Caritas

In Germering öffnet eine neue Tagesstätte für psychisch Kranke

Die Tagesstätte „Rückenwind“ der Caritas Fürstenfeldbruck gibt es seit 1998. Das Angebot richtet sich an psychiatrieerfahrene und erkrankte Menschen mit ärztlicher Diagnose und wird gut angenommen. Jetzt soll in Germering eine weitere Tagesstätte eröffnet werden.

Monika Fußeder ist Fachdienstleiterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes der Caritas.

Germering– „Wenn alles gut geht, können wir die Germeringer Tagesstätte am 1. Dezember eröffnen. Spätestens ist eine Eröffnung für Anfang Januar nächsten Jahres geplant“, kündigt Fachdienstleiterin Monika Fußeder an. Die Räumlichkeiten in der Oberen Bahnhofsstraße 60 sind bereits angemietet. Zurzeit laufen Bewerbungsgespräche mit künftigen Mitarbeitern, die eine abgeschlossene Ausbildung in Sozialpädagogik mitbringen müssen.

Derzeit gibt es 30 Plätze in der Tagesklinik „Rückenwind“ in Fürstenfeldbruck. Germeringer Patienten orientieren sich derzeit überwiegend in Richtung München. Das soll sich ändern. „Die Caritas möchte auch den Germeringern ein wohnortnahes Angebot bieten“, sagt Fachdienstleiterin Fußeder.

In der Oberen Bahnhofstraße wird zunächst mit zehn Plätzen gestartet. Ein Jahr später soll die Kapazität auf 20 Plätze erhöht werden. In der Einrichtung kommen psychisch kranke Menschen in geschütztem Rahmen zusammen. Die Tagesstätte ist wie eine große Wohnung für die Besucher: Mit Küche, Aufenthaltsraum, Rückzugsräumen und Gruppenräumen.

Es gibt Kartler- und Gesprächsrunden, Kreativ-Angebote und Ausflüge

„Viele der Menschen, die unsere Tagesstätte besuchen, sind aufgrund ihrer Erkrankung erwerbsunfähig oder berentet – hier erleben sie einen strukturierten Tages- und Wochenablauf, erfahren Entlastung und Unterstützung bei alltäglichen Problemen oder krankheitsbedingten sozialen Schwierigkeiten und können Kontakte mit anderen Betroffenen knüpfen“, erklärt Fußeder.

In der Brucker Einrichtung gibt es Kartler-Runden und Gesprächsgruppen, die Besucher können gemeinsam handarbeiten oder malen, an Ausflügen teilnehmen und vieles mehr gemeinsam erleben. Auch ins tägliche Mittagessen werden sie, wenn sie das wollen, mit einbezogen. Man kauft miteinander ein, schnippelt und kocht gemeinsam. Letztlich ist jedes Tagesstättenangebot einzigartig, denn: „Es ist immer bedarfsorientiert und unterscheidet sich von Einrichtung zu Einrichtung“, betont Fußeder. Das Programm und die Freizeitaktivitäten gestalten die Besucher und Mitarbeiter gemeinsam – sich aktiv einzubringen ist erwünscht.

In Fürstenfeldbruck treffen Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten aufeinander. Die Fachdienstleiterin weiß: „Eine Krise kann jeden von uns treffen und wir treten den psychisch kranken Menschen stets fachkundig und mit Respekt und Wertschätzung gegenüber.“

Im „Rückenwind“ hat sich eines seit fast 20 Jahren bestätigt: „Die Einrichtung ist ein Meilenstein für den Landkreis und es ist einfach toll, dass es bald eine zweite in Germering geben wird“, betont Fußeder.

Weitere Infos zur Germeringer Tagesstätte für psychisch Kranke

Wer sich für die geplante Tagesstätte der Caritas an der Oberen Bahnhofstraße interessiert, soll sich unter Telefon (0 81 41) 32 07 54 bei Monika Fußeder melden oder sich auf www.caritas-nah-am-nächsten.de informieren.

von Angi Kiener

Rubriklistenbild: © dpa

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