Angekommen: Das Sextett am Gardasee. Mit nur drei kurzen Pausen sind die Germeringer nach Italien geradelt.

Germering

Mit Maske und Abstand nach Italien

Von Germering mit dem Radl an den Gardasee – und das nonstop. Das war schon vor Corona eine Herausforderung. Sechs Germeringer haben das Abenteuer auch in der Pandemie gewagt – für einen guten Zweck.

Germering/ Auch 2020 ist die Benefizfahrt von einigen Hobbyrennradfahrern an den Gardasee seit Langem geplant gewesen. Um ein Haar hätte Corona das Projekt dieses Jahr vereitelt. Doch gerade rechtzeitig wurde die Grenze zwischen Österreich und Italien wieder geöffnet – und es konnte losgehen.

Die Radler aus Germering und Umgebung strampeln jedes Jahr nonstop an den Gardasee – für einen guten Zweck. Gesponsert werden sie vom Lions Club Germering. Weitere Unterstützer sind die SSS International Clinical Research GmbH und die MINcom GmbH. Der Erlös geht an die Namaste-Stiftung. Insgesamt kommen so rund 3000 Euro für Hilfsprojekte in Nepal zusammen. Das Land ist von der Corona-Pandemie stark betroffen.

Nachts um drei ging’s los

„Eigentlich wären wir dieses Jahr sogar neun Radler gewesen“, berichtet Michael Sigmund. „Aber aufgrund der sehr schlechten Wettervorhersage für den geplanten Starttermin haben wir beschlossen, die Fahrt einen Tag zu verlegen. Diese Terminverschiebung war aber leider für drei der Mitfahrer nicht möglich.“

Um drei Uhr morgens machen sich die verbliebenen sechs Radler auf in Richtung Süden. Der Grenzübergang nach Österreich zum Achensee ist unbesetzt und offen. In einer Bäckerei macht das Sextett eine Pause. Bei Cappuccino und Hörnchen wärmen sich die Radler etwas auf – denn unterwegs hatte es schon den ein oder anderen Schauer gegeben. „Pflichtbewusst haben wir unsere Masken aufgesetzt, bevor wir das Geschäft betreten haben“, erzählt Michael Sigmund. „Allerdings hatte sonst niemand etwas vorm Gesicht.“ Da sei es ihnen wieder eingefallen: In Österreich ist ja vor einigen Tagen die Maskenpflicht abgeschafft worden. „Das war ungewohnt. Man fühlt sich inzwischen fast schon ein bisschen gefährdet, wenn man unter fremden Menschen wieder ohne Maske unterwegs ist.“

Keine Grenzkontrollen nach Italien

Mit das Schönste am Rennradfahren sind schnelle Abfahrten. Doch die ins Inntal hinunter können die Radler nicht genießen. Denn es regnet. Auf der nassen Fahrbahn müssen sie vorsichtig sein und stark bremsen.

An der Westseite des Wipptals führt eine alte Römerstraße bis Matrei. Dort rasten die Radler noch einmal kurz – bei einem kleinen Café und einem Brunnen. Danach geht’s weiter auf den Brenner. Nach dem Pass ist die Truppe dann in Italien – „dem Hochrisikogebiet“, wie Sigmund sagt. „Doch auch hier gab es keine Kontrollen.“ In Italien habe sich fast alles so angefühlt wie in den Vorjahren, berichtet Sigmund. „Bis auf die verhüllten Gesichter, die davon berichteten, dass die Menschen immer noch sehr vorsichtig sein müssen.“ An vielen Stellen herrscht aber auch schon wieder Normalität, und in einem Freibad bei Trento tummelten sich die Gäste ohne Abstandsregeln und Masken.

Übern Pass hinunter zum See

Mit Rückenwind geht es durchs Etschtal bis nach Rovereto. Noch eine kurze motivierende Rast, bevor der letzte kleine Anstieg zum Passo San Giovanni begann. Und dann liegt er wieder vor ihnen: der abendliche Gardasee. Das Sextett aus Germering hatte sein Ziel erreicht – wieder einmal.

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