Herbert Sedlmeier ist Rollstuhlfahrer und setzt sich für Inklusion in allen Bereichen ein. 

Sozialausschuss

Inklusion fängt bei der Sprache an

Die Stadt will auf Ortsebene den Aktionsplan des Landkreises zur Umsetzung der UN-Behindertenkonvention unterstützen. Konkret sollen städtische Publikationen und Internet-Angebot künftig auch in so genannte Leichte Sprache übersetzt werden.

Germering – Sozialreferent Herbert Sedlmeier (CSU) war im Sozialausschuss in seiner Funktion als Behindertenbeauftragter des Landkreises gefragt. Er berichtete von der Aufstellung des Aktionsplanes zur Umsetzung der UN-Richtlinien, die ihn und eine Expertenrunde in den vergangen zwei Jahren beschäftigt habe. Ziel sei, Menschen mit Handicap die Teilhabe an allen gesellschaftlichen Bereichen, also Inklusion, zu ermöglichen. Insgesamt habe man 34 Maßnahmen und Erfordernisse für die Felder Bewusstseinsbildung, Mobilität/Wohne/Bauen, Arbeit, Bildung und Gesundheit/Kultur/Freizeit/Sport erarbeitet.

Wichtig sei jetzt vor allem, in der Bevölkerung Bewusstsein zu schaffen für die Notwendigkeit von Inklusion, erklärte Sedlmeier. Unter anderem müsse klar gemacht werden, dass Barrierefreiheit nicht nur Rollstuhlfahrer betreffe: „Das hilft alten Menschen mit Rollator genauso wie Müttern mit Kinderwägen.“

Für die Umsetzung in der Stadt möchte Sedlmeier eine Arbeitsgruppe installieren. Deren Mitglieder sollen sich die einzelnen Maßnahmen ansehen und erkunden, wie man sie abarbeiten kann. Dass das ein jahrelanger Weg sein werde, sei ihm spätestens seit dem zweijährigen Landkreis-Prozess klar geworden.

Als eines vom mehreren konkreten Dingen, die man vorrangig in Angriff nehmen sollte, nannte Sedlmeier die Übersetzung von Publikationen in Leichte Sprache. Darunter versteht man eine Sprache, die auch komplizierte Sachverhalte einfach darstellt und sie so auch für Menschen mit geistigen Behinderung oder für Migranten verständlich macht. Sein Wunsch wäre beispielsweise, dass auch die Presse eine Rubrik für Nachrichten in Leichter Sprache freihalte.

Die Expertenrunde des Landkreises hat Sedlmeier zufolge vorgeschlagen, dass auf Kreisebene eine Fachkraft eingestellt oder ausgebildet werde, die die Informationen in Leichte Sprache übersetzen kann. Es gäbe zwar Agenturen, die dies gegen Bezahlung machten. Aber die Wartezeiten seien hier derzeit enorm lang. Er habe selbst in Augsburg einen Kurs zum Erlernen der leichten Sprache absolviert, führte Sedlmeier weiter aus. Einfach sei es nicht gewesen.

OB Andreas Haas ergänzte, dass die Stadt dran sei, die geplante neue Homepage auch in leichter Sprache anzubieten. Aber wie dies genau geschehen, steht noch nicht fest.

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