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Der Pilgerstab ist wieder angefügt und der Jakobsbrunnen trägt Osterschmuck. Dafür haben unter anderem (v.l.) Friedrich Drexler, Hannelore Biffar, Marianne Drexler und Hans Lang gesorgt. 

Germering

Der Jakobsbrunnen: Ein Stück Brauchtum, das Halt gibt

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Seit 15 Jahren kümmert sich der Förderverein für Heimatpflege Unterpfaffenhofen-Germering darum, dass der Jakobsbrunnen zu Ostern geschmückt wird. Auch heuer waren wieder viele fleißige Helfer daran beteiligt.

Germering – Die Temperaturen von fünf Grad lassen nicht darauf schließen, dass am Wochenende Osterfreude die Herzen erwärmen soll. Doch die Sonnenstrahlen lassen den aufkommenden Frühling ahnen. Auch Friedrich Drexler, Vorsitzender des Fördervereins für Heimatpflege, sieht eine gute Verbindung zwischen dem Aufblühen der Natur und der Pflege des Brauchtums. Allein die farbenprächtigen Eier seien so etwas wie ein Symbol: „Das vermittelt Frühling und wieder erwachtes Leben.“

Rund 1000 Stück der von Grundschülern im Laufe der Jahre bemalten Eier werden nun den Jakobsbrunnen nahe der Dorfkirche in Unterpfaffenhofen während der Osterzeit schmücken. Von den zarten Gebilden gingen manche zu Bruch oder würden beschädigt, so Drexler. Dann bestelle man gewissermaßen bei der Kleinfeldschule nach, so Drexler. Der Rest werde dann sorgfältig nebst den Girlanden übers restliche Jahr aufbewahrt.

Anders verhält sich das mit dem Pilgerstab des Heiligen, der bereits des öfteren Ziel blinder Zerstörungswut wurde – zuletzt im Oktober des vergangenen Jahres. Erst Anfang März war der Stab überraschend in einem Garten nahe des Brunnens wieder aufgetaucht. „Möglicherweise hat den Täter jetzt erst das schlechte Gewissen geplagt“, so Drexler, als er vor kurzem bei der Jahresversammlung den Mitgliedern von der guten Nachricht berichtete. Gleichwohl bedeutete das, dass der Verein alle Hebel und die Schlosserei Schröfl in Bewegung setzen musste, damit der Pilgerstab wieder rechtzeitig vor der Osterwoche angebracht war.

Unabhängig davon hatten 13 fleißige Helfer Girlanden und Eier zusammengefügt. „In drei Stunden waren wir damit fertig“, erzählt Drexler. Man habe aber schon fleißig anpacken müssen. Am kühlen Samstagmorgen ist das Schmücken des Osterbrunnens in knapp einer Stunde geschafft. Nur ein paar Mal wird ein wenig darum gefeilscht, an welchen Stellen die Pracht der bunten Eier noch nicht dicht genug ist. Nachgebessert ist dann aber sehr schnell. Und damit um den Jakobsbrunnen alles sauber aussieht, werden mit Besen und Schaufel herumliegende Blätter gründlich entfernt.

Auch Albert Bichler, der Ehrenvorsitzende des Fördervereins, ist mit dem Werk zufrieden. Er hatte vor über 20 Jahren die Idee zu diesem Brunnen gehabt und sich engagiert dafür eingesetzt. Dass der 2003 fertiggestellte Brunnen seit 15 Jahren geschmückt werde, sei ein gutes Beispiel für gepflegtes Brauchtum, so Bichler. „Gerade in einer global orientierten Welt, braucht es so ein Stück Heimat“, betonte Bichler. Das gebe den Menschen im hektischen Alltag Halt und einen Bezugspunkt in der eigenen unmittelbaren Umgebung.

Der Brauch des Osterbrunnens kommt ursprünglich aus der Fränkischen Schweiz. 2003 hatte der Förderverein ihn nach Germering gebracht und viele Nachahmer im Landkreis gefunden.

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