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Mieten steigen

Preise steigen immer weiter

Mieten in Germering so hoch wie noch nie

Germering – Die Mieten in Germering sind seit 2014 mit 8,1 Prozent so stark gestiegen wie noch nie. Das wurde bei der Vorstellung des erneuerten Mietspiegels deutlich.

Von 8,87 auf 9,59 Euro pro Quadratmeter hat sich mittlere die Nettomonatsmiete in der Stadt seit der letztmaligen Erneuerung des Mietspiegels vor zwei Jahren erhöht. Das sind exakt 8,1 Prozent. Als der Mietspiegel, der alle zwei Jahre erneuert werden muss, zuletzt vorgestellt wurde, lag die Steigerung noch bei 3,7 Prozent. Für die Jahre vor 2012 sprach Professor Helmut Küchenhoff vom Statistischen Beratungslabor der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität bei der jetzigen Präsentation von kaum nennenswerten Erhöhungen. Küchenhoff und sein Labor ist vor 22 Jahren von der Stadt erstmals mit der Erstellung des Instruments beaufragt worden.

„Das Mietniveau hat sich doch deutlich geändert“, stellte Küchenhoff fest. Eine der Ursachen für den erheblichen Anstieg sieht der Professor darin, dass viele Wohnungen renoviert worden sind. Das wird im Mietspiegel ebenso berücksichtigt wie eine Veränderung der Miete oder eine Neuvermietung innerhalb der vergangenen vier Jahre. In München, so stellte Küchenhoff fest, sei der Anstieg noch höher.

Geht man von den im Mietspiegel veröffentlichten Zahlen aus, ist Germering teurer als Berlin oder Frankfurt. Oberbürgermeister Andreas Haas wies jedoch in diesem Zusammenhang darauf hin, diese Statistik unter Vorbehalt zu sehen: „Die Rangliste berücksichtigt nur Städte, die einen Mietspiegel haben.“ Für Germering habe sich dessen Einführung im Jahr 1994 bewährt. Es sei kommunalpolitisch sinnvoll.

Aus einem anderen Blickwinkel sieht dies Peter Irrgeher vom Mieterverein München, der auch Germering betreut: „Der Mietspiegel ist rechtlich ein Beweismittel, wenn es zu Streitigkeiten kommt.“ Auch teure Gutachterkosten würden mit diesem Instrument bei Gerichtsverhandlungen vermieden. Dies erkannte auch Bernhard Fleck an. Der Vorsitzende des Eigenheimervereins meinte, dass viele Anfragen von Eigentümern mit dem Mietspiegel geklärt werden können.

Anwalt Irrgeher hat allerdings auch festgestellt, dass Germeringer wegen der Mieten ihre Stadt verlassen. „Zu uns kommen regelmäßig Leute in die Beratung, denen die Miete mit Beginn der Rente zu teuer geworden ist.“

Für den Mietspiegel haben die Wissenschaftler knapp 900 Fragebögen ausgewertet. Weitere rund 800 hatte die Stadt aussortiert, weil keine Veränderungen der Miete erkennbar waren oder die Wohnungen gewerblich genutzt werden. Allgemein wurde während der Präsentation der Germeringer Mietspiegel als übersichtlicher im Vergleich zur Landeshauptstadt dargestellt. In München seien allerdings auch die Preisspannen sehr hoch. (hk)

Der Mietspiegel

ist gegen eine Gebühr von drei Euro im Bürgerbüro des Rathauses und im Mehrgenerationenhaus Zenja, Planegger Straße 9, erhältlich.

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