frauenhaus in der ersten und zweiten Etage. Darüber sind Mitarbeiterwohnungen geplant.

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