Präsentierten die neue Klassik-Reihe : Stadthallenleiterin Medea Schmitt (l.) und Mitarbeiterin Katharina Montag.

In Germering

Klassische Musik lockt wieder mehr Besucher an

Allen Unkenrufen zum Trotz: Klassische Musik boomt. Das spürt auch die Stadthalle, die mit ihrer Klassik-Abo-Reihe in die siebte Saison startet. „Es läuft sehr gut“, sagte Leiterin Medea Schmitt bei der Vorstellung des neuen Programms.

Germering –  Als die Stadthalle vor sieben Jahren die Klassikreihe ins Leben rief, wurden 330 Abonnements verkauft. Mittlerweile sind es rund 450. Leiterin Medea Schmitt konnte deswegen bei der Präsentation der neuen Reihe, die im Oktober beginnt, gut gelaunt verkünden: „Klassik ist bei uns kein Minus-Geschäft.“

Dies ist umso bemerkenswerter, wenn man den umkämpften Klassikmarkt der Landeshauptstadt im Auge hat, erklärte Schmitt: „In München macht jeder Veranstalter Klassik.“ Es werde deswegen immer schwieriger, gute Solisten oder Ensembles zu buchen: Wenn die zeitnah auch in München spielen, müssen sie so genannte Ausschlussverträge unterschreiben. Sprich: Innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens dürfen sie im Umkreis von 100 Kilometer kein weiteres Engagement annehmen. Dass Germering dennoch immer wieder hörenswerte Künstler verpflichten kann, liegt Schmitt zufolge auch am guten Ruf, den die Stadthalle mittlerweile hat. Sehr wichtig sei dabei auch die allseits gelobte Akustik des Orlandosaals.

Bei der neuen Klassikreihe gibt es wieder fünf Konzerte, die zusammen als Abo zwischen 85 und 125 Euro kosten. Auch dies erklärt Schmitt zufolge den Erfolg der Reihe: „Das ist im Vergleich zu München unschlagbar günstig.“ Los geht’s am 19. Oktober mit dem britischen Cellisten Steven Isselris. Gemeinsam mit der Kammerakademie Potsdam spielt er unter anderem Werke von Haydn und Boccherini.

Das Auftaktkonzert zeigt dabei auch wichtige Merkmale der Abo-Reihe auf: Einerseits werden Solisten mit unterschiedlichsten Instrumenten präsentiert. Andererseits sollen möglichst Werke von Komponisten gespielt werden, für die keine Gema-Gebühren mehr anfallen – die Frist endet hier in der Regel 70 Jahre nach dem Tod des Komponisten.

Das zweite Konzert der Reihe wird von der Klarinettistin Sabine Meyer bestritten. Sie war 1983 eine der ersten weiblichen Solistinnen bei den damals von Herbert von Karajan geleiteten Berliner Philharmonikern. In der Stadthalle spielt sie mit einem Quintett aus musikalischen Freunden, unter denen der Pianist Martin Helmchen der namhafteste ist, Werke von Mozart, Schumann und Beethoven.

Im Januar gastiert der ungarische Solo-Trompeter Gábor Boldoczki mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim. Im März stehen mit dem Minguet Quartett vier Streicher auf der Bühne des Orlandosaals. Und im Juli nächsten Jahres beendet das Klavierduo Yaara Tal und Andreas Groethuysen die neue Abo-Reihe. Die israelische Pianistin und ihr deutscher Partner zählen zu den weltweit bedeutendsten Duos. Sie haben schon fünfmal den Echo Klassik gewonnen.

In der Stadthalle werden immer mehr hochkarätige Musical-Produktionen angeboten. Es handelt sich laut Leiterin Medea Schmitt meist um Inszenierungen, die auch in München auf dem Spielplan stehen – allerdings laufen sie dort im deutschen Theater in der Regel zwei Wochen lang und kosten deutlich mehr Eintritt. Um das neue Angebot bekannter zu machen, hat die Stadthalle jetzt einen eigenen Flyer herausgebracht. Schmitt stellte ihn bei der Präsentation der nächsten Klassikreihe vor. Sieben Produktionen werden in dem farbigen Faltblatt vorgestellt. Das reicht von „A Tribute to the Blues Brothers“ über „Footloose“ und „Merci, Udo Jürgen“ bis hin zu einem Musical im Gedenken an Michael Jackson. „Black or White“ kommt im November auf die Bühnen – zwei Monate nachdem der legendäre Sänger 60 Jahre alt geworden wäre. In dem Flyer wird auch auf eine Zaubershow hingewiesen, die laut Schmitt ganz gut zum Angebot passt: Im November gastieren die in Las Vegas gefeierten Brüder Gernot und Wolfram Bohnenberger

Vorverkauf

Der Vorverkauf für die Konzerte der neuen Saison startet an diesem Samstag. Die Karten gibt es beim SW-Kartenservice, Landsberger Straße 43, unter der Telefonnummer (089) 8 94 90 15 und bei allen Verkaufsstellen von München Ticket, (089) 54 81 81 81. Hier können auch die Abos bestellt werden.

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