Da war die Welt noch in Ordnung: Beim Wurstkesselturnier 2018 konnte noch richtig gekartelt werden.
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Da war die Welt noch in Ordnung: Beim Wurstkesselturnier 2018 konnte noch richtig gekartelt werden.

Vereine in Corona-Zeiten

Mitgliederschwund bedroht den Skatclub Germering

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Die Corona-Krise hat nicht nur Sportler hart getroffen. Auch Musik-, Freizeit-, Kultur- und andere Vereine leiden an den Kontaktbeschränkungen und dem Verbot von Veranstaltungen. Der Merkur stellt sie in einer losen Serie vor. Heute: der Skatclub Germering.

Germering – Es ist nicht lange her, da war der Skatclub Germering der größte seiner Art im bayerischen Skatverband. Während des Corona-Lockdowns hat sich das nun aber geändert. Es gab einen kleinen Aderlass bei den Mitgliedern. „Wir haben hauptsächlich Mitspieler, die über 70, zum Teil auch über 80 Jahre alt sind“, sagt der Vorsitzende Klemens Beetz. Vier der älteren Mitglieder sind während der Spielpause in der Pandemie ausgetreten. Aktuell ist die Zahl der Germeringer Skatspieler damit auf 41 gesunken. „Wir sind damit immer noch einer der größten Vereine im Verband – aber eben nicht mehr der größte“, sagt Beetz.

Wie in vielen anderen Germeringer Vereinen, so herrschte im vergangenen Jahr über weite Strecken auch beim Skatclub Stillstand. Zu Jahresbeginn konnte noch die Jahreshauptversammlung abgehalten werden. Nach dem ersten Lockdown konnten Beetz und seine Mitstreiter zwar am 2. Juli den Spielbetrieb wieder aufnehmen – aber nicht für lange. Nach nicht einmal der Hälfte der geplanten Spiele wurde das Skat-Jahr 2020 vorzeitig abgebrochen. Damit gab es im vergangenen Jahr auch keine Titel zu vergeben.

In normalen Jahren spielen die Mitglieder 70 Serien. Spielabende sind in der Regel jeden Donnerstag sowie am ersten Dienstag jedes Monats. Dazu kommen Sonderturniere wie das traditionelle Wurstkesselturnier, ein Weihnachtsturnier und Spiele bei Ausflügen. Aus allen Serien wird dann der Vereinsmeister, ein Pokalsieger und der Turniermeister ermittelt. Alle drei Titel sind wegen Corona derzeit vakant.

Das heißt aber nicht, dass die Mitglieder überhaupt nicht Skat spielen. „Die technik-affinen Mitspieler spielen live über WhatsApp, Telefon oder Online-Programme auf ihren Computern“, sagt Beetz. Außerdem hält der Vereinschef durch den regelmäßigen Versand von Infomails Kontakt zu seinen Mitgliedern.

Wann es mit den Spielabenden weitergehen kann, steht in den Sternen. Zumal sich der Verein in seiner Stammgaststätte, dem Kramerwirt, trifft. Der hat wegen des Lockdowns derzeit aber auch zu. „Vom Frühjahr als Termin für den Wiederbeginn rede ich schon gar nicht mehr“, sagt Beetz. Er schielt eher auf den Frühsommer und hofft, dass die Impfungen bis dahin weit fortgeschritten sind. „Ich glaube nämlich nicht, dass die nicht geimpften Mitglieder kommen würden.“

Gerade einmal rund 20 Mitspieler seien 55 Jahre alt oder jünger. Der Rest gehört somit zur Risikogruppe. Wenn endlich wieder gereizt und gestochen werden kann, plant Beetz erst einmal ein großes internes Turnier mit attraktiven Preisen. Ob 2021 auch wieder die Pokale für die Meisterschaften vergeben werden können, ist aber noch nicht klar. Das hängt davon ab, wie viele Serien gespielt werden können. Mindestens 30 sollten es laut Beetz sein.

Vereinssteckbrief

Gründungsjahr: 1999 Mitglieder: 41 Kontakt: vorstand@skatclub-germering.de Internet: www.skatclub-germering.de

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