Filmemacherin Vera Greif (l.) befragte auf ihrer Suche nach Gott unter anderem d ie Religionswissenschaftlerin Anna-Katharina Höpflinger. 

Filmpremiere

Mit der Kamera auf der Suche nach Gott

Nur wenige Tage nach der Vorstellung ihrer Dokumentation der Geschichte des Puchheimer Volksfests hat die Germeringer Filmautorin Vera Greif wieder eine Premiere feiern können.

Germering –  Im Rahmen des Festivals „Losing your religion“ im Olchinger KOM wurde „Wo ist Gott“erstmal der Öffentlichkeit vorgeführt. Die Veranstaltung fand zwar in der Stadt an der Amper statt, war aber eher geprägt von Germering und Puchheim. Veranstalter des Festivals war das Resistenztheater Germering, die Filmpremiere mit anschließender lebhafter Diskussion moderierte Puchheims Bürgermeister Norbert Seidl.

In gut 20 Minuten geht Vera Greif, unterstützt von Kamera- und Tonmann Jonny Freifeldt, in ihrem speziell für das Festival gedrehten Film auf die Suche nach Gott. Gleich zu Beginn beantworten Besucher des Germeringer Wochenmarktes die Frage, wo Gott sei, ganz spontan mal kurz und knapp mit einem Fingerzeig nach oben – „Im Himmel“ – oder eher nachdenklich, resignativ: „Wenn ich das wüsste, hätte ich ihn nicht verloren.“

Sehr persönliche Gespräche mit Stadtpfarrer Andreas Christian Jaster und dem früheren Pfarrer der Bonhoeffer-Kirche, der Brucker Dekan Stefan Reimers, gehen das Thema von der kirchlichen Seite, aber sehr persönlich an. Beide sprechen über den Zweifel an Gott ebenso wie über die Frage, wie man denn spüre, dass Gott da ist.

Vier Schauspieler des Resistenztheaters – Rene Prock, Anja Hellmann, Gerhard Hellman und Silke Kleber – kommen zwischendrin mit gespielten Filmzitaten zu Wort. Sie sprechen Monologe unter anderem aus „Taxi Driver“ und „Mr. Robot“, die die atheistische Sichtweise der Thematik zur Sprache bringen.

Zum Schluss erklärt die an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität lehrende Religionswissenschaftlerin Anna Katharina Höpflinger, dass es besser sei, wenn man die Frage nach Gott nicht beantworten könne: „Dann wäre es ja langweilig.“

Die rund 30 Besucher der Premiere spendeten anschließend minutenlang Beifall. Dass der Film ein Thema aufgegriffen hat, das den Menschen wichtig ist, spürte man auch an der anschließenden sehr lebhaften und lange dauernden Diskussion. Norbert Seidl als Moderator erwies sich dabei als genau die richtige Wahl – er hat an der Münchner Uni Katholische Theologie studiert.

Im Internet

Der Dokumentarfilm „Wo ist Gott“ kann in voller Länge im Internet angesehen werden. Zu finden ist er auf der Seite www.veragreif.de.

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