„Volksmusik im Advent“ wird traditionell mit dem Andachtsjodler beendet, zu dem sich alle Mitwirkenden erheben. foto: kürzl

Volksmusik im Advent

In der alten Jakosbskirche ist die staade Zeit wirklich still

Zum 46. Mal hat die „Volksmusik im Advent“ in der Dorfkirche St. Jakob mit leisen Tönen die Zuhörer beschenkt. Allein schon der Raum der alten Kirche gebietet Ruhe, Andacht und Distanz zur Hektik der Vorweihnachtszeit. 

Germering– Die hat der Besucher spätestens dann vergessen, wenn das Lochblech Unterpfaffenhofen die ersten Töne anstimmt.

„Wenn zur Weihnachtszeit die ersten Schneeflocken fallen“, beginnt Sprecherin Gaby Off-Nesselhauf, die zum zweiten Mal die Texte vorträgt. „Dann wird es Zeit zur Ruhe zur kommen“, hat Zuhörer Markus Gessler im Stillen für sich ergänzt. Entschleunigen hält der 33-Jährige für ein „zu gern gebrauchtes Modewort“. Er nenne es lieber, die Stille suchen, wenn es nötig sei. Als „Zuagroaster aus dem hohen Norden“ liebe er aber den Klang der bayerischen Mundart sowie von Harfe und Gitarre.

Und so begibt sich Gessler mit den anderen Zuhörern in der voll besetzten Dorfkirche auf die Suche nach dem Sinn der Adventszeit. „I hab nach Weihnachten g’suacht und dafür g’fundn allerhand an materiellen Dingen“, trägt Off-Nesselhauf vor. Die Worte verraten mahnende Zwischentöne, den wahren Sinn des Christfestes nicht zu vergessen. Sie verraten aber auch eine friedvolle Lösung, die Weihnacht zu entschleunigen. „Da miass ma dahin gehn, wo koane großen Wünsch mehr san.“

Das untermalen das Germeringer Saitenspiel, der Ottobrunner Viergesang, die Hadorfer Stubnmusi, das Zitherduo Reimund und Toni sowie der Grasbrunner Dreigesang musikalisch in idealer Weise. Da hat selbst der Sturm, der während des Adventskonzertes um die Mauern von St. Jakob pfeift, keine Chance. Das Stille, das Staade bleibt erhalten, auch wenn sich bei der Flötengruppe von Don Bosco ein paar Pfeiftöne einschleichen, die nicht ins Stück gehören.

Für Aufregung sorgen sie nicht, oder anders ausgedrückt: „A Mettn macht koana.“ Bezirks-, Kreis- und Stadträtin Off-Nesselhauf erklärt, dass das früher dafür stand, „dass eine Aufregung, ein Getöse produziert worden ist“. Manch einer, der in den Kirchenbänken sitzt, schmunzelt der Wortnähe zur Christmette wegen. Die stehe ja vielmehr für die Würde und Festlichkeit der Weihnacht.

Stadtpfarrer Andreas Christian Jaster verbindet das mit dem Gedenken an die Initiatoren der Veranstaltung Isolde Schuster und Hans Mannhardt. Er erinnerte auch an den vor drei Jahren verstorbenen Toni Kiemer, der die Tradition fortsetzte. „Sie haben es möglich gemacht, dass wir uns mit leisen Tönen beschenken lassen können“, sagte Stadtpfarrer Jaster.

(hk)

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