Die Linke will in den Stadtrat. 

Kommunalwahl Germering

Premiere: Die Linke will in den Stadtrat

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Die Linke tritt erstmals bei einer Kommunalwahl in Germering mit einer eigenen Liste an. Der Wahlvorschlag wurde gestern fristgemäß bei Wahlleiter Jochen Franz im Rathaus abgeben.

Germering – CSU, SPD, Grüne, FDP, Freie Wähler (FWG) und ÖDP haben schon zum Ende des vergangen Jahres ihre Wahllisten eingereicht. Die einzige Überraschung bis dato war, dass die Unabhängige Bürgergemeinschaft (UBG) nicht mehr gemeinsam mit der FWG antritt. Gestern wurde die zweite Überraschung bekannt: Die Linke strebt ebenfalls in den Stadtrat.

Parteivertreter Ulrich Seibert hat neun Tage vor dem Ablauf der Frist beim städtischen Wahlleiter Jochen Franz eine Liste abgeben. Die Liste wird von Stefanie Lehenmeier angeführt und umfasst insgesamt nur neun Namen. Laut Seibert sind von ursprünglich 20 Interessierten nicht mehr übrig geblieben. Einige hätten sich zurückgezogen, weil sie Angst vor negativen Folgen an ihrem Arbeitsplatz gehabt hätten. Einige seien auch gemobbt worden, als ihr Engagement für Die Linke bekannt wurde.

Einen eigenen Ortsverband hat die Partei nicht. Dass sie überhaupt antritt, liegt laut Seibert vor allem am so genannten Parteien-Privileg. Die Linke muss bei der diesjährigen Kommunalwahl wegen der langen Zugehörigkeit zum Bundestag erstmals keine Unterschriften mehr sammeln, um teilzunehmen.

Spitzenkandidatin Stefanie Lehenmeier ist eine 29-jährige alleinerziehende Mutter einer Tochter. Sie lebt seit der Geburt in Germering und ist über ihre Tätigkeit als Elternbeiratsvorsitzende im Kindergarten St. Martin zur Politik gekommen. Sie hat nach eigenen Angaben die von Seibert geschilderten Angriffe gegen bekennende Linke selbst erfahren. Als Bekannte davon erfuhren, sei sie vor allem in den sozialen Netzwerken übelst als Links-, aber auch als Rechtsextremistin beschimpft worden. Dabei wolle sie sich nur für Dinge engagieren, deren Entwicklung vor Ort sie nicht mehr mittragen kann. Wichtig ist Lehenmeier aber auch, dass sie mehr Verständnis für die Entwicklungen bekomme.

Sollte sie bei der Kommunalwahl in den Stadtrat kommen, würde sie sich vor allem um soziale Dinge kümmern. Die hohen Mieten und die Tatsache, dass Kinder und Jugendlichen in der Stadt wenig geboten werde, stünden dabei im Mittelpunkt.

Seibert selbst strebt nicht in den Stadtrat. Er fühle sich eher in der Bundespolitik zuhause und hat auch schon ein Buch veröffentlicht. Titel: „Die Diktatur des Monetariats: Neoliberalismus: Die Geißel des 21. Jahrhunderts“. Die Tatsache, dass man bei nur neun Kandidaten letztlich 13 Stimmen verschenke, wenn die Liste angekreuzt wird, ist ihm bewusst. Aber das sei auch ein Zeichen dafür, dass Die Linke in Bayern nach wie vor eine kleine Partei ist.

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