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Riesengaudi beim Paddeln am Germeringer See

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Das Siegerteam „Vinosaurier“ kämpft sich im See voran. Mit dabei sind Lena, Tommy, Sarah, Kim und Patrick.
Das Siegerteam „Vinosaurier“ kämpft sich im See voran. Mit dabei sind Lena, Tommy, Sarah, Kim und Patrick. © hk

Das gab’s bislang noch nicht: Die Freie evangelische Gemeinde (FeG) hat ein Floßrennen auf dem Germeringer See organisiert. Für die teilnehmenden Teams war es zwar ziemlich anstrengend, aber die Veranstaltung war auch eine Riesengaudi.

Germering – Die Gefährte mussten sich die Teilnehmer übrigens selbst zusammen basteln – mit Materialien, die sie gestellt bekamen.

Mächtig ins Zeug gelegt hat sich beim Rennen die Germeringer Feuerwehr. Fünf ihrer Mitglieder haben gepaddelt wie die Weltmeister und doch hat es nur für den letzen Platz gereicht. Denn die Hälfte der Luftballons, die das Floß eigentlich von unten tragen sollten, hatte sich an die Oberfläche gedrückt. „Die hat’s einfach rausgedrückt.“ „Das Floß war fast am Untergehen.“ „Aufgeben war nicht unser Ding.“ Wieder an Land angekommen, völlig außer Puste, schilderten die Teammitglieder durcheinander ihre Eindrücke.

Bei Organisator Heiko Baufeld kam dieser Kampfgeist gut an. „Nicht aufgehört. Das ist Einsatz. Ihr seid die Meister des Herzens“, rief er den junge Feuerwehrvertretern zu, die als als „FF-1-Hörner“ angetreten waren. Die hatten sich aber beim ersten Teil des Wettbewerbs, dem Zusammenbauen des Floßes, durchaus als Meister der Technik erwiesen. Als erstes der fünf Teams hatten sie Holzlatten zusammengetackert und -geschraubt, knapp 100 Luftballons aufgeblasen, diese in Müllsäcke gesteckt und das ganze Paket zusammengeschnürt.

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Baufeld und Mitorganisator Michael Weber, Jugendreferent der Freien evangelischen Gemeinde, hatten die Teams zur Begrüßung beruhigt. „Wir haben’s vor vier Wochen ausprobiert. Es hat geklappt“, teilte er mit. Und fügte mit einem verschmitzten Lächeln hinzu: „Im zweiten Versuch.“

Auf die Idee sei er beim Duschen gekommen. Ein wenig habe er sich auch am Sautrogrennen in Germerswang orientiert. „Es sollte einfach eine Gaudi werden“, so Baufeld. Der nahm Weber fast im wahren Sinn des Wortes mit ins Boot. Die Genehmigung und die Unterstützung der Stadt waren schnell eingeholt.

Selbst bis nach München hatte sich das herumgesprochen – zu Lena, Tommy, Sarah, Kim und Patrick, die nur ihre Vornamen herausrückten wollten und als „Vinosaurier“ antraten. Für die Fünferclique war schnell klar, dass man sich diesen Spaß gönnen wollte. „Schon auch ein bisschen mit dem Ehrgeiz zu gewinnen“, wie Patrick gesteht.

Die Mischung aus Lockerheit, Motivation, Geschick, Gaudi und ein kleiner Dinosaurier als Glücksbringer trug das Team am schnellsten über die von der Wasserwacht vorgegebene Strecke am Germeringer See. Mit siebeneinhalb Minuten waren die Fünf genau 175 Sekunden schneller als die Zweitplatzierten.

Ihre Eindrücke nach dem Rennen schilderten sie so: „Für die Paddler geht’s schwer in die Arme. Für die Schwimmer geht’s schwer in die Beine.“ Denn Letztere mussten das Floß schwimmend schieben. Ein Pokal war dann Lohn der Mühen.

Doch egal, ob Erster oder Letzter – die Idee so eine Riesengaudi zum ersten Mal auf den Germeringer See zu bringen, kam bei allen an. Organisator Baufeld fasste das zusammen: „Jeder hat alles gegeben. Toll, dass alles so geklappt hat.“

Für alle Teilnehmer gab es eine Medaille als Erinnerung. Und weil die Freie evangelische Kirche der Veranstalter ist, ist auf der Medaille ein kurzer Spruch eingraviert: „Wer an mich glaubt, wird niemals sterben.“ Die Verbindung zum Floßrennen erklärt Weber, der Jugendreferent der Gemeinde: „Jeder hat heute daran geglaubt, dass er das auf dem See schaffen kann.“

Am Ende wird dann noch alles fein säuberlich aufgeräumt. Die Luftballons werden zum Zerplatzen gebracht und in den Müllsäcken gesammelt. Die Holzlatten für die Flöße, werden wieder auseinandergenommen – zum Wiederverwenden. Denn Organisator Baufeld kündigt an, dass die Freie evangelische Gemeinde die Gaudi auf dem See im nächsten Jahr „gern wieder organisieren möchte“. (Hans Kürzl)

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