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Im Dezember hat die Stadt die Obdachlosenunterkunft an der Schmiedstraße aufgestockt. Die Zahl der Plätze ist aber immer noch zu wenig.

In Germering

Immer mehr Familien landen in der Obdachlosigkeit

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 Erst vor kurzem hat die Stadt die Obdachlosenunterkunft an der Schmiedstraße aufgestockt: Im Dezember wurden dort acht neue Container aufgestellt, die die bisher vorhandnen vier ersetzen. 

Germering – Diese Verdoppelung reicht aber bei Weitem nicht aus, um alle Germeringer unterzubringen, die aus welchen Gründen auch immer zurzeit wohnungslos sind. Die Stadt ist rechtlich verpflichtet, ihnen Wohnraum zu besorgen.

Der Sozialausschuss beschloss deswegen, zusätzliche Unterkünfte für weitere 50 Menschen zu schaffen. OB Andreas Haas wurde ermächtigt, Mietangebote zeitnah anzunehmen – sie müssen allerdings innerhalb der Grenzen des bestehenden Mietspiegels liegen.

Von Obdachlosigkeit sind laut Sozialamtsleiter Martin Rattenberger immer mehr Familien betroffen: „Ihnen fällt es immer schwerer, auf dem Wohnungsmarkt geeigneten Wohnraum zu finden.“ Die aktuellen Zahlen spiegeln dies gut wieder. Zurzeit muss die Stadt 113 Personen unterbringen – 47, also fast die Hälfte, sind Kinder. Die Zahl der alleinstehenden Obdachlosen ist dagegen laut Rattenberger deutlich geringer gestiegen.

Die Gründe für Obdachlosigkeit liegen aus Sicht des Sozialamtschefs weniger an Mietschulden – hier würde die Stadt, wenn sie es rechtzeitig erfährt, einspringen und so die Kündigung vermeiden. Stattdessen komme es immer öfter vor, dass Familien mit europäischer Herkunft zu hier ansässigen Familienmitgliedern ziehen und so die Wohnung überbelegen. Die Folgen seien Probleme mit dem Vermieter.

Bei Räumungsklagen spielen zudem immer öfter Kündigungen wegen Eigenbedarfs oder wegen Störung des Hausfriedens eine Rolle. Selbst bei vorhandenem Räumungsschutz könne die Obdachlosigkeit nur verzögert werden: „Die betroffenen Familien finden in dieser Zeit keinen alternativen Wohnraum.“

Wer einmal obdachlos geworden ist, hat es schwer, wieder eine Wohnung zu finden. In den vergangenen Monaten sei dies nur möglich geworden, wenn einmal eine Sozialwohnung frei geworden ist. Eine Familie ist ihrem Obdachlosen-Schicksal in Germering durch den Umzug nach Duisburg entkommen, wo Verwandte leben.

Rattenberger geht davon aus, dass die Zahl der Obdachlosen weiter ansteigt. Um kurzfristig reagieren zu können, muss die Stadt deswegen weitere Wohnungen anmieten.  kg


Ein ähnliches Problem tritt in Puchheim auf, in Fürstenfeldbruck wurde eine neue Anlaufstelle speziell für jugendliche Obdachlose gegründet und auch ein neues Haus angemietet. Auch die Hilfsaktion des Fürstenfeldbrucker Tagblatts bemüht sich um Unterstützung. Die Stadt Olching hat auf das Problem ebenfalls reagiert. In Fürstenfeldbruck gibt es außerdem die Fachstelle Wohnen.


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