Hier stimmt jedes Detail: Karlheinz Scholz hat den Bahnhof von Gmund am Tegernsee maßstabsgetreu nachgebaut.
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Hier stimmt jedes Detail: Karlheinz Scholz hat den Bahnhof von Gmund am Tegernsee maßstabsgetreu nachgebaut.

Modellbau

Liebesbekundung an die Heimat: Germeringer baut Gmunder Bahnhof detailgetreu nach

  • vonHans Kürzl
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Der Germeringer Karlheinz Scholz ist seiner Heimatgemeinde am Tegernsee immer noch verbunden. Sichtbar gemacht hat er das in liebevoller Kleinarbeit mit dem Modell-Nachbau des Bahnhofs von Gmund.

Germering – „Jeder Bauabschnitt ist eine Herausforderung.“ Was sonst Architekten, Planer und Bauherren von ganz realen Gebäude sagen, nimmt auch Karlheinz Scholz für sich in Anspruch. Immerhin stecken in dem detail- und maßstabgetreu nachgebauten Modell des Gmunder Bahnhofgebäudes vier Jahre Arbeit.

Nicht nur, dass sich Scholz im Keller seines Germeringer Hauses schon bald nach dem Einzug im Jahr 1989 eine Werkstatt eingerichtet und diese immer wieder ein wenig aufgestockt hat. Der 1951 am Tegernsee geborene Scholz hat bereits in die Vorbereitung sehr viel Zeit gesteckt, „damit das Ganze wie echt aussieht“.

Der damalige Gmunder Bürgermeister Georg von Preysing wurde informiert. Scholz fotografierte den Bahnhof von allen Ecken, aus allen Perspektiven – und er bat ein Architekturbüro um die baulichen Daten zu dem Bahnhof, der 1883 als Endpunkt der Bahnstrecke von Schaftlach nach Gmund errichtet wurde. „So habe ich mich Schritt für Schritt herangetastet“, blickt Scholz zurück.

Mit viel Leidenschaft machte sich Scholz also ans Werk. Dazu hatte er sich sogar extra eine CNC-Fräse angeschafft, um so originalgetreu wie möglich die Bauteile zu erstellen. „Da steckte immer wieder viel Detailarbeit drin.“ Besonders stolz ist er auf die Gullydeckel und die Bahnsteigsuhr, „weil sie vom Aussehen so nah am Original sind“. Der Kamin auf dem Dach, so klein er ist, besteht am Ende aus genau gezählten 587 Einzelteilen. Das Dach selbst besteht aus Druckplatten, wie sie für den Offsetdruck verwendet werden.

Da hat Scholz in seiner beruflichen Vergangenheit gegraben, denn bis vor vier Jahren hatte er eine Druckerei in Germering. So kann er bei seinem Hobby auch seine Kenntnisse bei der Erstellung von Vektorgrafikdaten nutzbringend einsetzen.

Die Begeisterung für das Modellbauen bekam Scholz bereits von seinem Vater mit, der unter anderem Drachen und Schiffe fertigte. „Das Basteln war in der Familie einfach drin“, erinnert er sich. Seine Frau teilt dieses Hobby und unterstützt es tatkräftig. Sie bemalte zum Beispiel zwölf Figuren für den Bahnhof. Doch damit ist die künstlerische Palette von Karlheinz Scholz noch nicht ausgereizt. Auch als Krippenbauer hat er sich schon bewährt. Und vielen ist er zudem als Akteur der Bauernbühne Unterpfaffenhofen bekannt, bei der er bis zur Auflösung vor fünf Jahren mitspielte.

Das nächste Projekt des Modellbauers ist in seiner Werkstatt schon zu erkennen. Karlheinz Scholz baut die Santa Maria, das Flaggschiff der ersten Expedition von Christoph Kolumbus, maßstabsgetreu nach.

Eines hat sich bei dem Modellbauer durch sein Hobby zusätzlich entwickelt: „Man beobachtet seine Umgebung genauer, beim Spazierengehen und überhaupt.“ Hinzu kommt, dass Scholz viel fotografiert. „Vor allem Tiere und Blumen, das ist meine zweite Leidenschaft.“ Doch Scholz gibt auch zu, dass er ab und zu schon mal eine Schaffenspause brauche. Kreativität brauche eben immer wieder frische Luft.

Scholz’ Begeisterung für den Modellbau ist auch schon bei seinem Enkel angekommen. Der bastle schon mit, wenn er zu Besuch ist, erzählt Scholz. Den Bahnhof Gmund bewundert er dabei jedes Mal. Dessen Modell würde Scholz gerne an die Gemeinde Gmund weitergeben. Das Bahnhofsgebäude wäre dann ein schönes Erinnerungsstück – das bestehende Bahnhofsgelände soll neu gestaltet werden.

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