Auch die aktuellen Pläne zur Bebauung des Kreuzlinger Felds stoßen bei der Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Germering“ auf wenig Gegenliebe. 

Germering

Kreuzlinger Feld: Bürgerinitiative kämpft gegen die geplante Baudichte

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Die Bürgerinitiative (BI) „Für ein lebenswertes Germering“ setzt sich für eine weitere Reduzierung der Bebauung des Kreuzlinger Felds ein. Vor allem wegen des befürchteten Verkehrszuwachses soll die geplante Baudichte um 40 Prozent verringert werden.

Germering – Ende Mai hat der Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss des Stadtrates die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Kreuzlinger Feld beschlossen. Die ursprünglichen Pläne, hier Wohnraum für rund 1550 Menschen zu schaffen, sind zwar etwas reduziert worden. Die Stadträte beschlossen, ersatzlos auf die bisher von Investor Thomas Vilgertshofer vorgesehenen fünf Geschosse bei elf von insgesamt 50 geplanten Wohngebäuden zu verzichten. Den Mitgliedern der BI „Für ein lebenswertes Germering“ ist dies aber immer noch zu wenig.

Radikale Reduzierung der Baudichte am Kreuzlinger Feld

Die BI-Initiatoren Thomas Langnickel, Stefan Geyer, Sabine Rott und Achim Pusch forderten jetzt bei einem Informationsgespräch eine radikale Reduzierung der Baudichte und damit der Zahl der künftigen Bewohner um 40 Prozent. Ziel müsse sein, die durchschnittliche Geschossflächenzahlung (GFZ) im Stadtgebiet von 0,6 nicht zu überschreiten. Die aktuelle Planung sieht eine GFZ von 1,0 vor.

Die BI übertrifft mit ihren 40 Prozent deutlich die Forderung von Grünen-Fraktionssprecherin Agnes Dürr, die im Ausschuss vergeblich eine pauschale Verringerung der Baudichte um 20 Prozentbeantragt hatte.

Viel Verkehr zum Kreuzlinger Feld

Als Hauptgrund ihrer Forderungen nannten die BI-Vertreter den zu erwartenden Verkehr. Geyer, der seit 2016 im Neubaugebiet an der Wiesenstraße mit direktem Blick aufs Kreuzlinger Feld lebt, befürchtet Schlimmes, wenn die Pläne verwirklicht werden: „Ich sehe jetzt schon täglich, was da für ein Wahnsinn ist.“ Zu Schulbeginn und Schulende stehe der Verkehr in der Kreuzlinger Straße. Auch die Landsberger Straße sei jetzt schon eine Staustraße. Dies werde sich verschlimmern, wenn über 1200 Menschen hier zusätzlich wohnen: „Die müssen ja irgendwie mit ihren Autos hin- und wegfahren.“

Eine vorliegende Verkehrsprognose aus dem Jahr 2018, als die ersten Pläne der Bebauung des brachliegenden Feldes zwischen der Bahnlinie und der Alfons-Baumann-Straße vorgestellt wurden, arbeite zudem mit überholten Zahlen. Die Experten gingen von einem viel geringeren Bevölkerungswachstum aus als die vor Kurzem vorgestellte Demographiestudie. Aus Sicht von Stefan Geyer fehlt zudem ein Gesamtverkehrskonzept für das Stadtgebiet. Das vorliegende Verkehrsgutachten beziehe sich nur auf das Vorhaben Kreuzlinger Feld.

Anordnung der Häuser auf dem Kreuzlinger Feld stößt auf Kritik

Auf wenig Gegenliebe stößt bei den BI-Vertretern auch die im Vergleich zur ersten Planung veränderte Anordnung der Gebäude auf dem Feld. Laut Sabine Rott entstehen jetzt geschlossene Längs-Riegel in Nord-Südrichtung. „Das ist schlecht für die Durchlüftung des Stadtgebiets.“ Sie stellt sich auch die Frage, ob die massive Verdichtung sich auf die Wasserversorgung auswirkt.

Auch das Argument, dass nur mit massiver Bebauung ausreichend sozial geförderter Wohnraum entsteht, zieht den BI-Vertretern zufolge nicht. Es fehle einerseits bislang ein konkreter, verbindlicher Lösungsvorschlag, wie das realisiert werden soll. Andererseits würden immer noch 70 Prozent der geplanten Wohnungen, also mehr als 800, frei finanziert – und das fließe in den Miet- und Immobilienpreisspiegel ein.

Weitere Informationen

Die Bürgerinitiative ist regelmäßig bei den Wochenmärkten vertreten. Nächster Termin ist vor der Stadthalle am Samstag, 22. Juni.

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