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Ihre Schulzeit begann im Zweiten Weltkrieg

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© Kürzl

Die gemeinsame Schulzeit verbindet oft ein Leben lang. Bei den Schülern des Jahrgangs 1938 der Volksschule Germering ist das jedenfalls so. Sie hatten jetzt ihr mittlerweile 18. Klassentreffen.

Germering – Dass in der Klasse mehr Buben als Mädchen waren, wird auch beim jetzigen Treffen sofort klar. „Das war auch damals so üblich“, erinnert sich Centa Kessler. Die Kulturreferentin des Stadtrats hat die Zusammenkunft organisiert. Sie fand zum ersten Mal im Café Paintner statt und stand unter zwei besonderen Zeichen. Zum einen sind 66 Jahre seit dem Schulabgang vergangen. Zum anderen sind die Schüler von einst heuer 80 Jahre alt geworden oder werden es noch.

Doch an der Verbundenheit untereinander haben all die Jahre nichts geändert. Die meisten sind der Region verbunden geblieben. Viele leben noch in Germering, andere in den Landkreisen Dachau oder Starnberg. Nur einer wohnt vergleichsweise richtig weit weg – in Kitzbühel.

So weit musste Ilse Rupprecht nicht anreisen. Sie ist in der 5. Klasse mit ihren Eltern nach Untermenzing gezogen. Sie habe zwar in der Germeringer Klasse nur die Hälfte ihrer Schulzeit verbracht, „aber zu den Klassentreffen kommen, ist mir ein Bedürfnis“. Dort trifft sie nicht nur Kessler, mit der sie seit der Schulzeit gut befreundet ist. An Erinnerungen fehlt es ihnen nicht. „Der Heinz Michl war schon ein Lieblingslehrer, weil er uns viel beigebracht hat“, sagt Rupprecht und Kessler stimmt ihr zu. Vor allem das Kettenrechnen bei ihm ist ihnen im Gedächtnis geblieben. Auch das „Fräulein Christine Sollinger“, das 1944 die Kinder in der ersten Klasse unterrichtet hatte, ist von den jetzt 80-Jährigen nicht vergessen worden.

Dass man in ihrer Schulzeit mit Krieg, Wiederaufbau und Aufschwung viel erlebt hat, ist für den 1938er-Jahrgang weniger von Bedeutung. „Die Zeit und die Ereignisse um uns herum haben wir eher so nebenbei mitbekommen“, erinnert sich Kessler.

Damals sei man als Kind auch leiser gewesen, wenn einem etwas nicht gepasst hat. Und so ist auch eher nebenbei hängen geblieben, dass der Lehrer Karl Pütz mit einer Handprothese aus dem Krieg zurückgekommen ist. „Die haben einige gespürt, wenn sie nicht ordentlich geschrieben haben“, erzählt Johanna Meier.

Bei Lehrer Pütz haben die Schüler übrigens auch das Stenografieren gelernt. Üblich war damals auch, dass sich die Pädagogen im privaten Bereich von den Kindern helfen ließen. „Dem habe ich öfter mal das Fahrrad putzen müssen“, erinnert sich Georg Hörhager. Beim Treffen wird auch der mittlerweile 20 verstorbenen Klassenkameraden gedacht. „Das gehört auch zu einer Klassengemeinschaft“, sagt Kessler.

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