Helmuth Pfeffer Ehrenvorsitzender desTC Kreuzlinger Forst

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Jubiläum in Tennis-Flaute

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Der Tennisclub TC Kreuzlinger Forst (TCK) feiert am Samstag, 22. Juli, sein 40-jähriges Bestehen. Ehrenvorsitzender Helmuth Pfeffer ist seit Anfang an dabei. Dem Merkur erzählt er von Höhen und Tiefen.

-Herr Pfeffer, der TC Kreuzlinger Forst wird 40 Jahre alt. Wie kam es zur Gründung?

Es gab damals ja in Germering schon seit fast 20 Jahren den TC Unitas. Der hatte seinen Schwerpunkt aber vor allem im Mannschaftssport. Wer nur Tennis spielen wollte, kam wegen des Trainings der Turnierspieler nicht so zum Zuge. Es haben sich deswegen zwölf Leute zusammengetan und ein Organisationskomitee gegründet. Ziel war, einen Tennisklub zu gründen, bei dem man tatsächlich Tennis spielen konnte. Im Januar 1977 haben dann 70 Interessierte im Schusterhäusl den TC Kreuzlinger Forst gegründet und eine Vorstandschaft gewählt.

- Gab es denn Mitte der 1970er-Jahre, also rund zehn Jahre vor der Glanzzeit von Boris Becker schon einen Tennis-Boom?

Ja, das kann man sagen. Damals wollten immer mehr Menschen Tennis spielen. In Alling gab es beispielsweise damals schon ein frei bespielbares Tenniszentrum. Und das war ständig ausgebucht. Es gab in jedem Fall einen Bedarf für Menschen, die in ihrer Freizeit Tennis spielen wollten.

-Wie sieht es denn zurzeit aus? Gibt es wegen der Erfolge von Angelique Kerber wieder so einen Boom?

Nein, von einem Boom kann man nicht reden. Es gibt zwar eine stabile Zahl an Mannschaften, aber die Anlagen sind alle nicht ausgebucht. Es gab einmal eine Zeit, da standen 600 Interessierte auf einer Warteliste, die Mitglied werden wollten. Im Jahr 2000 war die Liste auf 220 Namen geschrumpft. Ich habe damals gesagt, dass wir alle aufnehmen sollten, weil die Entwicklung weiter nach unten zeigte. 130 neue Mitglieder haben wir damals auf einen Schlag gewonnen. Derzeit hat der Verein 370 Mitglieder, zur Hochzeit waren es 650.

-Vor kurzem wurden die Tennishallen in der Schmiedstraße geschlossen. Der TC Kreuzlinger Forst hat die ja auch für das Wintertraining genutzt. Wie reagiert der Verein darauf?

Es gibt Stimmen im Klub, die eine eigene Halle bauen wollen. Und zwar auf einem Teil der jetzigen Anlage am Starnberger Weg. Ich bin da eher skeptisch. Ich glaube nicht, dass eine eigene Halle notwendig ist. Es gibt genügend Angebote im Umkreis, wie etwa in Puchheim, Alling oder Seefeld, die auch jetzt schon von unseren Mitgliedern genutzt werden. Das wirtschaftliche Abenteuer einer eigenen Halle wäre viel zu riskant. Man muss auch an die Folgekosten für Unterhalt und Personal denken. Außerdem würde man unsere schöne Anlage durch eine Halle nur verschandeln.

-Wie geht es mit Tennis weiter – bergauf oder bergab?

Ich glaube, das wir uns auf dem Stand von jetzt stabilisieren. Ein Problem, das wir bei uns feststellen, ist aber, dass sich immer weniger Mädchen für Tennis als Leistungssport interessieren. Die wollen zwar spielen, haben aber keine Lust auf den Turnierbetrieb mit den Spielen am Wochenende. Angelique Kerber hat da jetzt wenigstens einen kleinen Schub gebracht. Bei den Buben fehlt so eine Figur völlig. Hoffnung setze ich aber auf die Wiedereinführung des G 9-Gymnasiums. Das könnte auch dem Tennissport zugutekommen, wenn die Kinder wieder mehr Zeit haben.

So wird gefeiert

Das Jubiläumsfest startet um 16 Uhr mit einem großen Kinderprogramm. Um 19 Uhr beginnt der offizielle Teil mit einem Grußwort von OB Andreas Haas. Ab 21 Uhr gibt es Tanz und Musik.

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