Schwierige Bergung: Bilder der Zerstörung und der Aufräumarbeiten, nachdem ein Kran in Germering umgestürzt ist.
1 von 15
Der Kran begrub auch ein Dixie-Klo unter sich.
Schwierige Bergung: Bilder der Zerstörung und der Aufräumarbeiten, nachdem ein Kran in Germering umgestürzt ist.
2 von 15
Schwierige Bergung: Bilder der Zerstörung und der Aufräumarbeiten, nachdem ein Kran in Germering umgestürzt ist.
Schwierige Bergung: Bilder der Zerstörung und der Aufräumarbeiten, nachdem ein Kran in Germering umgestürzt ist.
3 von 15
Schwierige Bergung: Bilder der Zerstörung und der Aufräumarbeiten, nachdem ein Kran in Germering umgestürzt ist.
Schwierige Bergung: Bilder der Zerstörung und der Aufräumarbeiten, nachdem ein Kran in Germering umgestürzt ist.
4 von 15
Schwierige Bergung: Bilder der Zerstörung und der Aufräumarbeiten, nachdem ein Kran in Germering umgestürzt ist.
Schwierige Bergung: Bilder der Zerstörung und der Aufräumarbeiten, nachdem ein Kran in Germering umgestürzt ist.
5 von 15
Schwierige Bergung: Bilder der Zerstörung und der Aufräumarbeiten, nachdem ein Kran in Germering umgestürzt ist.
6 von 15
Schwierige Bergung: Bilder der Zerstörung und der Aufräumarbeiten, nachdem ein Kran in Germering umgestürzt ist.
7 von 15
Schwierige Bergung: Bilder der Zerstörung und der Aufräumarbeiten, nachdem ein Kran in Germering umgestürzt ist.
Schwierige Bergung: Bilder der Zerstörung und der Aufräumarbeiten, nachdem ein Kran in Germering umgestürzt ist.
8 von 15
Schwierige Bergung: Bilder der Zerstörung und der Aufräumarbeiten, nachdem ein Kran in Germering umgestürzt ist.

„Alle hatten Riesenschutzengel“

Kran stürzt auf Schulweg: Die Hintergründe zu der Beinahe-Katastrophe

  • schließen

Der Sturm am Donnerstagmorgen hat am Volksfestplatz in Germering einen Kran zum Einsturz gebracht. Das Unglück passierte an einem stark frequentierten Schulweg. Alle Rektionen und Hintergründe zu dem Unglück.

Germering – Donnerstagfrüh um 7.28 Uhr: Wie jeden Tag um diese Zeit sind auf der Kleinfeldstraße viele Kinder und Eltern unterwegs. Sie wollen zur Kleinfeldschule, zum Kindergarten Kleiner Muck und zum Kinderhaus Allnest. Alle drei Einrichtungen sind nur wenige Gehminuten entfernt. Doch an diesem Tag ist er plötzlich versperrt. An der Kreuzung zur Marktstraße kippt ein Turm-Drehkran um. Sturmtief Zubin hat das 30 Meter hohe Stahl-Ungetüm zum Kippen gebracht. Es fällt auf die Zufahrt von der Kleinfeldstraße zum Volksfestplatz.

Gerade hatte ein Grüppchen Buben und Mädchen die Stelle passiert. Eine andere war noch wenige Meter entfernt. „Wir hatten ein riesiges Glück, dass niemand zu Schaden gekommen ist. Da hatten alle einen großen Schutzengel“, sagt Germerings Polizei-Vize Andreas Ruch.

Stadtbrandmeister Michael Gogl kann ihm nur zustimmen. Er war mit seinen Kameraden von der Feuerwehr Unterpfaffenhofen zufällig vor Ort, als der Kran gerade gekippt war. Sie wollten gerade zu einem umgefallenen Baum fahren. „Da lag plötzlich ein Kran vor uns“, erzählt der Stadtbrandmeister. Natürlich musste der Baum warten. Die 19 Feuerwehrleute brachten zuerst die Kinder in Sicherheit. Dann ging’s zum Kran. Von der Baumaschine waren nur verbogene Stahlarme, ein verbeultes Führerhaus und zersplitterte Betonblöcke übrig geblieben. Die Feuerwehrleute zerlegten die Reste mit Unterstützung des Bauhofs in vier Teile. Jedes etwa ein bis eineinhalb Tonnen schwer, schätzt Gogl. Die Stücke liegen nun abgesichert am Volksfestplatz.

Mehr als 70 Zentimeter tief hatten sich einige Gegengewichte aus Beton in den Boden gerammt – und beschädigten dort eine unterirdische Stromleitung. Das umliegende Wohnviertel war längere Zeit ohne Strom. Mitarbeiter der Firma Enaco arbeiteten den ganzen Vormittag daran, die Energieversorgung zu stabilisieren.

Der Kran begrub auch ein Dixie-Klo unter sich.

Die Kinder, die den Unglücksort passieren mussten, mussten das Ganze erst einmal verarbeiten. „Ich gehe jeden Morgen hier lang“, berichtete eine Schülerin. In der Kindertagesstätte Allnest war das Unglück Gespräch des Tages. „Vor allem die größeren Buben und Mädchen haben ständig darüber geredet“, sagt Geschäftsführerin Simone Bauer. In der Kleinfeldstraße habe kurz darauf ein wahres Verkehrs-Chaos geherrscht. Viele Autos und auch ein Linienbus seien festgesteckt.

Die Straße war etwa eineinhalb Stunden für den Verkehr gesperrt. Abgeriegelt war auch ein Stück des Gehwegs, das der umkippende Kran beschädigt hat. Sogar der Spielplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Den Anwohnern steckt der Schrecken noch Stunden später in den Gliedern. „Eigentlich darf so etwas nicht passieren“, erklärt ein Bauingenieur im Ruhestand. „Normalerweise dreht der Kranführer bei Sturm den Kran in den Wind.“ Anita R. lebt direkt gegenüber der Baustelle. Als der Kran umstürzte, lag sie noch im Bett. „Ich habe gehört, wie der Sturm über die Dächer pfeift“, sagt sie. „Das war richtig unheimlich.“ Den Kollaps des Stahl-Ungetüms selbst hat sie nicht mitbekommen. Dass niemand zu Schaden kam, kann die Frau noch immer nicht fassen. „Da kommen jeden Tag so viele Schüler vorbei. Es war ein Riesen-Glück.“

„Der Kran ist komplett zerstört“, sagt Germerings Polizei-Vize Ruch. Den Sachschaden gibt die Polizei mit rund 500 000 Euro an. Die Baufirma hat einen Gutachter eingeschaltet. Er soll bewerten, ob der Kran mit zu wenigen Gewichten gesichert war.

An der Ecke Kleinfeld-/Marktstraße baut die 2001 gegründete Cyliax-Stiftung, die sich der Förderung der Forschung zur Heilung von Krebs und Multipler Sklerose verschrieben hat, ein Haus mit 14 Wohnungen. Es ist das erste Projekt im Landkreis, wie der Germeringer Johann Stürzer berichtet. Er ist Vorstand-Kuratoriumsmitglied der Stiftung und hatte das Bauprojekt in Germering vorgeschlagen. Mit den Mieteinnahmen sollen Forschungsprojekte gefördert werden.

„Ich bin wahnsinnig froh, dass niemand verletzt wurde“, sagt Stürzer. Zugleich habe die Stiftung Glück gehabt, dass der Kran nicht auf den Rohbau, sondern auf die Straße kippte. Dem Richtfest am 19. Januar stehe nichts im Wege. Im Herbst/Winter 2018 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.

Mit der Schadensabwicklung habe die Stiftung selbst nichts zu tun, sagte Stürzer kurz nach dem Unfall. Das müsse das von ihr beauftragte Generalunternehmen übernehmen.

Über die weiteren Folgen des Sturms Zubin im Landkreis Fürstenfeldbruck wird hier berichtet.

Von Tobias Gehre, Christian Masengarb und Helga Zagermann

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgesehene Fotostrecken

FFB
Feiermeile in Bruck: Das sind die Bilder vom Altstadtfest
Feiermeile in Bruck: Das sind die Bilder vom Altstadtfest
Puchheim
Schwerer Unfall bei Puchheim: Motorrad und Mini Cooper kollidieren - Bilder
Bei einem Unfall am frühen Montagnachmittag auf der B2 bei Puchheim-Ort ist der Fahrer eines Motorrads mit einem Mini-Cooper zusammen gestoßen.
Schwerer Unfall bei Puchheim: Motorrad und Mini Cooper kollidieren - Bilder