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Die landwirtschaftlich genutzten Flächen rund ums Pumpenhaus im kleinen Wäldchen zwischen Germering und Nebel werden als strenges Wasserschutzgebiet ausgewiesen. An den Rändern wäre aber trotzdem Weidehaltung und in Ausnahmefällen auch Gülleausbringung erlaubt. 

Werkausschuss

Der lange Weg zum Wasserschutzgebiet

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Die Ausweisung des neuen Wasserschutzgebiets ist auch rund vier Jahre nach dem Start des Verfahrens immer noch nicht abgeschlossen. Das liegt vor allem an den vielen Einwendungen von betroffenen Landwirten gegen die geplante Vergrößerung des Schutzgebietes.

Germering – Der Hydrogeologe Johannes Straub stellte den Mitgliedern des Werkausschusses in der jüngsten Sitzung eine abschließende Stellungnahme zu den bisher noch nicht bearbeiteten Kritikpunkten der Landwirte vor. Seine Ausarbeitungen liegen auch dem zuständigen Landratsamt Starnberg schon vor.

Das bedeute aber nicht, dass das Verfahren damit bald beendet sei, erklärte Straub. Grund: Es sei immer noch möglich, dass betroffene Landwirte gegen die Ausweisung klagen. Er kenne Verfahren, die sich insgesamt bis zu 25 Jahren hingezogen hätten.

Die Bearbeitung der noch ausstehenden Einwendungen waren Straub zufolge teilweise mit einem Riesenaufwand verbunden. Um nachzuweisen, ob die Ausdehnungen des Schutzgebietes bis ins benachbarte Geisenbrunn notwendig sei, habe man eigens zwei zusätzliche Bohrungen durchgeführt. Die haben Straub zufolge das bewiesen, was er schon bei der Ausweisung des Schutzgebietes festgestellt habe. Am Ortsrand von Nebel ist zudem eine Grundwasser-Messstelle eingerichtet worden. Sie hat den von Einwendern angezweifelten Nachweis erbracht, dass es unter dem Ortsteil überhaupt Grundwasser gibt.

Weitere Untersuchungen und Bohrungen in unmittelbarer Umgebung des Wasserhauses zwischen Germering und Nebel haben zu einer leichten Änderung im Sinne der Landwirte geführt. Die dortige Ausweisung als Schutzgebiet II A (Erklärung siehe Kasten) ist wegen der Nähe zum Brunnen weiter notwendig. Allerdings wird diese Zone jetzt in A und B unterteilt. Der A-Bereich grenzt direkt an den Bereich um den Brunnen (Zone I). Hier dürfen keine Tiere weiden und keine Gülle ausgebracht werden. An den Randzonen ist dies je nach Höhe der Deckschicht in Ausnahmefällen erlaubt.

Dort gibt es nach Einschätzung von CSU-Sprecherin Manuela Kreuzmair, deren Familie selbst eine Landwirtschaft betreibt, einerseits keine Weidehaltung. Andererseits werde dort aufgrund der freiwilligen Vereinbarungen der Stadt mit den Bauern zur wasserschonenden Bewirtschaftung auch keine Gülle ausgebracht. Aber die Vorgaben der Behörden haben die genaue Untersuchung Straub zufolge dennoch notwendig gemacht.

Die Bearbeitung der übrigen Einwände war dem Experten zufolge einfacher. Die Frage, ob Germering tatsächlich bis zum Jahr 2035 rund 2,5 Millionen Kubikmeter (m3) Trinkwasser benötige, sei klar mit Ja zu beantworten. Im Jahr 2017 seien rund 2,3 Millionen m3 gefördert worden. Berücksichtige man den Bevölkerungszuwachs, werde die Zahl sicher erreicht.

Ebenfalls schnell geklärt war die Frage nach alternativen Standorten zur Wassergewinnung. Ein von Landwirten beauftragtes Anwaltsbüro habe den Mischenrieder Wald bei Gilching, den Kreuzlinger Forst südlich der A 96 oder einen Anschluss ans Netz der Stadtwerke München ins Spiel gebracht. Das Waldgebiet scheidet aus Sicht von Straub nicht nur wegen der Entfernung und der Tatsache, dass es unmittelbar an der Autobahn liegt, aus. Gilching selbst prüft hier ebenfalls den Bau eines Brunnens – damit scheide der Standort sowieso aus.

Eine Erhöhung des Wasserbezugs von den Münchner Werken sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Außerdem gebe es hier keine Verbindungsleitungen. Und im Kreuzlinger Forst habe die Stadt schon zwischen 1993 und 1996 Erkundungsbohrungen durchgeführt. Ergebnis: Das Grundwasser ist nicht ergiebig genug für einen Brunnenstandort.

Das bedeuten die einzelnen Zonen

Wassserschutzgebiete werden in der Regel in drei Zonen eingeteilt. Zone I („Fassungsbereich“) ist der Bereich unmittelbar am Brunnen. Innerhalb eines Radius von in der Regel zehn Metern darf der Boden überhaupt nicht genutzt werden. Bei Zone II („Engeres Schutzgebiet“) hängt die Ausweitung von der Fließgeschwindigkeit des Wassers ab. Die Ränder müssen so weit vom Brunnen entfernt sein,dass das Wasser 50 Tage braucht, um zum Brunnen zu gelangen. Der Abstand zum Brunnen soll aber in jedem Fall 100 Meter betragen. 

Je nach Mächtigkeit der Deckschicht über dem Grundwasser kann hier Weidehaltung und in Ausnahmefällen Gülleausbringung erlaubt werden. Die Zone III („Weiteres Schutzgebiet“) umfasst das Einzugsgebiet der Wassergewinnung. Das Germeringer Wasser gelangt in zwei Grundwasserströmen aus Oberpfaffenhofen in das Stadtgebiet. Auch in dieser Zone ist beispielsweise Gülleanbringung in der Regel ebenso verboten wie Massentierhaltung

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