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Klaus Bichlmayer (ökumenischer Rat Aubing) vor der Heilig-Kreuz-Kirche, Gut Freiham: Es ist kein Friedhof für das neue Wohngebiet Freiham geplant. 

Blick zu den Nachbarn

Kirchen fordern Friedhof für Freiham

In unmittelbarer Nachbarschaft zu Germering entsteht in Freiham-Nord ein neuer Münchner Stadtteil mit rund 25 000 Einwohnern. Freiham hat die Größe einer Kleinstadt mit großem Schulcampus, Geschäftszentrum und Parkanlagen. Doch ein eigener Friedhof steht nicht auf dem Plan.

Freiham – „Wir sind bestürzt über die Pläne der Stadt, dort keinen eigenen Friedhof zu bauen“, sagt Klaus Bichlmayer. Der Aubinger vertritt derzeit den Ökumenischen Rat, in dem sich sieben evangelische und katholische Kirchen im 22. Stadtbezirk zusammengefunden haben. Nun hat sich der Rat mit einem Schreiben an die Stadt München, an die Fraktionen im Stadtrat und an das Erzbistum München und Freising gewandt, hier Abhilfe zu schaffen.

Eine Siedlung in der Größe einer Kleinstadt zu planen und zu bauen, ohne am Ort einen würdigen Platz für die Toten vorzusehen, dürfte in Bayern beispiellos sein, heißt es in dem Schreiben. Auch wenn Freiham erst nach und nach die geplante Größe erreiche, sollten die Stadtplaner jetzt schon einen eigenen Gottesacker für den neuen Stadtteil berücksichtigen. In Puchheim, wo etwa so viele Menschen wie künftig in Freiham lebten, stünden sogar drei Friedhöfe zur Auswahl, sagt Bichlmayer.

Mit der Entstehung des neuen Stadtteils werde der Bedarf an Grabstätten zwar zunehmen, heißt es dazu im Planungsreferat. Das sei mit der im ersten Realisierungsabschnitt für Freiham-Nord geplanten Erweiterung des Aubinger Friedhofs aber berücksichtigt worden. Dieser Friedhof werde dann künftig den Bedarf auch für den neuen Ortsteil Freiham decken können.

Generell, so Alois Maderspacher vom Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU), kommt ein Stadtratsbeschluss von 2011 zum Tragen. Demnach stünden für den neuen Stadtteil Freiham ausreichende Friedhofsplätze an den Stätten in Pasing, Ober- und Untermenzing sowie dem Westfriedhof bereit. Erst wer 20 Jahre in Freiham gewohnt habe, könne in Aubing beerdigt werden.

Drastische Worte findet dafür der Ökumenische Rat: Verstorbene würden dann „wie ausrangierte Ware auf verschiedene Friedhöfe verteilt“. Eindringlich gefordert wird auch eine Aussegnungshalle oder ein Andachtsraum. Dies zumindest ist ein Wunsch, dem das Erzbistum München-Freising nachkommen wird. Dieses plane nicht nur den Bau einer Grundschule mit Kindergarten, sondern auch einen Andachtsraum in Freiham Nord, der auch öffentlich genutzt werden könne, sagt Sprecherin Bettina Göbner.

Auch die Heilig-Kreuz Kirche in Freiham sei ein Ort, der mehr belebt werden solle. Darüber würden sich die Pfarrei und die Edith-Haberland-Wagner Stiftung, die das Gut erworben hat, momentan noch austauschen, so Göbner. Bislang finden in der kleinen Kapelle nur vereinzelt Gottesdienste statt. Der nächste ist am Sonntag, 25. Dezember, um 11 Uhr geplant. Monika wehrl-Herr

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