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Am Abend sowie am Wochenende soll das Bus-Angebot in Germering deutlich ausgebaut werden. Betroffen von den Plänen sind die Linien 856, 857 und 851 (r.).

Ausweitung des Nahverkehrs

Mehr Busse in Germering – aber zu wenig Fahrer

Das Bus-Angebot in Germering wird ausgebaut. Die drei innerstädtischen Linien 851, 856 und 857 sollen ab dem Fahrplanwechsel im Dezember länger sowie am Wochenende und an Feiertagen fahren. Weil den Busunternehmen aber Fahrer fehlen, werden sich Teile der Erweiterung auf April 2019 verschieben.

Germering – Wer am Wochenende oder an Feiertagen in Germering mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B will, schaut oft in die Röhre. Die Busse der Linien 851, 856 und 857, die nur innerhalb der Großen Kreisstadt ihre Runden drehen, bleiben sonntags im Depot. Am Samstag ist nur der 856er bis 16 Uhr unterwegs. Einkaufen oder Bekannte besuchen ist so gerade für Menschen, die in ihrer Bewegung eingeschränkt sind, sehr schwierig. Doch das soll sich jetzt ändern. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, das Bus-Angebot bei den innerstädtischen Linien auszubauen.

Dabei gibt es allerdings ein Problem. Dem Bus-Unternehmen fehlen die Fahrer. „Der Fachkräftemangel trifft uns extrem“, sagt Wolfgang Riedlinger, Geschäftsführer von Busverkehr Südbayern. Zur Verschärfung trägt laut Riedlinger auch die Abschaffung der Wehrpflicht bei. Beim Militär hätten seinerzeit viele junge Männer den Busführerschein gemacht. Diese Ressource sei weggefallen. Und bei Kosten von 10 000 bis 12 000 Euro lege sich kaum jemand die Fahrerlaubnis noch privat zu. Deshalb stelle man viele Fahrer aus dem EU-Ausland ein. Doch angesichts immer weiter steigender Lebenhaltungskosten – speziell im Ballungsraum München – sei der Job für viele zu unattraktiv. „Wir kämpfen um jeden Fahrer“, sagt Riedlinger.

Deshalb kann der Ausbau des Bus-Angebots in Germering auch nicht wie geplant komplett zum Fahrplanwechsel im Dezember über die Bühne gehen. Die zusätzlichen Fahrten der Linien 851 und 857 am Samstag können erst ab April 2019 geleistet werden. Ab dann sollen die Busse von etwa 5.45 bis 22.30 Uhr rollen.

Gesichert ist hingegen die Ausweitung des 20-Minuten-Takts von Montag bis Freitag bis 22.30 Uhr. Bisher fuhr der letzte Bus um 21 Uhr. Für Sonn- und Feiertage ist geplant, dass es ein Angebot von 8.30 bis 16.30 Uhr gibt – die Busse sollen dann im Stundentakt fahren.

Die Stadtverwaltung sieht in dem neuen Angebot viele Vorteile für die Germeringer. Neben den zusätzlichen Fahrten habe der Fahrplan einheitliche und gut merkbare Betriebszeiten. Zusammen mit dem MVV-Ruftaxi stehe damit für Germering ein ganzjähriges ÖPNV-Angebot rund um die Uhr zur Verfügung.

Die zusätzlichen Fahrten der Busse lässt sich die Stadt einiges kosten. Insgesamt sind es laut Kalkulation zusätzlich 417 000 Euro. Rund 335 000 Euro entfallen dabei auf die Linien 851 und 857, etwa 82 000 Euro kosten die zusätzlichen Fahrten auf der Linie 856. Die Erlöse aus dem Verkauf von Fahrkarten sind dabei nicht eingerechnet.

Allein wird die Stadt aber nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Nach Angaben der ÖPNV-Stelle im Landratsamt kann das Maßnahmenpaket vom Staat über das Förderprogramm zur Luftreinhaltung bezuschusst werden. Möglich ist demnach eine Förderung von bis zu 50 Prozent der Kosten. Mittlerweile ist auch der positive Bescheid der Regierung von Oberbayern eingegangen. (Tobias Gehre)

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