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Aus dem Gerichtssaal

Mit falschen Fünfzigern ins Gefängnis

Ein 26-jähriger Gilchinger ist wegen des Handels mit Falschgeld am Amtsgericht Starnberg zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Seine mitangeklagte Germeringer Ex-Freundin wurde freigesprochen.

Gilching/Germering – Auch Blüten gibt es nicht umsonst. Im Juni vergangenen Jahres nahm ein junger Gilchinger 200 Euro echtes Geld in die Hand und kaufte sich dafür 1000 Euro Falschgeld. Kein gutes Geschäft, denn die Sache flog auf – und der Prozess bedeutete für den bereits siebenfach vorbestraften Lackierer nun den Verlust der Freiheit. Das Starnberger Jugendschöffengericht verurteilte den 26-Jährigen gestern zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten.

Der Angeklagte hatte die falschen Fünfziger bei einem Italiener aus München gekauft. Noch am selben Tag bezahlte er mit einem der Scheine in einem Gilchinger Lotto-Toto-Geschäft. Tags darauf gab er einen weiteren 50-Euro-Schein bei einem Imbiss im Ort aus. Zudem ließ er sich von einem befreundeten Angestellten einer Gilchinger Tankstelle vier weitere der gefälschten Scheine in kleinere Banknoten wechseln – angeblich zwecks Spielbankbesuch. Wegen dieser Aktion flog die Sache schließlich auf. Denn die Bank, bei der die Tankstellen-Einnahmen eingezahlt wurden, bemerkte das Falschgeld. Der ahnungslose Tankstellenmitarbeiter musste dafür später mit 200 Euro aus der eigenen Tasche geradestehen und verlor seinen Job.

Den Kauf der Blüten räumte der 26-Jährige vor Gericht rundweg ein: „Ich hatte keine Arbeit, kein Geld und meinen letzten Cent für meine Freundin ausgegeben. Ich gebe zu, es war eine blöde Idee, aber was macht man nicht alles für Geld.“ Als die Sache aufflog und er kalte Füße bekam, will er die restlichen 14 Blüten (700 Euro) im Keller verbrannt haben.

Freispruch für junge Germeringerin

Auf der Anklagebank saß der Gilchinger nicht allein. Auch seine Ex-Freundin, eine 22 Jahre alte Schülerin aus Germering, schien zunächst in die Machenschaften verwickelt und musste sich verantworten. Bei ihrer ersten polizeilichen Aussage hatte sie angegeben, sie habe im Juni 2016 ein Kuvert mit sechs gefälschten 50-Euro-Scheinen am Pasinger S-Bahnhof gefunden und diese ihrem Freund gegeben. Eine Lüge zum Schutz des Mannes, der seinerzeit gleich zwei Bewährungen offen hatte. Nach der Trennung des Paares packte die 22-Jährige aus: „Ich war ihm hörig. Im September 2016 habe ich mich von ihm getrennt und wollte ihn dann nicht mehr schützen.“ Im Laufe des Prozesses wurde bald klar, dass die Schülerin in Sachen Geldfälschung unschuldig war – Freispruch.

Auch der Italiener, der dem Gilchinger die Blüten verkauft hatte, ist mittlerweile verurteilt. Nach fünf Monaten Untersuchungshaft kam er mit einer Bewährungsstrafe wegen Geldfälschung davon. Ein Urteil, das für den 26-jährigen Gilchinger aus Sicht von Richter Ralf Jehle keine Option mehr war. Auffällig war insbesondere die hohe Rückfallgeschwindigkeit des Lackierers, der das Falschgeld nur eine knappe Woche nach seinem letzten Drogenprozess erwarb.

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