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Klassenfahrten werden für Lehrer teurer

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Die Lehrer der Kerschensteiner Schule müssen die Kosten für Abschlussfahrten größtenteils selbst bezahlen. Grund: Die Schule muss sich heuer im Gegensatz zu den Vorjahren streng an das vorgegebene Budget des Schulamtes halten.

Germering

Die Klassenelternsprecher der Kerschensteiner Mittelschule schlagen Alarm. Grund: Die Finanzierung der in Kürze anstehenden Studienfahrten der 9. Klassen nach London, die anstelle der Abschlussfahrten durchgeführt werden, steht auf wackligen Beinen. Im März sei mitgeteilt worden, dass der Reisekostenetat der Mittelschulen für mitfahrende Betreuungslehrer drastisch gekürzt wird. Da war die Reise nach London aber schon längst gebucht, wie Barbara Görlach und Diana Brunn mitteilen. Um die Kosten so gering wie möglich zu halten, habe man dies so früh wie möglich gemacht, nämlich schon im vergangenen Oktober.

Nach der Etatkürzung stehen der Schule fürFahrten insgesamt nur noch 1050 Euro zur Verfügung. Jeder der sechs mitfahrenden Lehrer der drei Abschlussklassen kann dann nur mit einem Zuschuss in Höhe von 175 Euro rechnen. Görlach: „Mit diesem Betrag kommt man wahrscheinlich nicht einmal bis Oberammergau.“

Besonders ärgerlich ist diese Kürzung aus Sicht einer Lehrerin der Schule für einen mitfahrenden Jung-Fachlehrer. Der könne sich das eigentlich gar nicht leisten, meint seine Kollegin. Die Eltern sehen sich in diesem Zusammenhang in ihrer Einschätzung bestätigt, dass der mittlere Abschluss an den Hauptschulen weniger Wert sei als der an Realschulen.

Die Regierung von Oberbayern weist dies zurück. Es gebe keine generelle Schlechterstellung der Mittelschulen gegenüber den Realschulen, sondern lediglich einen systematischen Unterschied. Bei Mittelschulen werde der Reisekostenetat von den Schulleitungen des Landkreises gemeinsam mit dem staatlichen Schulamt ausgehandelt. Bei den Realschulen gibt es diese Zwischenebene der Schulämter nicht. Jeder einzelnen Realschule wird ein eigenes Budget zugeteilt.

Wie Regierungssprecher Martin Nell weiter erklärt, habe es allerdings entgegen der Elterndarstellung aktuell keine Kürzung bei den Reisekosten für Lehrer gegeben. Der Landkreis Fürstenfeldbruck habe stattdessen in den vergangenen beiden Jahren sogar jeweils zusätzliche Mittel erhalten, um die Reisekosten der Lehrkräfte für die von den Schulleitungen genehmigten Fahrten zu begleichen. Im Jahr 2015 seien die Mittel um immerhin 40 Prozent aufgestockt worden, im Jahr 2016 dann noch einmal, allerdings nur noch um elf Prozent. Möglicherweise, so Martin Nell, wird die verringerte zusätzliche Ausgleichszuweisung als Kürzung wahrgenommen.

Bettina Betz vom Staatlichen Schulamt Fürstenfeldbruck sieht dies ebenso. Fakt sei, dass die Reisekostenzuschüsse nicht gekürzt worden seien. Es habe allerdings in der Vergangenheit immer wieder Schulen gegeben, die den vom Schulamt zugewiesenen Etat ausgereizt oder überschritten hätten. Dazu gehöre auch die Kerschensteiner Schule. Man habe alle Schulleitungen deswegen rechtzeitig darauf hingewiesen, die Budgets bitte einzuhalten.

Das Schulamt sei dabei keineswegs der Ansicht, dass die Lehrer sich selbst an den Kosten beteiligen müssten. Die Schulen seien aber aufgefordert, über andere Finanzierungsformen nachzudenken und beispielsweise auch Sponsoren zu suchen. Sollte das Budget nicht reichen, müssten die Schulen sich auch überlegen, ob die Zahl und die Art der geplanten Studienfahrten tatsächlich möglich ist.

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