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Die Münchner Höhlenkundler sind in den Unterwelten in ganz Europa zuhause – dieses Bild zeigt drei Mitglieder bei der Überquerung eines Höhlensees in den Postojna-Grotten in Slowenien. 

Münchner Verein in Germering

Kirchenasyl für die Höhlenforscher

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Der Verein für Höhlenkunde München (VHM) blickt auf eine stolze Geschichte zurück. Dennoch fehlt dem VHM derzeit eine Unterkunft für sein Vereinsheim. Auf ihrer Suche nach einer neuen Heimat sind die „Schachtis“, wie sie sich selbst nennen, derzeit in Germering untergekommen.

Germering– Seit der Gründung im Jahr 1954 haben die Münchner Höhlenkundler wichtige Forschungsbeiträge geleistet. „Alleine im letzten Jahr entdeckten unsere Leute zwei Kilometer Neuland,“ erzählt Sprecher Christian Brack. Er und seine Frau Gisela, sie ist Dritte Vorsitzende und Schatzmeisterin, leben seit 50 Jahren in Germering. „Dazu sind die Forscher teils tagelang in Höhlen unterwegs oder kampieren in Zelten im verschneiten Gebirge. Unser Toni Müller läuft mit Kameraden jedes Jahr von St. Bartholomä am Königssee fünf Stunden zur Eiskapelle und bleibt dort über zwei Wochen im Biwak.“ Die Eismessungen der Forscher helfen unter anderem, den Klimawandel und dessen Auswirkungen besser zu verstehen.

Auch die vom Verein herausgegebene Zeitschrift „Der Schlaz“ ist ist ein respektiertes Werk. Neben Berichten über Höhlentouren finden sich in dem nach der typischen Schutzkleidung eines Höhlenforschers benannten Magazin auch wissenschaftliche Artikel. „Viele Beiträge werden speziell für den Schlaz geschrieben“, erklärt Christian Brack. „Als der dem Verein eng verbundene Stefan Zaenker, Deutschlands Fachmann für höhlenbewohnende Tiere, eine neue Tierart entdeckte, war das zuerst im Schlaz zu lesen.“

Von ihren Erlebnissen berichten die Höhlenkundler auf kostenlosen Vorträgen, bei denen auch wissenschaftliche Erkenntnisse zur Sprache kommen. Interessierte können bei diesen Veranstaltungen Kontakte knüpfen und einen Einstieg in die Kletterwelt finden.

Übungen in Kletterhallen und im Grünen bieten Interessierten die Gelegenheit, Grundlagen der Technik zu erlernen. Damit sich Neulinge nicht die gesamte teure Ausrüstung selbst kaufen müssen, greift ihnen der Verein gerne unter die Arme. Gisela Brack erklärt: „Der Verein leiht Einsteigern gerne alles, was sie brauchen.“ Auch die Bibliothek des Vereins, deren Bücher zusammen über 2,5 Tonnen wiegen, ist bei Treffen öffentlich zugänglich. Alle Werke können ausgeliehen werden.

Früher organisierte Christian Brack Höhlentouren für Kinder im Rahmen des Germeringer Sommerferien-Programms. Dieses Projekt liegt derzeit auf Eis. „Das Höhlenklettern ist zwar sicherer als Fliegen“, erklärt Gisela Brack. „Aber es ist auch ein sehr seltenes Hobby. Den meisten Versicherungen gibt es zu wenig Statistiken für eine Risikoanalyse. Deswegen weigern sie sich.“ In Zukunft könnte es aber wieder Angebote für Kinder geben. „Wir arbeiten an einer Lösung,“ sagt Gisela Brack. (mas)

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