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Momentan residieren die Schweine der Familie Kirmair noch an vier verschiedenen Standorten, darunter zwei Weiden. 

Nördlich der B2

Landwirt plant Schweinemast in Germering

Die Landwirts-Familie Kirmair will auf einem Areal nördlich der B 2 eine große Schweinemast-Anlage errichten. Auf dem 18 000 Quadratmeter großen Areal sollen rund 240 Tiere in einem Stall und auf einer Weide gehalten werden.

Germering – Im vergangenen Juli haben die Kirmairs ihren Hofladen an der Augsburger Straße eröffnet. Das Geschäft läuft gut, sagt Johannes Kirmair. So gut, dass die Familie jetzt expandieren will, um den Bedarf decken zu können. Mit den momentanen Bedingungen sei das aber nicht möglich. Derzeit sind die Kirmair-Schweine auf zwei Weiden und zwei Ställe an vier Standorten verteilt – betriebswirtschaftlich keine gute Lösung. Deshalb soll jetzt nördlich der B 2 an der landwirtschaftlichen Brücke eine moderne Schweinemast-Anlage entstehen.

Von klassischer Massentierhaltung mit eingepferchten Schweinen will Johannes Kirmair aber nichts wissen. „Unseren Tieren soll es gut gehen“, sagt der Landwirtschaftsmeister. Deshalb soll der knapp 590 Quadratmeter große Stall mit Stroh vom eigenen Betrieb eingestreut werden. Außerdem ist ein überdachter Außenbereich geplant, der vom Rest nur durch Gitter abgetrennt ist – so können sich die Tiere stets sehen und beschnuppern.

Geplant ist auch ein überdachtes Mistlager am anderen Ende des Geländes. „Somit können wir die Fläche in einen reinen und einen unreinen Bereich unterteilen“, sagt Kirmair.

Der unvermeidbare Gestank soll die Germeringer nicht belasten

Überhaupt spielt das Thema Hygiene eine große Rolle – auch auf der Weide. Denn den weitaus größten Teil des 18 000 Quadratmeter großen Areals nehmen die Freiflächen ein. Sie sollen unterteilt werden und verschiedenen Gruppen von Tieren tage- oder wochenweise zur Verfügung stehen. Für alle Tiere auf einmal wäre zu wenig Platz auf der Weide.

Damit keine Wildtiere eindringen und Erreger wie die Afrikanische Schweinepest einschleppen, soll das Areal von einem 1,5 Meter hohen Zaun umgeben werden, der zudem bis zu 50 Zentimeter in den Boden ragt. Außerdem soll ein zweiter, innen verlaufender, Elektrozaun dafür sorgen, dass die Mastschweine nicht einfach das Weite suchen.

Der bei Schweinehaltung unvermeidbare Gestank soll die Germeringer nicht belasten. Durch die offene Konstruktion würden sich die Emissionen bereits dort gut verteilen, sagt Kirmair. Und durch die vorherrschende Windrichtung aus West soll der Geruch auf die weiten Flächen nördlich der Stadt getragen werden.

Wann mit dem Bau begonnen werden kann, ist unklar. „Das kommt auf die Dauer der Genehmigungsphase an“, sagt Johannes Kirmair. Aus Sicht der Stadt spricht jedenfalls nichts gegen das Projekt. Für ein so genanntes privilegiertes Bauvorhaben im Außenbereich müsse die Stadt die Pläne genehmigen, erklärte Stadtbaumeister Jürgen Thum im Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss.

Von Tobias Gehre

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