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Das Schulzentrum am Brucker Tulpenfeld platzt allen Nähten.

Schulpolitik

Interims-FOS soll nach Germering

Fürstenfeldbruck/Germering - Die interkommunale Lösung ist zumindest für den Moment gescheitert, jetzt wird improvisiert: Schon zum nächsten Schuljahr soll es in Germering eine Interims-FOS geben.

Vor dem Hintergrund der immer drängender werdenden Raumnot an der Brucker FOS/BOS schlägt Landrat Thomas Karmasin nach einer offenbar intensiven und multilateralen Verhandlungswoche jetzt eine Zwischenlösung vor. Demnach soll eine neue FOS zum Schuljahr 2017/2018 am Germeringer Carl-Spitzweg-Gymnasium entstehen und hier in den Folgejahren nach und nach erweitert werden. Der Kreisverwaltung schwebt vor, das erste Jahr nur Räume des Gymnasiums zu nutzen. Im Jahr darauf werde der Ganztags-Pavillon der benachbarten Realschule frei, der dann Platz für acht FOS-Klassen bieten soll. Die Realschule selbst kann dann einen fertig werdenden Erweiterungsbau nutzen.

Die Germeringer Interims-FOS soll auf bis zu 300 Schüler (aus dem Brucker Landkreis) anwachsen. Weitere Container-Bauten könnten daher auf dem Allwetterplatz des Gymnasiums entstehen oder auf einem angrenzenden Grundstück. Das könnte der Landkreis anmieten, wobei noch mehrere Alternativen zu prüfen sind. Das Kultusministerium hat bereits Zustimmung signalisiert – jetzt müssen die Kreispolitiker in ihrer Sitzung am Montag ab 15 Uhr über das Thema befinden.

Thomas Karmasin Der Landrat plädiert für die Interimslösung.

Vorangegangen waren Gespräche des Brucker Landkreises mit der Stadt München sowie den Landkreisen München, Starnberg und Dachau. Ergebnis: Der Traum vom Bau einer gemeinsam finanzierten FOS/BOS muss zumindest jetzt als geplatzt gelten. Die Stadt München verweist trotz des neu entstehenden Stadtviertels Freiham, das bei Germering an den Landkreis grenzt, auf die eigenen Schulbauten. Starnberg möchte seine eigene FOS/BOS in der Kreisstadt voranbringen und Dachau möchte ebenfalls seine eigenen Tätigkeiten in Sachen FOS/BOS nicht beeinträchtigen. Alleine der Landkreis München habe Interesse an einer Zusammenarbeit mit Bruck in der Stadt Germering bekundet, heißt es in den Unterlagen für den Kulturausschuss. Die Landeshauptstadt könnte theoretisch dereinst aber bei der Suche nach einem Grundstück für den Neubau hilfreich sein.

Über den Neubau einer komplett neuen FOS/BOS in Germering könne später entschieden werden, heißt es in den Unterlagen für den Kulturausschuss, wobei Beobachter davon ausgehen, dass die Installation einer Interims-FOS die Vorentscheidung in der Standort-Frage ganz generell ist.

Nach der Ansicht der Kreisverwaltung und Landrat Thomas Karmasin ist es nicht sinnvoll, die ebenfalls diskutierten Standorte Olching oder Eichenau weiter zu verfolgen – weder lang- und kurzfristig. Eichenau würde zu viele Schüler aus Bruck abziehen und Olching habe zu wenig Potenzial auch in Hinblick auf die schon existierende FOS in Langwied (München), werden hier als zentrale Argumente genannt. Olching hatte auch eine eigene Interims-Lösung angeboten – und zwar auf einer Fläche neben der Mittelschule, was die Kreisverwaltung wegen des nötigen Neubaus aber für unwirtschaftlich hält und was wegen der fehlenden langfristigen Perspektive prinzipiell nicht als sinnvoll angesehen wird.

Für den Standort Germering spricht die zu erwartende hohe Schülerzahl aus der Stadt selbst, aber auch aus dem nahen Umland wie etwa Puchheim. Dazu kommt, dass das Kultusministerium eine neue FOS im Westen Münchens für nötig hält, selbst wenn Starnberg die eigenen Pläne verwirklicht. Daher – so klingt es in dem Papier der Brucker Kreisverwaltung immer wieder durch – dürften möglicherweise doch noch einmal Gespräche über eine Zusammenarbeit Bruck/Starnberg am Standort Germering anzuberaumen sein. (st)

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