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Noch ist zwischen der Sparkasse und der Jesus-Christus-Kirche nur eine imposante Baugrube zu sehen. Aber schon in einem Jahr soll den Plänen des Investors zufolge der Bau fertig gestellt sein. 

Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss

In Germering: DocuWare zieht zum Kleinen Stachus

Das Wohn- und Geschäftshaus, das derzeit an der Einmündung von Hart- und Planegger Straße in den Kleinen Stachus entsteht, wird aufgestockt. Statt ursprünglich 1500 entstehen jetzt 4000 Quadratmeter Büroflächen. Hauptmieter wird das Softwareunternehmen DocuWare.

Germering – Nach der genehmigten Planung des riesigen Projektes hätten 29 Wohnungen und 1500 Quadratmeter Büroflächen entstehen sollen. Das hat sich jetzt grundlegend geändert. Es werden nur noch sieben Wohnungen, dafür aber fast dreimal so viel Büroflächen gebaut. Die 4000 Quadratmeter sind nicht nur durch das Umwandeln von Wohnraum möglich. Sie entstehen, weil der östliche Gebäudetrakt parallel zur Hartstraße jetzt drei Geschosse statt ursprünglich nur einem bekommt. Der Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss billigte die Änderungen einstimmig. Auf Anregung der SPD wurde aber Wert darauf gelegt, dass die ebenfalls in den Plänen vorgesehene Kindertagesstätte der Neuplanung nicht zum Opfer fällt.

Notwendig wurde die Änderung, weil das Softwarehaus DocuWare von der Germeringer Harfe in den Neubau umziehen will (siehe Kasten) und die Büroflächen unbedingt benötigt. Wegen DocuWare wird auch eine Ausnahme von der städtischen Werbesatzung genehmigt. Das Unternehmen will wie die Sparkasse gegenüber seinen Schriftzug samt Firmenlogo zwischen dem dritten und vierten Stock der Fassade anbringen. Erlaubt sind laut Satzung aber nur Werbeanlagen in einer maximalen Höhe von fünf Metern. Eine Ausnahme hielt das Bauamt aber wie bei der Sparkasse wegen der Höhe des Gebäudes für gegeben. Die Größe der Buchstaben des Schriftzugs selbst entsprechen den Vorgaben der Satzung.

Die kurze Diskussion im Ausschuss drehte sich vor allem um die von Tinka Rausch (SPD) gestellte Frage, ob die Stadt dem Investor wegen der zugebilligten Erhöhung der Bruttogeschossfläche den Bau der Kindertagesstätte zwingend vorschreiben könne. Eine solche Verknüpfung ist laut Bauamtsleiterin Astrid Ernst allerdings nicht zulässig. Stadtbaumeister Jürgen Thum und OB Andreas Haas wiesen zusätzlich darauf hin, dass der zweigruppige Kindergarten von der Änderung nicht berührt sei. Es gebe auch keinerlei Hinweise darauf, dass der Investor dies ändern werde.

Der bis zu fünf Stockwerke hohe Neubau entsteht auf einer Fläche von rund 3000 Quadratmetern. Die riesige Baugrube ist mittlerweile komplett ausgehoben und mit Spundwänden versehen worden. Neben den Büros und den jetzt nur noch sieben Wohnungen (vier drei-, zwei Zwei- und eine Einzimmer-Wohnung) ist noch Einzelhandel mit einer Verkaufsfläche von 940 Quadratmetern vorgesehen. Die notwendigen Stellplätze werden in einer Tiefgarage (69 Plätze) und oberirdisch (21) nachgewiesen. Der Neubau soll Mitte nächsten Jahres fertig sein. Bauherr ist der Starnberger Projektentwickler „ehret & klein“.

Kurz-Interview mit Jürgen Biffar: 

Das Software-Unternehmen DocuWare von Wirtschaftsverbands-Chef Jürgen Biffar will seinen Firmensitz von der Germeringer Harfe in den Neubau an der Einmündung von Planegger- und Hartstraße in den Kleinen Stachus verlegen. Der Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss stimmte jetzt einer deswegen notwendigen Änderung der Tektur des Baus zu. Jürgen Biffar spricht über die Pläne des Unternehmens. 

Herr Biffar, die Germeringer Harfe, ihr jetziger Firmensitz, ist vor eineinhalb Jahren von der Bayerischen Versorgungskammer an die Rock Capital Group verkauft worden. Hat der geplante Umzug etwas mit dem Eigentümerwechsel zu tun?

Ja. Der Eigentümer will die Harfe entweder generalsanieren oder sogar völlig neu bauen. Es ist also nicht klar, was passiert – auch wenn es nicht vor 2022 geschehen wird. Wir waren also auch im Interesse unserer derzeit rund 160 Mitarbeiter gefordert, uns etwas Neues zu suchen. Ziel war, ein ähnliches Objekt wieder zu finden. Da schien uns der Neubau am Stachus eine interessante Option – auch wenn es natürlich teurer ist, das ist ja ein Filetstück. 

Ist der neue Firmensitz größer als bisher? 

Ja, auf alle Fälle. Auch das war ein Grund für die Veränderung. In der Harfe sind wir mit unserer jetzigen Mitarbeiterzahl schon an Grenzen gestoßen. Künftig haben wir Platz für zunächst 220 Mitarbeiter. Das kann dann noch ausgebaut werden für bis zu 280. Das ist auch notwendig, weil wir uns so stark entwickeln. 

Ist der geplante Umzug ein Zeichen dafür, dass Docuware langfristig in Germering bleibt?

Auf alle Fälle. Das ist mein Ziel. Germering soll auch dann Firmensitz sein, wenn ich einmal nicht mehr das Sagen habe. 

Interview: Klaus Greif

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