Gegen die geplante Bebauung des Kreuzlinger Felds läuft ein Bürgerbegehren. Investor Thomas Vilgertshofer weht sich gegen Behauptungen der Initiatoren. archvFoto
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Gegen die geplante Bebauung des Kreuzlinger Felds läuft ein Bürgerbegehren. Investor Thomas Vilgertshofer weht sich gegen Behauptungen der Initiatoren.

Germering

Bebauung am Kreuzlinger Feld: Investor wehrt sich

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Nach dem Start des Bürgerbegehrens gegen die geplante Bebauung des Kreuzlinger Felds meldet sich Investor Thomas Vilgertshofer zu Wort. Er hat eine Art Faktencheck gemacht und weist vor allem zwei Dinge als falsch zurück.

Germering – Er bestreitet, dass die Bebauung zu dicht und die Bürgerbeteiligung nicht ausreichend gewesen sei.

Die Bürgerinitiative (BI) „Für ein lebenswertes Germering“ will mit einem Bürgerbegehren bekanntlich das laufende Bebauungsplanverfahren stoppen und einen neuen städtebaulichen Ideenwettbewerb erreichen. Ziel soll unter anderem sein, das Maß der Bebauung an die bestehende Umgebung anzupassen. Im Gespräch mit dem Münchner Merkur zeigt Thomas Vilgertshofer, der mit seiner Allinger Wohnbau GmbH das Areal entwickelt, auf, dass die geplante Bebauung keinesfalls zu dicht ist. Er hat sich die Mühe gemacht, alle bestehenden 44 Bebauungspläne der Stadt unter die Lupe zu nehmen. Ergebnis: Nur vier weisen eine geringere Grundflächenzahl (GRZ) auf als das Plangebiet – die GRZ gibt an, welcher Anteil einer Grundstücksfläche bebaut werden darf. 23 Bebauungspläne haben die gleiche GRZ wie das Kreuzlinger Feld, 17 eine höhere. Die so genannte GRZ II, die nicht nur die Baukörper sondern sämtliche versiegelten und unterbauten Nebenanlagen erfasst, liege mit 0,78 sogar noch unter der 0,8-Vorgabe der bayerischen Bauordnung.

Er sei ja immer offen für eine Diskussion, erklärt Thomas Vilgertshofer, und habe von Anfang an auch das Gespräch gesucht. Allerdings könne er die Argumentation der Bürgerinitiative nicht nachvollziehen: „Wer behauptet, die geplante Bebauung sei zu dicht, sagt nicht die Wahrheit oder ignoriert die Fakten.“

Ähnlich stuft Vilgertshofer den Vorwurf der BI ein, dass die Bürger nicht ausreichend an der Planung beteiligt worden seien: „Wer dies behauptet, hat ein interessantes Demokratieverständnis.“ Die Stadt habe hier sogar mehr getan, als gesetzlich vorgeschrieben sei. Der Allinger Bauunternehmer erinnert dran, dass es wenige Monate nach der Aufstellung des Rahmenplanes im Januar 2018 ein Expertengespräch mit Planern und Vertretern der Stadt gegeben habe, zu dem die damals neu gegründete Bürgerinitiative eingeladen wurde.

Die Germeringer Bürger hätten zudem über Jahre die Möglichkeit gehabt, sich zu infomieren, nachzufragen, an öffentlichen Sitzungen teilzunehmen oder sich im Rahmen der öffentlichen Auslegung der Pläne zu äußern. Bei der frühzeitigen Bürgerbeteiligung im Frühjahr 2020 sei zudem die Frist wegen Corona von vier auf sechs Wochen verlängert worden. Und für die aktuelle Auslegung sei die Frist gar von vier auf acht Wochen verdoppelt worden.

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