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Sind zufrieden: Frauke Stechow vom Asylhelferkreis übergibt einem irakischen Flüchtling eine Karte. Die wiederum stammt von einer 73-Jährigen, deren Geldbeutel der ehrliche Finder zurückgegeben hatte. 

Vor der Flüchtlings-Halle

Iraker gibt gefundenen Geldbeutel zurück

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Germering - Eine 73-Jährige verliert in der Nähe des Hallenbads ihren Geldbeutel. Und ein Flüchtling (42) findet ihn. Er lässt ihn der Besitzerin wieder zukommen. Am Ende passiert etwas, womit die wenigsten gerechnet hätten.

Schock: Der Geldbeutel ist weg. So ging es einer Germeringerin (73) vergangene Woche. Sie suchte überall, doch die Börse blieb verschwunden. Irgendwann findet sich die Frau damit ab und lässt ihre Bank-Karten sperren.

Zur gleichen Zeit nahe der Halle des Max-Born-Gymnasiums, wo seit 2015 Flüchtlinge untergebracht sind: Ein 42-jähriger Friseur aus dem Irak, der in der Halle lebt, schlendert mit seinen fünf Kindern über das Areal. Ihm fällt ein Gegenstand auf, der nahe des Hallenbads liegt. Er hebt ihn auf und stellt fest: Es ist ein Geldbeutel. Sofort geht er zum Security-Personal.

Dort arbeitet ein Mann, der seine Sprache beherrscht und übersetzen kann. Er erklärt den anderen Mitarbeitern, dass der Iraker die Börse – darin einige Scheine – gefunden hat. Ellenlange Zettel müssen ausgefüllt werden. Bürokratie eben. Dann gibt das Personal den Geldbeutel an Frauke Stechow vom Asylhelferkreis. „Der Mann wollte, dass ich die Börse so schnell wie möglich der Besitzerin bringe.“

Helferin fährt noch am Abend los

Also startet Stechow noch am Abend los. Nach ihrer Orchesterprobe fährt sie zu der Adresse, die sie auf dem Personalausweis gefunden hat. Es ist schon nach 20 Uhr, als die Germeringerin an der Türe klingelt. Eine ältere Dame öffnet. Stechow erklärt ihr Anliegen. „Als die Dame verstanden hatte, warum ich da bin, war sie völlig überwältigt“, erzählt die 51-Jährige. „Sie sagte: ,Ich bin so glücklich, ich kann heute Nacht bestimmt gar nicht schlafen vor Aufregung.’“ Dann schreibt die Dame eine Karte. Darin steht: „Vielen Dank. Ich wünsche Ihnen alles Gute.“ Adressiert ist diese an den 42-jährigen Iraker. Dazu legt die Frau einige Scheine. „Das war ihr ein Anliegen“, sagt Frauke Stechow.

Sie steckt den Umschlag ein. Am nächsten Morgen fährt sie zur Asyl-Unterkunft. Der Familienvater ist überrascht, als ihm Stechow die Karte übergibt. Er öffnet sie, die Scheine fallen ihm entgegen. Erst will er den Finderlohn nicht annehmen. Dann überwindet er sich und sagt: „Für die Familie.“ Doch eigentlich ist für ihn etwas anderes viel wertvoller: ein gutes Vorbild für seine Kinder zu sein.

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