Die Corona-Pandemie hat auch erhebliche Auswirkungen auf die Integrationsarbeit der Stadt Germering.
+
Die Corona-Pandemie hat auch erhebliche Auswirkungen auf die Integrationsarbeit der Stadt Germering.

Interkulturelle Woche 2021 fällt aus

Integrationsarbeit: Pandemie hat Folgen

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
    schließen

Die Corona-Pandemie hat auch erhebliche Auswirkungen auf die Integrationsarbeit der Stadt. Wie Manuel Leupold, Leiter der städtischen Fachstelle für Integration und Migration, in seinem aktuellen Newsletter schreibt, sind die langfristigen Konsequenzen noch nicht absehbar.

Germering – Klar ist laut Leupold schon jetzt, dass die interkulturelle Woche nächstes Jahr nicht stattfinden kann. Leupold: „Das Ziel, Personen gleich welcher Herkunft zusammenzubringen und die Kontakte untereinander zu forcieren, widerspricht dem zentralen Social-Distancing-Gebot und konterkariert damit den zentralen Gedanken einer interkulturellen Woche in Germering.“ Es gebe aktuell jedenfalls keine Planungssicherheit. Auch in den kommenden Wochen werde dies nur schwer umsetzbar sein.

Stand heute wird es Leupold zufolge auch nicht möglich sein, größere Veranstaltungen zu planen, da dies den aktuellen Bestimmungen zuwiderläuft und hierfür immer ein längerer Vorlauf eingeplant werden muss. Eine abgespeckte oder entzerrte interkulturelle Woche in Form von kleineren Veranstaltungen mit informativem und unterhaltendem Charakter über einen längeren Zeitraum hält Leupol aber für nicht ganz unmöglich.

Er meint damit unter anderem Ausstellungen und Auftritte von Künstlern. Zudem müsse man neue virtuelle Wege erkunden, um die Interkulturalität zu thematisieren und einem Publikum unter Wahrung der Corona-Bestimmungen zugänglich zu machen.

Die Stadt versucht Leupold zufolge allerdings, bereits initiierte Projekte weiter am Laufen zu halten, sofern dies rechtlich möglich ist. Einige andere Projekte müssten zurzeit aber auf Eis gelegt werden.

Zu den Vorhaben, die uneingeschränkt weitergeführt werden können, zählt der Integrationsbeauftragte unter anderem folgende: die Vermittlung von Praktikumsplätzen und Minijobs für Menschen mit Migrationshintergrund, die individuelle Unterstützung von Personen mit Migrationshintergrund in Problemlagen, die Beratung bei der Ausbildung und Hilfe bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen sowie das Aufrechterhalten der Dolmetscher- und Integrationslotsen. Eingeschränkt möglich sind mittlerweile wieder der Deutsch-Förderunterricht an den Schulen, die Treffs des Integrationsforums und die Arbeit der Asyl- und Kulturmittler.

Letztere ist allerdings stark eingeschränkt, weil die Vermittler die Flüchtlingsunterkünfte nicht betreten dürfen. Nicht möglich sind laut Leupold zurzeit das Durchführen eines Islam-Christentum-Workshops für Germeringer Schulen, das Projekt „Wir kochen und essen gemeinsam“ und das Lalelu-Projekt, das als Ziel das Knüpfen von sozialen Kontakten hat.

Die Sprach- und Integrationskurse können unter Beachtung von Abstandsregeln und Hygienestandards nach verschiedenen Modellen wieder durchgeführt werden. Möglich sind unter anderem Präsenzunterricht in größeren Räumen, virtuelle Klassenzimmer oder Präsenzunterricht mit zusätzlicher Livestream-Übertragung in einen zweiten Raum. Weil dem jeweiligen Träger der Angebote deswegen Mehrkosten entstehen, gibt es je Kurs eine sogenannte Pandemie-Zulage von 1500 Euro.

Mehr Nachrichten aus Germering lesen Sie hier.

Auch interessant

Kommentare