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Ein zünftiges Prost auf den neuen Tresen (v.r.): Daniel Vitt, Harald Heitmeir und Holger Dietz.

Brauerei weiht neuen Treffpunkt für Bierfreunde ein

Jetzt gibt’s Germeringer Bier an der Theke

  • vonHans Kürzl
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Schritt für Schritt geht es im Brauhaus Germering vorwärts. Nun weihten die elf Gesellschafter ein wichtiges Element ein, das zum Genuss eines guten Bieres dazu gehört: die Theke.

Germering – Deren Einweihung wird von den Brauern sinnigerweise „Thekentaufe“ genannt. Doch einen symbolischen Akt wie bei einer Schiffstaufe, wo feierlich eine Flasche am Rumpf des Schiffes zerschlagen wird, gab es nicht. „Dafür ist ein gutes Bier viel zu schade“, sagte Geschäftsführer Harald Heitmeir schmunzelnd. „Wir stoßen lieber darauf an, dass wieder etwas gelungen ist.“

Viele Germeringer folgten der Einladung, sich vom Fortschritt zu überzeugen und vom Sortiment des Brauhauses zu kosten. Schließlich soll die Theke als Ort des Genusses mit einbezogen werden, wenn das Brauhaus Seminare zu Bier und Braukunst abhalten wird. „Das schließt natürlich eine Verkostung mit ein“, kündigt Daniel Vitt als ein weiterer Geschäftsführer an. Und dazu brauche es passende Örtlichkeiten wie eine Theke.

Auf Seminare und Verkostungen wird man allerdings noch ein kleine Weile warten müssen. Etwa die Mitte des kommenden Jahres peilen die Geschäftsführer als zeitliche Marke an, um diese Idee umsetzen zu können. „Es muss sich entwickeln“, sagt Vitt und verweist darauf, dass jeder der elf Gesellschafter noch einen Hauptberuf habe.

Gleichzeitig feilen sie aber auch noch an dem Plan ihr Bier bio-zertifizieren zu lassen. Die Lieferkette muss nachgewiesen werden und auch auf Regionalität soll nach bestem Wissen und Gewissen geachtet werden, wie es Heitmeir ausdrückt. Das erfordert aber Flexibilität. Bio-Malz etwa, das den eigenen Qualitätsansprüchen genügt, ist in etwa doppelt so teuer wie herkömmliches. Der entsprechende Hopfen kommt aus der Oberpfalz. Bis Herbst 2020, so hoffen Heitmeir und Vitt, werde man alle Hürden gemeistert haben und die Werke der eigenen Braukunst mit dem Bio-Siegel versehen können.

Doch bei allen Plänen ist Voraussetzung, dass der Routinebetrieb funktioniert. Auch nehmen die Gesellschafter die Germeringer immer wieder mal ins Boot, damit sich die potentiellen Kunden von den Fortschritten überzeugen können. So erfuhren sie, dass die Anschlussarbeiten am Braukessel und den Fermentern weit fortgeschritten sind und der erste Sud kurz bevorsteht. Einen genauen Zeitpunkt dafür gibt es noch nicht.

Allerdings haben die Bierbrauer schon einen Tipp für die staade und genussvolle Adventszeit und ein „sehr wintergeprägtes Bier“ wie Heitmeir und Vitt sagen. Das India Pale Ale (IPA) weist einen stärkeren Alkoholgehalt und einen größeren Anteil an Hopfen auf – und es wird getragen von einer Legende. Heitmeir nutzt das gleich zu einer Art Spontanseminar: Britische Brauer hätten das Bier für die im vorletzten Jahrhundert in Indien stationierten Soldaten gebraut. „Weil es auf dem Transport dorthin genießbar bleiben sollte, wurden die Zutaten entsprechend zusammen gestellt.“ Der Gesellschafter verbindet das mit einem Hinweis auf das eigene Brauhaus: „Bei uns wird Braukunst Handwerk bleiben.“

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