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Eine Kita.

In Germering

Kinderbetreuung: Plätze weiter Mangelware

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Die Lage im Kinderbetreuungssektor hat sich wieder zugespitzt. Aktuell haben die Eltern von 106 anspruchsberechtigten Mädchen und Buben keinen Platz in einer Krippe gefunden – dass sie eigentlich einen Anspruch darauf haben, nützt den Betroffenen wenig. Bei den Kindergärten gehen 75 junge Germeringer leer aus.

Germering – Martin Rattenberger, Leiter des städtischen Jugend- und Sozialamts, präsentierte im Sozialausschuss die Zahlen über die Versorgungssituation in den örtlichen Kinderhäuser. Sie waren auf den ersten Blick ähnlich besorgniserregend wie jedes Jahr. Allerdings gibt es dieses Mal einige entscheidende Unterschiede.

Die Lage bei den älteren Kindergartenkindern

Vor allem bei den älteren Kindergartenkindern ist die Situation eine ganz Neue. Zum ersten Mal stehen der Stadt zum neuen Schuljahr mehr als 1300 Plätze zur Verfügung. Rein zahlenmäßig hätten damit die neu angemeldeten 476 Kinder alle untergebracht werden können – zumal 52 nach dem Stichtag geboren sind und somit noch keinen Anspruch haben.

Dass dennoch 75 kleine Germeringer, die älter als drei Jahre sind, nicht unterkommen, liegt nicht an fehlenden Räumen, sondern am fehlenden Personal. Zum ersten Mal seit Jahren müsse man sich nicht auf die Suche nach Grundstücken für neue Plätze machen, so Rattenberger.

Hoffnung auf Entspannung bis September

Das Thema fehlendes Personal betreffe ausschließlich die freien Träger von Kindertagesstätten, erklärte Amtsleiter Ratenberg weiter. Die städtischen Einrichtungen hätten derzeit kein Problem. Er führe deswegen laufend Gespräche mit den kirchlichen und privaten Betreibern und habe auch schon erste Erfolge erzielt. Mehr als zehn Familien könnten wohl in den nächsten Wochen mit einer Zusage rechnen. Für alle anderen könne man nur hoffen, dass sich die Lage bis September entspannt.

Bei den Krippenplätzen für die Ein- bis Dreijährigen sieht die Lage etwas anders aus. Die fehlenden 106 Plätze stehen schlicht und einfach räumlich nicht zur Verfügung. Aber hier erwartet Ratenberger Entspannung mit dem neuen Kinderhaus von Denk mit zwei zusätzlichen Gruppen. Im neuen Kinderhaus St. Nikolaus steht im September eine weitere Gruppe zur Verfügung. Andererseits ist Rattenberger zufolge ein neuer Trend zu spüren: Die Anmeldungen im Krippenbereich gehen zurück.

Ein großes Problem: Die Landeshauptstadt

Die Personalsituation bei der Kinderbetreuung hat sich zugespitzt, obwohl die Stadt laut Rattenberger seit Jahren gemeinsam trägerübergreifend Arbeitsplatz-Zulagen und Zuschüsse zahlt und sich um Wohnraum für die Erzieherinnen bemüht. Ein großes Probleme sei dabei die Landeshauptstadt. „München baut einen riesigen Bedarf auf“, so Rettenberger. Man müsse sich nur einmal die Zahl der geplanten Betreuungsplätze für Freiham ansehen.

Ein zusätzliches Problem erwartet der Sozialamtschef, wenn wie vom Freistaat geplant eine allgemeine Nachmittagsbetreuung an Grundschulen eingeführt wird: „Auch das wird Fachkräfte kosten.“

Anwerbung von Fachkräften schwierig

Kindergartenreferentin EIke Höpper (SPD) sah angesichts der Entwicklung eher schwarz: „Das Personal macht mir Sorgen. Das wird sich in den nächsten zehn bis 20 Jahren nicht lösen lassen.“ Die Stadt müsse sich möglicherweise überlegen, vor Ort Ausbildungs-Einrichtung für Erzieherinnen anzubieten. Das werde teilweise schon praktiziert, antwortete ihr OB Andreas Haas.

Die Möglichkeiten der Anwerbung von Fachkräfte wird ebenfalls geprüft. Ein Problem ist allerdings, dass sich die Lage in Ländern wie Ungarn mittlerweile ähnlich entwickelt hat wie in Deutschland. Dies habe er beim jüngsten Besuch der Stadt in der Partnerstadt Balatonfüred erfahren, erklärte OB Haas. Ein weiteres Problem sei dann der Wohnungsmarkt, ergänzte Eike Höppner. Sie wisse vom Fall einer sehr gut deutsch sprechenden Fachkraft aus Albanien, die nach Germering kommen wollte, aber keine Wohnung für sich und ihre Familie gefunden habe.

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