Die Beschilderung ist eigentlich eindeutig: Auf der Ostseite des Starnberger Wegs dürfen Radfahrer den Gehweg mitbenutzen, mehr aber nicht. Die frühere Markierung eines Ein-Richtungs-Radwegs ist zwar noch zu erkennen aber längst nicht mehr gültig.

Germering

Mehr Radler sorgen für mehr Ärger

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
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Die Corona-Krise hat vieles verändert. Auch das Freizeitverhalten der Menschen. Seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen nahm die Zahl der Spaziergänger und Radfahrer, die in der unmittelbaren Umgebung ihres Wohnorts Erholung suchen, spürbar zu. 

Germering – Das dies auch zu Ärger führt, hat vor kurzem Bauern-Obmann und Jagdpächter Werner Kirmair öffentlich gemacht (wir berichteten). Er vermisst bei vielen Ausflüglern in den Wäldern den Respekt vor der Natur.

Auf einen andere negative Entwicklung macht Helmuth Pfeffer, Ehrenpräsident des Tennisclubs (TC) Kreuzlinger Forst, aufmerksam. Er beobachte immer mehr rücksichtslose Radler, die sich nicht an die Straßenverkehrsordnung hielten und auch nicht einsichtig seien. Am Starnberger Weg – hier befindet sich die Anlage des Tennisclubs – fällt Pfeffer dies täglich auf.

Breiter Gehweg

Dort verläuft auf der Seite des Clubgeländes vom südlichen Ende bis zur Bahnunterführung bei der Feuerwehr ein breiter Gehweg, der für den Radverkehr freigegeben ist. Hinweisschilder machen dies klar. Dennoch nehmen aus Sicht von Pfeffer, der regelmäßig am Vereinsgelände ist, immer mehr Radler keine Rücksicht auf die Fußgänger. Wenn man sie darauf anspreche, behaupteten sie, dass ein Teil des Wegs den Radlern vorbehalten sei. Die Markierungslinie sei nur nicht mehr richtig zu erkennen.

Tatsache ist aber, dass diese Markierung nur der Rest einer vor vielen Jahren übermalten weißen Linie ist, die einen früher einmal vorhandenen Radwegstreifen vom Bereich der Fußgänger abgrenzte.

Dies bestätigt der städtische Fahrradbeauftragte Thomas Wieser. Es habe hier einmal einen in eine Richtung befahrbaren Radweg gegeben, der aber schon lange aufgelöst worden sei. Die schwarz übermalte weiße Linie sei keine Markierung mehr – auch wenn sie als solche noch zu erahnen ist.

Nur Schrittgeschwindigkeit

Bei dem gesamten Streifen auf der östlichen Seite des Starnberger Wegs handle es sich um einen Gehweg, der von Radfahrern lediglich benutzt werden dürfe. Streng genommen dürften die Radler dabei nur Schrittgeschwindigkeit fahren, erklärt Wieser. Das sei aber unrealistisch.

Das von Pfeffer geschilderte Verhalten der Radfahrer sei leider eines, das immer häufiger zu sehen sei, bedauert Wieser. Die gestern eingeführte Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO), die viele Verbesserungen für Radler gebracht habe, habe ebenfalls Einfluss auf das Verhalten. „Jetzt denken viele Radler, sie dürfen alles,“ so Wieser. Dem sei aber nicht so. Die neue StVO habe auch für Radfahrer Einschränkungen oder höhere Bußgelder bei Fehlverhalten gebracht. Wieser, der so gut wie alle Strecken mit dem Fahrrad zurücklegt, meint sogar: „Radler sind keine Heiligen. Ich glaube, ich darf das sagen.“

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