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Haben beim Ramadama fleißig mit angepackt (v.l.): Helmut Peter, Jochen Wende und Arnold Friedl. 

Ramadama am Aubinger Weg in Germering

Krautgartler im Dienst der Umwelt

Der Krautgartenverein am Aubinger Weg hat aufgeräumt: Bei einer großen Ramadama-Aktion wurden die eigenen Parzellen von allerlei Unrat befreit.

Germering – Seit 1989 gibt es den Krautgartenverein. Jahr für Jahr werden dort seitdem die verschiedensten Gemüsesorten gepflanzt und vorwiegend für den eigenen Bedarf geerntet. Doch trotz aller Sorgfalt, die die rund 100 Mitglieder an den Tag legen, hat sich in den fast 30 Jahren vieles angesammelt, an dem der Zahn der Zeit genagt hat. Beim erstmals durchgeführten Ramadama hat der Verein die Parzellen gewissermaßen durchgeputzt – und festgestellt, dass dies für den Naturkreislauf genauso viel Sinn macht wie ähnliche Aktionen in Germeringer Grünanlagen, Wäldern sowie am Germeringer See.

Um dies zu unterstreichen, deutete Schriftführer Günter Fial auf Gießkannen aus Kunststoff, die entsorgt werden sollen. Dass sie oft zum Gießen verwendet worden sind, sieht man ihnen mehr als deutlich an. Hier und dort sind ein paar kleine Ecken weggebrochen, die verrotten, in die Erde und über die Nahrungskette auch wieder zum Menschen gelangen können. „Das muss man sich so ähnlich vorstellen, wie bei den Kleinstteilen aus Plastik, die in Gewässer gelangen“, erklärt Fial.

Auch deswegen sei die über zwei Wochen dauernde Aktion notwendig geworden, bei der viele Mitglieder mit angepackt haben. Das Mitmachen war dabei Voraussetzung. Denn die Mitglieder sind angehalten, auf den Gemeinschaftsflächen auch in Zusammenarbeit für Ordnung zu sorgen. Wer dies nicht könne oder wolle, dem werde das anteilig beim Beitrag berechnet, erklärt Fial. Rund vier Stunden im Jahr muss jeder seinen Anteil daran leisten.

Nun sind also zwei Container voll geworden, sorgfältig getrennt nach Sperrholz und Restmüll. In der kommenden Woche werden sie von einer Fachfirma sachgerecht entsorgt. „Natürlich steckt Arbeit dahinter, dass alles ordentlich aussieht“, so Fial. Man werde aber auch belohnt, wenn Kohlrabi, Gurken, Salat, Tomaten, grüner Spargel und viele andere geerntet würden. „Man schmeckt es einfach, wenn man es selber angebaut hat“, ist Fial stolz auf die Anlage am Aubinger Weg. Jeder Gartler belohne sich so selber selbst. Und weil die Mitglieder aus zwölf verschiedenen Herkunftsländern kommen, sei zudem Vielfalt garantiert, fügt Fial hinzu.

Von Seiten des Krautgartenvereins wird viel Wert auf natürlichem Anbau gelegt. Dazu gehört der Verzicht auf Kunstdünger und Gifte aller Art. Aber auch der Naturkreislauf wird sorgfältig miteinbezogen. Bienen können einen Bienenstock anstocken und für Insekten ist ein eigenes sogenanntes Insektenhotel angelegt. So werden die fliegenden und krabbelnden Mitarbeiter auf der Anlage mit einbezogen. Auch ihnen soll die das Ramadama zugutekommen. „Die Natur soll sich wohlfühlen“, betont Fial. Deshalb werde man diese Aktion nun alle Jahre durchführen. Das Ergebnis bestätigt Fial in diesem Vorhaben. „Es ist sehr sauber geworden“, freut er sich.(hk)

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