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Saßen in der ersten Reihe (v.l.): Thuy Tran, Katrin Staffler, Reinhold Bocklet, Erzabt Öxler, FU-Kreischefin Katharina Plabst, Thomas Karmasin, Gabriele Off-Nesselhauf. 

Neujahrsempfang der Frauen-Union

Lebensfroher Menschenfischer bei der Frauenunion

Dass man die christliche frohe Botschaft sehr ernst nehmen und folglich mit Heiterkeit verbreiten kann, zeigte sich am gestrigen Sonntag beim Neujahrsempfang der Kreis-Frauen-Union.

Landkreis – Als Redner trat da ein katholischer Geistlicher auf, der vermutlich auch als Liedermacher, Sänger und Kabarettist sein Auskommen gefunden hätte. Erzabt Wolfgang Öxler von St. Ottilien spielte Gitarre, sang dazu und sorgte mit zahlreichen eingestreuten Witzchen in seiner Sonntagspredigt für großes Amüsement unter den Gästen im Emmeringer Bürgerhaus.

Wenn es mehr Menschenfischer mit solcher lebensfrohen Art gäbe, wären die Kirchen voller, hatte schon FU-Chefin Katharina Plabst in ihrer Begrüßung gesagt. Leitthema des Benedektiners war der Seitenwechsel. Damit wolle er nicht zum Parteiaustritt auffordern, meinte Öxler an die „liebe Prominenz“ gerichtet, sondern um eine andere Perspektive werben. Für den Musikliebhaber Öxler war aber auch der Saitenwechsel wichtig, denn seine Gitarre klinge nur richtig, wenn deren Saiten richtig gespannt seien. Da man den guten Klang hören muss, lag der Witz vom chinesischen Ohrenarzt nahe, der seinem Patienten einen Wurm ins eine Ohr setzt. Das Tier kommt am anderen heraus. Der Mann hört wieder gut. Als der Versuch bei der ebenfalls schwerhörigen Gattin wiederholt wird, bleibt der Wurm im Kopf. Die Frau müsse einen Vogel haben, folgert der Arzt.

„Wir sehen oft nur eine Seite,“ stellte der Pater fest. Sorge wegen der vielen Hausarbeit statt Freude über das Zuhause. Ärger über die schlechte Regierung statt Dankbarkeit für die Freiheit, sie kritisieren zu dürfen. Ja und auch die Angst vor Missgunst statt Zufriedenheit mit dem beruflichen Erfolg. In diesem Zusammenhang streute der Abt ein „Viel Glück im Bundestag“ an die Adresse der CSU-Kandidatin Katrin Staffler ein. Es folgte die Anekdote vom blutjungen Lotsen, der auf besorgte Nachfrage des Kapitäns zugibt, die Klippen und Untiefen nicht zu kennen. Aber eben die Fahrrinne. Und auch den Pinguin könne man als ungelenkes Wesen an Land oder aber als exzellenten Schwimmer wahrnehmen. Öxlers Lebensweisheit dazu: „Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen sieben Jahre Psychotherapie auch keine Giraffe aus dir.“

Beim Seitenwechsel dürfe man sich auch mit der Seite des Todes beschäftigen. Viele Menschen lebten, als würden sie nie sterben und stürben als hätten sie nie gelebt, sagte der Abt in der Einleitung zu seinem Lied „Pflege das Leben, wo du es triffst“. Aber auch dieses Thema nahm der Spaßprediger aus St. Ottilien mit Humor. Etwa mit dem Zeitungsleser, der erst dann frühstückt, wenn er seinen Namen nicht unter den Todesanzeigen gefunden hat. Oder, etwas bitterer, mit der Geschichte von der alten Mutter, die ihre Asche auf den Parkplätzen von Aldi und Lidl verstreut haben will. Denn dahin kämen die Kinder anders als auf den Friedhof jeden Tag. Der Erzabt wurde mit lang anhaltendem Applaus verabschiedet. 

Von Olf Paschen

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