Jetzt geht sie in Ruhestand

41 Jahre im selben Kindergarten

Germering - Im Jahr 1975 trat Monika Scholz ihre Stelle als Erzieherin im Kindergarten Don Bosco an, 1982 übernahm sie die Leitung der Einrichtung. Am heutigen Samstag wird die beliebte Pädagogin in den Ruhestand verabschiedet.

 41 Jahre lang wirkte Monika Scholz im katholischen Kindergarten an der Otto-Wagner-Straße. Die gebürtige Unterfränkin absolvierte ihre Ausbildung an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Rottenbuch, bei den Don-Bosco-Schwestern. „Der Name Don Bosco war für mich sehr positiv besetzt. Im Germeringer Kindergarten war eine Freundin von mir Leiterin und so kam ich hierher.“, erzählt die 63-Jährige.

 Mit viel Freude und Engagement begleitete sie unzählige Kinder vom dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt: „Diese Entwicklungsphasen waren mit vielen Erfolgserlebnissen, gegenseitigem Vertrauen und schönen Geschichten verbunden“, erinnert sie sich. Dabei war ihr, immer wichtig, die Interessen und Themen der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen, erklärt sie. Sie wollte den Lernrhythmus der Kinder berücksichtigen, sie nicht bevormunden und ihre Würde achten. „Anfangs war es oft anstrengend, allen Kindern gerecht zu werden, insbesondere bei den Vormittags- und Nachmittagsgruppen, wo man als Erzieherin insgesamt mit bis zu 45 Kindern und Eltern arbeitete.“

Als Scholz vor 34 Jahren die Leitung übernahm, musste sie einen Spagat bewältigen. Sie musste eine 25-köpfige Gruppe führen und gleichzeitig die Einrichtung mit 100 Kindern leiten. „Das wurde in den letzten Jahren einfacher, denn ich konnte die Gruppenleitung abgeben. Durch den veränderten Anstellungsschlüssel haben wir jetzt mehr Personal zur Verfügung, sodass individuelleres pädagogisches Handeln möglich ist“, erklärt die Erzieherin. Doch sie weiß auch: „Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt und nur mit viel Glück findet man gute Erzieherinnen oder Kinderpflegerinnen.“ Besonders gerne denkt sie an die „zwar arbeitsaufwändige, aber gute Zeit“, als das Team die Konzeption des Hauses neu erstellte und den Leitgedanken „Wir machen Kinder stark zum Leben“ prägte. „In 40 Jahren haben sich Lebensumstände und Bedürfnisse der Familien verändert und werden sich weiter verändern: Uns ist es wichtig, diese Bedürfnisse zu sehen und dementsprechend zu handeln“, betont Scholz. Eines aber ist gleich geblieben: „Eltern wollen nach wie vor nur das Beste für ihre Kinder.“

Der Kontakt sei heute allerdings offener und kooperativer, so Scholz weiter: „Nur in einem guten Zusammenspiel zwischen Eltern, Kindern und Betreuung kann Erziehung gelingen.“ Dem bevorstehenden Ruhestand sieht die 63-Jährige gelassen entgegen. „Für den wahren Lebenskünstler ist die schönste Zeit immer diejenige, die er gerade verbringt“, zitiert sie Orson Welles. Sie freut sich darauf, mehr Zeit im Garten zu verbringen und mit dem Wohnmobil die Welt zu erkunden. Und zar jetzt auch einmal außerhalb der Ferienzeiten. Um ihren Kindergarten braucht sie sich auch keine Sorgen machen: „Wir haben seit Jahren ein sehr beständiges Team, auf das ich mich immer zu 100 Prozent verlassen konnte.“ Die Arbeit habe immer Freude und Spaß gemacht. Sie ist sicher: „Der Kindergarten wird mit meiner Nachfolgerin Angelika Langosch und ihrer Stellvertreterin Andrea Lehner-Petry in kompetente Hände gelegt. (akk)

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