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Kreuzlinger Feld in Germering: Jetzt wird’s konkret

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Die Bebauung des Kreuzlinger Feldes ist einen Schritt näher gerückt. Gegen sechs Stimmen billigte der Stadtrat den von einem Architekturbüro ausgearbeiteten Rahmenplan. Auf dieser Grundlage soll die detaillierte Bauleitplanung gestartet werden.

Germering – Das rund zehn Hektar große Kreuzlinger Feld zwischen der Bahnline und der Alfons-Baumann-Straße ist eines der letzten großen unbebauten Areale im Stadtgebiet. Es wird zurzeit größtenteils landwirtschaftlich genutzt und gehört unterschiedlichen Eigentümern. Wenn der Rahmenplan komplett umgesetzt wird, werden hier künftig bis zu 1000 Wohnungen stehen, die rund 2000 Menschen beherbergen. 30 Prozent der Wohnungen, die in Häusern mit maximal fünf Stockwerke gebaute werden sollen, müssen sozialverträglich gefördert werden. Auch das steht im Rahmenplan.

Protest der Bürgerinitiative

Gegen die Planung hatte sich von Anfang heftiger Protest von Anwohnern entwickelt. Sie gründeten eine Bürgerinitiative (BI) und sammelten Unterschriften gegen die aus ihrer Sicht zu massive Bebauung, die zu einem Verkehrskollaps führen würde. Im Vorfeld der Sitzung machten sie die Stadt schriftlich noch einmal auf ihre Argumente aufmerksam. Zahlreiche Vertreter verfolgten die Sitzung im überfüllten Rathaus-Saal. Zufrieden konnten sie letztlich nicht sein. Denn der Stadtrat billigte nach einer längeren Diskussion die Rahmenplanung gegen sechs Stimmen. Dagegen waren lediglich Grüne, FDP und ÖDP/Parteifreie.

Änderungen sind weiter möglich

OB Andreas Haas wies mehr als einmal darauf hin, dass ein Rahmenplan nur ein informelles Instrument sei und nicht das Ende der Überlegungen darstelle. Auf der Grundlage dieses Planes werde die Bauleitplanung entwickelt, bei der dann auch konkrete Probleme untersucht werden. Dabei könne es durchaus sein, dass etwas geändert werden müsse.

Für die Grünen war der Rahmenplan dennoch schon zu detailliert und verbindlich. Sie befürchteten, dass damit die aus ihrer Sicht zu massive Bebauung nicht mehr reduziert werden kann. Barbara Hagmann befürchtete in der Folge eine Verkehrsentwicklung, die auf Kosten aller gehen werde. Vor allem die Kerschensteinerstraße werde dann aus ihrer Sicht zu stark belastet.

CSU und SPD hoffen auf Wohnungen

Robert Baumgartner sprach dagegen für die SPD von einer hochwertigen und durchdachten Planung. Die Stadt erhalte hier die einmalige Chance, dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum zu schaffen für Erzieherinnen, Polizisten oder Alleinerziehende. Er gestand aber auch zu, dass in Sachen Verkehr und Erschließung noch nicht alles beantwortet sei. Das müsse bei der Bauleitplanung noch untersucht werden.

Ähnlich argumentierte Manuela Kreuzmair für die CSU. Ihre Fraktion werde zustimmen, weil Germering dringend Wohnungen benötigt. Es sei aber klar, dass es nur ein Rahmenplan ist. Die Auswirkungen auf den Verkehr müssten noch genau untersucht werden, Auch die Frage der Höhenentwicklung der Neubauten müsse Thema der Detailplanung werden.

FDP gegen ein zweites Neuperlach

Peter Klotz (FDP) bezeichnete die Planung als eine Gleichung mit vielen Unbekannten. Er möchte verhindern, dass am Kreuzlinger Feld ein zweites Neuperlach entsteht.

Albert Metz (CSU) wies darauf hin, dass es sich keineswegs nur um Neubürger handeln werde, die in die künftigen Wohnungen einziehen. Viele junge Germeringer, die noch zuhause leben, drängen aus seiner Sicht bald auf den Wohnungsmarkt. Zu den im Saal sitzenden Vertretern der Bürgerinitiative. die den Bevölkerungszuwachs beschränen möchten, sagte er: „Wollen wir keine Geburten mehr?“

Oliver Simon (CSU) war zwar auch der Meinung, dass es noch einige Unwägbarkeiten gebe. Allerdings könnte man nur in die Detailplanung einstegen, wenn der Rahmenplan stehe. Mit entscheidend aus seiner Sicht ist die Tatsache, dass 30 Prozent der Bebauung Sozialwohnungen sein müssen. Das werde durch städtebauliche Verträge sichergestellt.

Maximilian Streicher (ÖDP) entgegnete, dass mehr Stockwerke nicht unbedingt mehr bezahlbare Wohnungen bedeuten: „Das bringt nur dem Investor mehr Geld.“

Zum Thema „Wohnen ohne Auto“

Die Idee des Umweltbeirats, am Kreuzlinger Feld ein Projekt „Wohnen ohne Auto“ umzusetzen, spielte bei der Diskussion im Stadtrat so gut wie keine Rolle. OB Andreas Haas gestand den Beiräten zwar zu, dass sie in ihrer Ausarbeitung die Situation des Areals gut dargestellt hätten. Auf die Idee selbst ging er aber nicht ein. SPD-Fraktionssprecher Robert Baumgartner versprach immerhin, dass man die Vorstellungen des Beirats prüfen werde. Er bezweifelte allerdings, ob das am Kreuzlinger Feld so umgesetzt werden kann. Das Areal sei seiner Meinung nach dafür viel zu groß. 

Auch die CSU will die Überlegungen des Umweltbeirats in die weiteren Planungen mit einbeziehen. Manuela Kreuzmair war aber ebenfalls der Meinung, das es wohl nicht auf dem kompletten Gebiet möglich sei. Der Umweltbeirat hat sein Modellprojekt „Wohnen ohne Auto“ in der vergangene Woche vorgestellt. Es sieht im Kern vor, dass die künftigen Bewohner auf ein eigenes Auto verzichten. Auf dem Areal sollte deswegen kein einziger Stellplatz, auch keine Tiefgarage, gebaut werden. Möglich sei dies, weil das Gebiet bestens an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen sei. Auch die geplante neue Fahrradstraße beginnt hier und führt in den Germeringer Osten

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