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Lachen befreit (v.l.): Theresa, Mia, Marlene und Sophie hatten bei dem Theater- und Kunstprojekt der Volkshochschule viel Spaß.

Theater- und Kunstprojekt

Kinder auf Zauberreise durch die Stadt

Ein Theater- und Kunstprojekt speziell für Kinder ist von den jungen Teilnehmern begeistert angenommen worden. Das Angebot der Volkshochschule (VHS) wurde zum ersten Mal durchgeführt.

Germering – „Schade, dass es schon vorbei ist.“ Viel zu schnell ist die Zeit für Theresa, Mia, Marlene und Sophie verflogen. Eine Woche lang gingen sie auf eine Forschungs- und Entdeckungsreise und dann verwandelten sie das Erfahrene in Kunstobjekte und in ein Theaterstück, das sie aufführten – den vier Mädchen und all den anderen Kindern machte das so viel Freude, dass sie einen Satz zu ihrem Motto machten: „Ich wünsche mir Unendlichkeit.“

„Der Ring – ein Abenteuertheater“ war der Titel des Projekts. Und der Ring gilt als Symbol für die Unendlichkeit. Was ein Ring außerdem noch so alles mit sich bringt, haben die Mädchen und Buben unter anderem einen Tag lang in der Stadtbibliothek nachgeschlagen. Die war neben dem Rathaus, Standesamt, Stadtmuseum und der Ateliergruppe 27 Bestandteil des Projekts – alle mit Bezug zum Thema Ring. „Die Kinder sind durch die ganze Bibliothek gelaufen und haben alles mögliche kopiert“, berichtete Leiterin Christine Förster-Grüber. „Da war ordentlich Action“, erzählte sie. Ergebnis der Recherche: Der Ring ist außerdem noch ein Symbol für Liebe, Freundschaft und Zauberkraft. Der Wortteil kommt sogar im Stadtnamen vor, nämlich „Germe-Ring“.

Die gesammelten Eindrücke wurden am letzten Tag in Szene gesetzt. In jedem der Werk- und Probenräume der VHS gaben die Kinder in kurzen Szenen ihre Gedanken zum „Ring“ zum Besten. Im Eingangsbereich schloss sich der Kreis der Aufführung.

Über den Erfolg des Abenteuertheaters haben sich Kunstdozentin Katharina Hernes, die auch an der Wittelsbacher Schule arbeitet, sowie die Theater- und Opernregisseurin Diana Keller-Metje gefreut. „Wir nehmen die Kinder wie Profis in das Projekt auf.“ Ihre Gedanken, Ideen und Wünsche würden respektiert. „Dass die aber nur mit Teamgeist erfüllt werden können, lernen sie dabei auch.“ Das sei kein Problem gewesen. Obwohl sich die wenigsten der Zehn- bis Zwölfjährigen vorher gekannt haben, sei die Gruppe nach einer halben Woche immer besser zusammen gewachsen.

Sorgfältig hat Keller-Metje darauf geachtet, dass sich die Kinder in vertrauten Bereichen dem Thema nähern. Ein Trick, den die Regisseurin ebenfalls anwendet wenn sie in Schulen geht, wo die Freiwilligkeit und damit die Begeisterung mitunter nicht ganz so hoch ist. „Wenn man von einem Universum aus Süßigkeiten oder einer bunten Blumenwiese spricht, kann sich jeder etwas vorstellen“, erklärt Keller-Metje. Sie gehe aber nie mit festgelegten Textstücken an die Arbeit. „Bei Kindern entwickelt sich das immer wieder neu.“

Für Theresa, Mia, Marlene und Sophie war das mit den Süßigkeiten weniger entscheidend. „Es war toll, dass wir auch so viel nachgeforscht haben“, fand Sophie die Besuche bei den verschiedenen Einrichtungen in der Stadt interessant. Wie sich Theater entwickelt, fanden Mia und Marlene spannend. „Da denkt man schon mal dran, wie schwierig Sachen im Kino entstehen“, sagen sie. Ein Traumberuf sei’s wohl nicht, beim Film zu arbeiten. Daher hat sich Theresa lieber für die Schmucksteine begeistert, die in der Künstlerwerkstatt von Brian Whitehead geformt wurden. Für den zehnjährigen Len war das Gesamtpaket perfekt. „Alles cool“, sagt er und hebt die Daumen.

VHS-Leiterin Evi Seidel sprach von einem Kulturprojekt, „das im Wohlfühlkontext entstanden ist“. Zum ersten Mal sei das im Landkreis der Fall gewesen. Marlenes Vater Jürgen Henkel war wie die anderen Eltern ebenfalls angetan. „Meine Tochter war begeistert“, erzählte er und fügte noch an: „Nächstes Jahr gern wieder.“ (hk)

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