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Blaulicht

Kriminalstatistik der Polizei Germering

Mehr Einbrüche – weniger Gewalttaten

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In Germering lebt es sich recht sicher. Das zeigt die aktuelle Kriminalstatistik. Sorgen machen der Polizei allerdings der Anstieg der Wohnungseinbrüche, die vermehrte Internetkriminalität und immer mehr Fahrraddiebstähle.

Germering– Inspektionsleiter Jürgen Dreiocker und sein Stellvertreter Andreas Ruch stellten am Donnerstag im Rathaus die Kriminalstatistik 2016 vor. Im Gesamtbereich der Inspektion, also in Germering Gilching und Alling, blieb die Zahl der Straftaten mit insgesamt 2087 (2015: 2052) relativ konstant. Und das, obwohl aus Sicht von Dreiocker die steigenden Einwohnerzahlen etwas anderes hätten erwarten lassen: Seit seinem Dienstantritt vor drei Jahren habe es rund 5000 Zuzüge gegeben. Die Zahl der vergebenen Aktenzeichen sei in dieser Zeit von 12 600 auf 14 200 gestiegen.

Nicht ganz zufrieden ist Dreiocker mit der Aufklärungs

quote. Hier liege man mit rund 61 Prozent weiter hinter den 65 Prozent des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, zu dem Germering zählt. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren, in denen die Inspektion unter 60 Prozent lag, habe man aber immerhin kräftig aufgeholt.

Bei den Tatverdächtigen stellte Ruch fest, dass die Zahl der nichtdeutschen Täter mittlerweile bei 32 Prozent liege. Allerdings räumte Ruch auch mit einem Vorurteil auf. Asylbewerber seien im vergangenen Jahr weder bei Laden- noch bei Fahrraddiebstählen auffallend in Erscheinung getreten.

Die Tatsache, dass im Vorjahr in 34 Fällen gegen Flüchtlinge wegen einer Körperverletzung ermittelt wurde, relativierte Ruch. Als im zweiten Halbjahr Turnhallen als Sammelunterkünfte geschlossen wurden, sei die Zahl sofort stark zurück gegangen: „Die verbesserte Unterbringung ist ein klarer Beleg dafür, dass konfliktfördernde Umstände in großen Unterkünften die Hauptursache für die überwiegende Zahl der registrierten Rohheitsdelikte waren.

Aufgeschlüsselt auf die einzelnen Bereiche zeigt sich, dass die Zahl der Gewaltdelikte mit 64 Straftaten konstant geblieben ist. Gestiegen ist dagegen die Zahl der Vermögensdelikte. Dies liegt Dreiocker zufolge vor allem am wachsenden Internetbetrug.

Eine gewaltige Steigerung um 130 Prozent hat sich laut Ruch bei den Wohnungseinbrüchen ergeben. Hier trägt Gilching mit 27 Einbrüchen, zu denen auch misslungene zählen, die größte Zahl bei. In Germering waren es 17, in Alling zwei. Weil die kleinste Gemeinde im Inspektionsbereich auch sonst nur mit sehr wenig Vorfällen in der Statitsik beiträgt, sagte Dreiocker zum anwesenden Bürgermeister Frederik Röder: „In Alling ist die Welt noch in Ordnung.“

Polizeivize Ruch wünschte sich angesichts der Einbrüche, die ein bayernweites Phänomen seien, mehr Hinweise seitens der Bevölkerung, wenn sie Personen in ihrer Wohngegend bemerken, die da nicht hingehören. Dank solcher Hinweise habe man im Vorjahr auch Taten aufklären können. Auch akribische Spurensicherung habe im Vorjahr zur Ermittlung eines Täters geführt: Auf einem zersprungenen Fensterglas habe eine Kollegin eine winzige Blutspur entdeckt. Der DNA-Abgleich habe dann zum Einbrecher geführt.

Die Spange bleibt ein Unfallschwerpunkt

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Bereich der Polizeiinspektion ist im vergangenen Jahr leicht von 1493 auf 1551 angestiegen. Die Verteilung auf Germering, Gilching und Alling entspricht in etwa den Bevölkerungszahlen, erklärte Erich Heinz, Verkehrsexperte der Inspektion, bei der Vorstellung der Statistik im Germeringer Rathaus. 

Demnach krachte es in der großen Kreisstadt 1034, in Gilching 417 und in Alling 100 mal. Erfreulich aus Sicht von Heinz: Es gab im Vorjahr im Einsatzgebiet keinen Verkehrstoten. Leicht abgenommen hat 2016 die Zahl der Unfallfluchten, sie fiel von 422 auf 410. Allerdings waren es in den Jahren davor weit unter 400. Immerhin 171 der flüchtigen Unfallfahrer sind 2016 von den Beamten der PI ermittelt worden. Die Unfälle unter Alkoholeinfluss sind zwar von zehn auf 13 gestiegen. Der Polizeiexperte stuft diese Zahl allerdings nicht als besonders hoch ein. 

Hier mache sich auch die vorsorgende Arbeit der Polizei bemerkbar, die immer wieder betrunkene Autofahrer schon vor der Fahrt davon abhalten kann. Die Unfallschwerpunkte sind in Germering nach wie vor entlang der Spange zu finden. Die Unterführung Landsberger Straße ist mit 23 Vorfällen in der Statistik ebenso vorne zu finden wie die Einfahrt auf die A 96 in Richtung Lindau von der Planegger Straße aus. Die Unfälle an der A 96-Zufahrt Richtung München von Planegg aus sind zwar stark zurück gegangen. Dennoch soll hier in Kürze eine Ampelanlage gebaut werden.

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