Sozialausschuss

Kritik an neuen Räumen der Streetworker

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Der Umzug der Streetwork-Stelle vom Rathaus ins Mehrgenerationhaus Zenja hat Probleme mit sich gebracht. Bemängelt wird vor allem, dass die Jugendlichen nicht mehr spontan draußen Ball spielen können.

Germering– Vor rund zwei Jahren ist die Teestube Oase, wie die Streetwork-Stelle im Rathaus hieß, ins Erdgeschoss des Mehrgenerationenhauses Zenja an der Planegger Straße gezogen. Die Arbeit und die Ziele der Pädagogen sind dort zwar dieselben wie am jahrzehntelang angestammten Platz. Allerdings haben sich die Jugendlichen im Rathaus wohler gefühlt. Das berichtete die Leiterin der Stelle, Beate Jagersberger, jetzt auf Nachfrage von Eike Höppner.

„Es ist ein Problem, dass wir nicht mehr einfach so raus gehen können, um spontan Basketball oder anderes zu spielen.“ Am Mehrgenerationenhaus gibt es nichts, was dem Rathauspark auch nur ähnelt. Das stoße vor allem den Jugendlichen auf, die schon seit Jahren zu den Sozialpädagogen der Streetwork-Stelle kommen. Von ihnen sei immer wieder zu hören: „Die Teestube war schöner.“ Die neu Hinzugekommen sehen dies natürlich anders, weil sie die alte Teestube nicht kennen, berichtete Jagersberger.

Unabhängig von dieser Neuerung betreuen die Sozialpädagogin und ihre Kollegen nach wie vor drei feste Gruppen mit Jugendlichen und eine mit schon erwachsenen jungen Germeringern: „Jede Gruppe trifft sich einmal in der Woche bei uns zum Kochen oder einfach zum Reden.“ Die Streetworker organisierten aber auch Aktionen wie Ausflüge ins Schwimmbad oder in die Berge und leisteten Unterstützung bei Schulproblemen.

Das Ziel sei dabei immer, die Jugendlichen zu selbstbestimmten Menschen zu machen. Das gehe nur langfristig. Aber die Sozialpädagogen haben dabei durchaus Erfolge, wie Jagersberger berichtete. Die Stelle bekommt immer wieder Besuch von mittlerweile erwachsen gewordenen Jugendlichen, die man betreut hat: „Die sind alle in Arbeit, haben Partnerschaften und teilweise auch Kinder. Es geht ihnen gut.“ Vor allem stellt sie immer wieder fest: Auch die, die früher immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, sind nicht mehr kriminell auffällig, sondern straffrei.

Die Klienten von früher sind laut Jagersberger auch oft dafür verantwortlich, dass die Streetworker immer wieder neuen Zulauf bekommen: „Viele empfehlen uns, wenn Freunde Probleme haben, und raten: Geht’s da hin, die helfen euch.“

Zusätzlich zu den angebotenen Gruppen bieten die Streetworker auch jeden Dienstag und Freitag von 14 bis 15 Uhr Beratungsstunden an. Hier können alle Jugendlichen vorbeikommen, die Hilfe benötigen bei Sucht-, Schul-, Ausbildungs- oder anderen Problemen.

Die Streetwork-Stelle hat auch Neues vor. Jagersberger berichtet von einem neuartigen Projekt, das gemeinsam mit einer Kunsttherapie-Studentin angeboten werde. Dabei sollen zunächst gemeinsam mit den Jugendlichen die neuen Räume künstlerisch gestaltet werden. Ziel sei es, durch gemeinsames Arbeiten etwas Schönes zu schaffen. Das sei eine Lernerfahrung, die zu mehr Verantwortung führe.

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