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Stadtbibliothek

In dieser Box kann man gut lernen

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Die Stadtbibliothek hat eine Rückzugsmöglichkeit für Schüler und Studenten geschaffen, die in Ruhe lernen und arbeiten wollen. Die LernBOXX, wie das Bibliotheksteam den Raum getauft hat, befindet sich im Untergeschoss und kann auch ohne Bibliotheksausweis reserviert werden.

Germering – Die Bibliotheken sind einem steten Wandel unterworfen. Drauf wies Leiterin Christine Förster-Grüber bei der Einweihung der neuen LernBOXX hin. „Früher waren es Medientankstellen. Der Kunde kam, lieh sich Bücher aus und ging wieder.“ Heute blieben die Kunden viel länger im Haus. „Die Verweildauer ist enorm gestiegen“, berichtete die Bibliothekarin.

Das trifft ihren Erfahrungen zufolge vor allem auch auf Jüngere zu und hänge eng mit der Digitalisierung und dem kostenlosen WLAN-Angebot des Hauses zusammen. Schon jetzt werde der offene Lernbereich im Obergeschoss der Bibliothek sehr gut angenommen. „Am Nachmittag ist da jeder Tisch besetzt“, fügt die stellvertretende Leiterin Katja Beese an. Dass dabei rund 50 Prozent der jungen Besucher keine Bibliotheksausweise haben, stört nicht.

Der Wunsch nach einem zusätzlichen Raum, in dem man ungestört lernen kann, war Förster-Grüber zufolge immer öfter zu hören. Gemeinsam mit dem Architekten Hubert Peter, dem örtlichen Schreiner Daniel Wölfel und dem Bauamt ist man auf eine Lösung gekommen, die jetzt offiziell vorgestellt wurde. Es handelt sich um eine Art Raum-im-Raum-Lösung im Untergeschoss. Die neue Einrichtung ist in einem Winkel an zwei bestehende Wände angebaut worden. Begrenzt wird sie durch zwei lichte Holzkonstruktionen, die außen als Regale für die Lernhilfen der Bibliothek dienen. Nach oben blieb der neu entstandene Raum offen – im anderen Fall wären laut Bauamtsvertreterin Heike Torwächter aufwändige Brandschutzmaßnahmen notwendig geworden.

In der hellen und freundlich gestalteten LernBOXX steht ein großer von Stühlen gesäumter Tisch – es handelt sich um ausrangierte aber gut erhaltene Möbel der Stadthalle. Insgesamt bietet der 17 Quadratmeter große Raum, der mit kostenlosem WLAN ausgestattet ist, Platz für bis zu zwölf Personen.

Wer die im Normalfall abgeschlossene LernBOXX für maximal vier Stunden nutzen will, muss sich an der Empfangstheke im Erdgeschoss anmelden und erhält dann den Schlüssel. Der Raum kann auch via Internet vorab reserviert werden. Für diesen Lernbereich gilt: Die Nutzer müssen nicht Mitglied der Bibliothek sein. Kosten entstehen keine.

OB Andreas Haas war bei der Vorstellung der LernBOXX restlos begeistert: „Das ist eine super Idee. Toll, was hier entstanden ist.“ Eine Frage hatte er bei allem Lob für das innovationsfreudige Team um Christine Förster-Grüber auch noch: „Wer ist auf den Namen LernBOXX gekommen?“ Auch dafür, so Förster-Grüber, sei das Team verantwortlich, das ein gemeinsames Brainstorming durchgeführt habe. „Unser Arbeitstitel war Lern-Kabinett. Aber das schien uns zu konservativ. Wir wollten etwas Peppiges reinbringen, weil es sich ja um ein Angebot für Jüngere handelt.“

Mit der LernBOXX, die als innovatives Bibliotheksprojekt zu 40 Prozent vom Freistaat finanziert wird, ist die vor vier Jahren begonnene Sanierung und Erneuerung der Bibliothek fast abgeschlossen. Was laut Heike Torwächter noch fehlt sind der Übergang zur Stadthalle, die WCs im Untergeschoss und die Treppe.

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