Tragischer Frontalunfall auf der Ortsumfahrung fordert zweites Todesopfer

Tragischer Frontalunfall auf der Ortsumfahrung fordert zweites Todesopfer
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Ein großer Aufkleber auf der Motorhaube weist auf das neue Einsatzgebiet der Germeringer Polizei hin.

Germering Gröbenzell

Kleine Polizeireform: Jetzt wird’s ernst

Die Vorbereitungen laufen seit über einem Jahr, jetzt werden die Pläne in die Tat umgesetzt. Ab Freitag ist die Gröbenzeller Polizeiinspektion Geschichte. 

Germering – Den Großteil ihres Zuständigkeitsgebietes übernehmen die Beamten aus Germering. Sie sind ab 1. März für knapp 100 000 Menschen zuständig.

Jeder soll wissen, wer jetzt das Sagen hat auf den Straßen. Wenn die Streifenwagen der Germeringer Polizei am Freitag erstmals ihr angestammtes Revier in Richtung Puchheim und Eichenau verlassen, weist ein großer Aufkleber auf der Motorhaube darauf hin, dass die Bürger auch in diesen Kommunen ab sofort von der Germeringer Polizei beschützt werden. Merken sollen sie davon freilich nichts. Wie so vieles bei der Polizei läuft die große Umstrukturierung größtenteils im Hintergrund ab. Und dort wird seit über einem Jahr auf den 1. März hingearbeitet.

An Landkreisgrenzen angepasst

Grund für die große Veränderung ist die so genannte kleine Polizeireform. Sie besagt, dass die Zuständigkeiten der einzelnen Wachen an die Landkreisgrenzen angepasst werden sollen. In diesem zusammenhang wird auch die Inspektion in Gröbenzell aufgelöst. Deren Gebäude entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Der Ort Gröbenzell wird künftig von der Olchinger Polizei betreut. Die gibt dafür Eichenau an die Germeringer Kollegen ab. Puchheim, das bisher zum Inspektionsbereich Gröbenzell gehörte, wandert ebenfalls in die Zuständigkeit von Germering. Diese Inspektion soll dafür Gilching im Landkreis Starnberg abgeben. Das dauert allerdings noch eine Weile. Denn Voraussetzung dafür ist der Neubau der Inspektion in Gauting, die Gilching übernehmen soll.

Größeres Einsatzgebiet

Für Germeringer Ordnungshüter ist das neue Einsatzgebiet eine große Herausforderung. „Ende 2017 haben wir mit den Planungen begonnen“, erklärt Inspektionsleiter Jürgen Dreiocker. Denn einfach so ein paar Streifenwagen an den Gröben- oder Starzelbach schicken – das funktioniere nicht. Um das neue Revier kennenzulernen, haben sich die Beamten eines bewährten Mittels aus der Schule bedient – dem Austausch. So haben mehrere Polizisten aus Germering im vergangenen halben Jahr Dienst bei der Gröbenzeller Polizei geschoben. Hilfreich wird sicher auch sein, dass rund zwei Drittel der Beamten aus Gröbenzell künftig in Germering ihren Dienst verrichten.

Brennpunkte am Gröbenbach

Was auf das erweiterte Team zukommen wird, das hat die Germeringer Polizei bereits berechnet. Waren es bisher um die 2000 Straftaten im Jahr, werden sie es bald mit rund 3300 zu tun haben. Die Zahl der Anzeigen steigt der Statistik zufolge von 5000 auf über 8000. „Puchheim treibt die Zahl weit mehr nach oben als Eichenau“, erklärt der stellvertretende Inspektionsleiter Andreas Ruch. Deshalb werden die Beamten auf die Brennpunkte der Stadt am Gröbenbach ein besonderes Auge haben.

Mehr Leute auf die Straße

Dazu will die Germeringer Polizei mehr Präsenz als bisher zeigen. „Wir werden noch mehr Kollegen auf die Straße bekommen“, sagt Jürgen Dreiocker. Möglich sei das auch, weil eine größere Inspektion effektiver arbeiten könne. Auch deshalb brauche niemand Angst haben, dass es jetzt länger dauere, bis die Polizei vor Ort ist. „Wir müssen nicht jedes Mal von Germering losfahren“, sagt Dreiocker. Streifen seien ständig unterwegs. So könnten die Helfer innerhalb weniger Minuten auch im hintersten Winkel von Puchheim sein.

Wie viele Polizisten künftig an der Germeringer Waldstraße Dienst schieben, darüber reden sie nicht gerne bei der Polizei. Andreas Ruch verrät nur: „Wir haben jetzt jeden Zentimeter ausgenutzt. So wurden etwa Lagerräume in Büros umgewandelt und die Kollegen müssen enger zusammenrücken. Auch deshalb sind die Polizei-Chefs froh, dass sie ein sehr junges Team haben. Denn das ist auch bei der Polizei so: Junge Menschen nehmen Veränderungen leichter an als ältere Semester.

Jetzt warten an der Waldstraße alle gespannt auf ihre neuen Aufgaben. Und zu denen wird auch gehören, sich bei den Menschen vorzustellen. Dafür haben sie sich einen eigenen Stand zugelegt, um etwa bei Marktsonntagen Werbung in eigener Sache zu machen. Schließlich soll jeder wissen, von wem er jetzt beschützt wird.

Noch keine Zeit für Sentimentales: Die Gröbenzeller Polizeiwache kurz vor ihrer Auflösung

Kisten schleppen heißt es auch für Inspektionsleiter Karlheinz Pangerl

Der Kapitän geht als letzter von Bord. Was in der Seefahrt gilt, will auch der scheidende Gröbenzeller Polizeichef Karlheinz Pangerl beherzigen. Am morgigen Donnerstag, dem letzten Tag der Wache in Gröbenzell und gleichzeitig Pangerls letzter Arbeitstag vor dem Ruhestand, bleibt der Inspektionsleiter bis Mitternacht. „Ich setze dann symbolisch den letzten Funkspruch ab“, sagt er.

 Was er darin mitteilen wird, weiß der langjährige Inspektionsleiter aber noch nicht. Zu groß ist der Stress in seinen letzten Stunden als Ober-Ordnungshüter. Denn zu tun gibt es viel, kurz bevor eine komplette Dienststelle aufgelöst wird. Vor allem mit den Akten haben Pangerl und seine Mitarbeiter viel zu tun. Ein Teil wird vernichtet, der Rest wird auf die Dienststellen in Olching und Germering verteilt, die künftig die Aufgaben der Gröbenzeller übernehmen.  Vor allem brisante Unterlagen wie Anzeigen oder sicherheitsrelevante Daten, wie Grundrisse von Schulen, transportieren die Beamten persönlich. 

Bei all der Arbeit bleibt wenig Raum für Sentimentalitäten. „Das kommt dann am Donnerstagabend“, sagt Pangerl. Doch bei dem langjährigen Polizeichef überwiegt ganz klar die Vorfreude auf den Ruhestand und die viele Zeit die er dann für Familie und Hobbys hat. Vor allem dem Sport will sich Karlheinz Pangerl verstärkt widmen. Das Ziel: Ein Halbmarathon. Aber auch die Modelleisenbahn wird sich dann gesteigerter Aufmerksamkeit erfreuen dürfen – und natürlich der Garten. (Tobias Gehre) 

Eine immer wieder aktualisierte Übersicht über polizeirelevante Ereignisse in der Region finden Sie im Blaulichtticker.

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