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Landesversammlung der Senioren Union in Germering

Markus Söder und das Goldene Buch

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Ministerpräsident Markus Söder hat sich ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. Der Landesvater war prominenter Redegast bei der Landesversammlung der Senioren Union am Freitag im Orlandosaal der Stadthalle.

Germering – Überpünktlich fuhr der Dienstwagen des Ministerpräsidenten am Freitag kurz vor 12 Uhr auf dem Platz vor der Stadthalle vor – angeführt von einem Dienstwagen der Germeringer Polizei und gefolgt vom üblichen Personenschutz-Begleitauto. OB Andreas Haas, Landrat Tomas Karmasin und Mandatsträger und Kandidaten der CSU für die Bezirkstags- und Landtagswahl sowie zahlreiche Delegierte der Senioren-Union warteten schon auf ihn. Auf Söder machte dies offensichtlich Eindruck: „Was für eine Gala“, sagte er angesichts dieses Empfangskomitees.Bezi

Der anschließende Eintrag ins Goldene Buch der Stadt, das im Foyer Stadthalle auslag, sorgte für nicht weniger Aufmerksamkeit. Dass es hier im Vorfeld einige Aufregung gegeben hatte, wusste Söder natürlich nicht. Irgendjemand hatte das Gerücht verbreitet, dass sich Markus Söder in anderer Funktion schon einmal in diesem Buch verewigt hätte. OB Haas blätterte die Seiten des Goldenen Buchs, das im Jahr 1991 zur Stadterhebung angelegt worden war, deswegen selbst mehrmals durch. Er konnte schließlich Entwarnung geben.

Bevor Söder seine Signatur schrieb, wurden ihm von Haas beispielhaft die Eintragungen einige der schon im Buch verewigten prominenten Gäste der Stadt gezeigt. Der bislang Letzte war vor der vergangenen Bundestagswahl der damalige Innenminister Thomas de Maizière. Die Sportfreunde Stiller, die sich ja in Germering gegründet haben, entlockten dem Landesvater dann ein anerkennendes Nicken. Mehrere Einträge von hohen Kirchenvertretern verführten ihn zur Einschätzung: „Das sind ja lauter Heilige.“

Im Saal selbst wurde er von Thomas Goppel, dem Landesvorsitzenden der Senioren Union, begrüßt. Dieser hatte zu Beginn der Veranstaltung den Mitgliedern der Senioren Union etwas gesagt, das Söder anschließend fast wortgleich wiederholen sollte: „Wir sind das Land in Europa, dem es besser geht als allen anderen. Und dafür müssen wir uns beschimpfen lassen.“ Die Altersgruppe der im Saal Versammelten, so Goppel, habe wesentlich dazu beigetragen, dass die Jüngeren heute alle Möglichkeiten hätten, die man sich vorstellen kann.

Söder meinte, dass man angesichts der täglichen Nachrichten den Eindruck habe, man lebe in einem Chaos-Deutschland. Dabei gehe es dem Land so gut wie keinem anderen. Und der Freistaat Bayern habe wesentlich dafür gesorgt, dass dies so sei. Mit einem Seitenhieb auf die aktuelle Diskussion in Folge der vorkommnisse von Chemnitz fügte er an: „Es wird ja viel über Demonstrationen gesprochen. Aber die größte Demo findet jeden Tag zu Hause statt. Und zwar von den Menschen, die etwas für das Land leisten.“

Dass Bayern und Deutschland durchaus noch das eine oder andere Problem haben, das gelöst werden muss, das machte Goppel nach seiner Begrüßung deutlich. Er sprach dabei die Themen Rente, Pflege, Gesundheit, Wohnen und Sicherheit an. Die Delegierten diskutierten zudem in mehreren Anträgen noch weitere Punkte. Das reichte von der Forderung, die Erbschaftssteuer zur Ländersache zu machen, über die Verankerung der Palliativversorgung in Altenheimen bis hin zur Rentenanwartschaft pflegender Angehöriger.

Mit am heftigsten wurde aber über die Forderung eines Sozialen Jahres für alle geredet. Thomas Goppel war der Meinung, dass man über den sozialen Aspekt hinausgehen müsse. Er sprach von einem Pflichtjahr für alle jungen Menschen in den unterschiedlichsten Bereichen. Als daraufhin ein Delegierter meinte, das Wort Pflichtjahr sollte man nicht dafür benutzen, weil es negativ behaftet sei, meinte Thomas Goppel fast resignierend: „Was ist das für eine Gesellschaft, in der der Begriff Pflicht negativ ist?“

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