Josef Hader begeisterte die über 1000 Besucher im restlos ausverkauften Orlandosaal der Stadthalle. 

In Germering

Josef Hader spielt sich wieder selbst und begeistert

„Hader spielt Hader“. Und zwar nicht zum ersten Mal. Der österreichische Schauspieler und Kabarettist Josef Hader ist mit diesem Programm seit Jahren unterwegs. 

Germering– Er baut die Inszenierung zwar jedes Mal um. lässt mal hier etwas weg und fügt da Neues hinzu. Aber im Wesentlichen kennt man die einzelnen Punkte, wenn man „Hader spielt Hader“ schon einmal – oder auch mehrfach – gesehen hat. Dass Josef Hader damit dennoch begeistert, spricht für ihn. „Hader spielt Hader“ ist so gut, dass man es immer wieder genießen kann. So auch am Freitag im restlos ausverkauften Orlandosaal der Stadthalle.

Josef Hader beherrscht es perfekt, das Publikum mit seinem bös-charmanten Schmäh zu verführen. Da wickelt er die Zuhörer plaudernd um den Finger, gibt scheinbar Privatestes preis und erzählt aus seinem Leben. Bei einer Aufzählung von pauschalen Vorurteilen, die er liebe, geht ihm das Publikum auf den Leim und johlt und klatscht politisch völlig unkorrekt bei folgenden Klischees, die Hader ihm hinwirft. Während bei „Deutschland – Hitler, Österreich – Beethoven“ noch genüsslich gelacht wird, ändert sich das bei „Franzosen: Wein saufen, keine Fremdsprachen, unfreundlich“.

Nur ab und zu geht Hader auch auf Aktuelles in der Politik ein. Wenn er nach einem absurden Diskurs über Erdbeerjoghurt, den es in dieser Menge nur geben könne, weil er mit künstlichem Aroma hergestellt werde, meint: In einer gemäßigten Diktatur ist das nicht möglich. In Österreich arbeite man dran.

Mit zu den schönsten Momenten des Abends gehört es, wenn Hader sich ans E-Piano setzt und singt – wobei „schön“ bei Hader immer auch etwas Unerwartetes oder Verstörendes hat. Text und Melodie bewegen sich bei ihm eigentlich immer extrem gegensätzlich. Die schönsten Töne werden von absurden oder bösen Texten unterwandert. Die den Abend beschließende Version des Tom Waits-Songs „In the Neighborhood“ als „In da Nachbarschaft“ ist dabei einer der vielen Höhepunkte des Abends. Auf der einen Seite hört man eine hymnische Melodie, die mit Disco-kugel lichtmäßig fast schon kitschig untermalt wird. Auf der anderen Seite beschreibt Hader im Text den Wiener Bezirk Ottakring derart direktmit den Zuständen in diesem sozialen Brennpunkt – „Im oidn Sexkino spuin jetzt die Serben an Jazz und da Taxler hat sich heimlich an Revolver verschafft“ – dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Die Besucher verlassen am Ende begeistert den Saal – und werden wieder kommen. 

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